Minik Rosing

Minik Thorleif Rosing (* 2. Februar 1957 in Nuuk) ist ein grönländischer Geologe.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herkunft, Jugend und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Minik Rosing ist das dritte von vier Kindern des Künstlers Jens Rosing (1925–2008) und der Dänin Dagny Nielsen (1928–2023[1]).[2] Sein Vater betrieb eine Rentierfarm in Itinnera, wo Minik Rosing anfangs aufwuchs. Drei Jahre nach seiner Geburt zog die Familie ins dänische Humlebæk. Er besuchte das Gymnasium in Helsingør, das er 1976 abschloss. Er kehrte nach Grönland zurück, wo er sich als Jäger in Sarfannguit niederließ. Anschließend begann er Geologie an der Universität Kopenhagen zu studieren. 1984 schloss er das Studium als cand.scient. ab. Bereits 1982 war er kurzzeitig Gastdozent an der Harvard University. Von 1984 bis 1985 war er Gastdozent an der Stanford University. 1989 schloss er seine Promotion ab. Mit seiner Ehefrau Tine Keiser-Nielsen hat er die drei Kinder Salik, Johanne und Frederik.[3][4]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 1989 bis 1990 war er als Redakteur bei Danmarks Radio angestellt. 1991 wurde er Adjunkt an der Universität Kopenhagen, 1995 Lektor und 1999 Professor für Geologie mit Sitz am Geologischen Museum in Kopenhagen. Dort war er von 2000 bis 2007 Direktor. Von 2006 bis 2007 war er Gastprofessor in Stanford. Von 2006 bis 2007 leitete er die Galathea-3-Expedition, einer Weltumsegelung zu biologischen, geologischen, meteorologischen, geophysikalischen, ethnologischen, anthropologischen und pädagogischen Zwecken. Von 2013 bis 2014 war er erneut Gastprofessor in Stanford.[2]
Minik Rosing war im Laufe seiner Karriere bereits Aufsichtsratsvorsitzender der Universität von Grönland, des Arktisk Institut, der Geologischen Forschungsanstalt für Dänemark und Grönland (GEUS) und der Kommission für wissenschaftliche Untersuchungen in Grönland. Zudem ist er Mitglied des Rats der Königlich Dänischen Geografischen Gesellschaft und der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften, Vizevorsitzender der Dänischen Grundforschungsstiftung und der Velux-Stiftung, Aufsichtsratsmitglied des Louisiana Museum of Modern Art.[2][5]
Forschungsbereiche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Minik Rosing forscht vor allem mit dem aus Grönland stammenden Isua-Gneis, wo er 1999 in 3,8 Milliarden Jahre altem Gestein Cyanobakterien und damit Anzeichen für frühes Leben fand, was Ende 2017 weiter bestätigt werden konnte.[6] Er fand zudem heraus, dass das CO2-Niveau zu dieser Zeit dem heutigen entsprach und widerlegte damit die Theorie eines extremen Treibhauseffekts während des ebenfalls nach dem Gneis benannten Isuums.[7]
2015 platzierte er gemeinsam mit dem isländisch-dänischen Künstler Ólafur Elíasson anlässlich der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 schmelzende Eisblöcke auf dem Kopenhagener Rådhuspladsen, um auf die Klimaerwärmung aufmerksam zu machen.[3]
2015 begann er sich für Gletschermehl zu interessieren und dazu zu forschen, wobei er erkannte, dass dieses als klimaneutrales Düngemittel beispielsweise in Afrika eingesetzt werden kann. 2023 gründete er das Unternehmen Itinnera Solutions, das der Produktion von Gletschermehl dienen soll und eine Untersuchungslizenz in der Bucht Ilulialik im Norden des Nuup Kangerlua erhielt.[8][9] 2025 erhielt das Projekt eine Investition von 45,5 Mio. kr.[10] Zudem wurde er für den Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates 2025 nominiert.[11] 2026 erhielt er von der grönländischen Regierung den Bergbaupreis Prospector of the Year verliehen.[12]
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2001: Ebbe Muncks Hæderspris[2]
- 2002: Nersornaat (Silber)[5]
- 2005: Rinkmedaljen[2]
- 2008: Danmarks Geologipris[13]
- 2009: Amalienborgprisen[14]
- 2010: Ritterkreuz des Dannebrogordens[15]
- 2013: Rosenkjærprisen[2]
- 2014: Tøger Seidenfaden-prisen[2]
- 2016: Galatheamedaljen[2]
- 2017: Hans Christian Ørsted Prisen[2]
- 2018: Rungstedlundprisen[2]
- 2019: Svend Bergsøes Fonds Formidlerpris[2]
- 2023: Ehrendoktor des Ilisimatusarfik[16]
- 2025: Folkemødets Dialogpris[17]
- 2026: Prospector of the Year
Werke (Monografien)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2008: Verdensbillede – Geologi og Kunst (mit Per Kirkeby)
- 2008: Skjoldungen
- 2017: Amatøreskimo (mit Morten Meldgaard und Tupaarnaq Rosing Olsen)
- 2018: Rejsen til tidernes morgen
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Minik Rosing bei IMDb
- Publikationsliste. Universität Kopenhagen.
- Offizielle Website.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Dagny Rosing. afdoede.dk.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Minik Rosing. Kraks Blå Bog 2025/26 (nicht digital zugänglich).
- 1 2 Walter Turnowsky: Minik Rosing fylder 60. Sermitsiaq.AG (2. Februar 2017).
- ↑ Marianne Krogh Andersen: Minik Rosing: Hvis grønlænderne opfatter sig som ofre, bliver Grønland aldrig selvstændigt. Dagbladet Information (11. September 2018).
- 1 2 Jan René Westh: Grønlands fortjenstmedalje Nersornaat. In: Jan René Westh (Hrsg.): Ordenshistorisk Tidsskrift. Nr. 36. Ordenshistorisk Selskab, Dezember 2010, ISSN 0904-5554, S. 62.
- ↑ Walter Turnowsky: Nye beviser på 3,7 milliarder år gammelt liv fra Isua. Sermitsiaq.AG (28. Dezember 2017).
- ↑ Naja Mikkelsen: Minik Rosing. Danmarks Nationalleksikon.
- ↑ Ann-Sophie Greve Møller: Minik Rosing i ny dokumentar: Grønlandsk ler kan være middel mod ulighed. Kalaallit Nunaata Radioa (20. März 2024).
- ↑ Jokum Nielsen: Gletsjermelprojekt: Vi vil søge om en udnyttelsestilladelse. Kalaallit Nunaata Radioa (1. Juli 2024).
- ↑ Ivalu Nivi Johansen: Magisk mudder-projekt får investering på 45,5 millioner kroner. Kalaallit Nunaata Radioa (12. September 2025).
- ↑ Jesper Hansen: Minik Rosing er nomineret til fornem miljøpris. Sermitsiaq.AG (20. Juli 2025).
- ↑ Trine Juncher Jørgensen: Selskab bag gletsjermelsprojekt vinder årets råstofpris. Sermitsiaq.AG (3. März 2026).
- ↑ Henrik Højmark Thomsen: Uddeling af Danmarks Geologipris – til professor Minik Thorleif Rosing. In: Geologisk Nyt. Band 19, Nr. 2, April 2009, S. 21, doi:10.7146/gn.v0i2.3502.
- ↑ Minik Rosing får Amalienborgprisen. Sermitsiaq.AG (17. Juni 2009).
- ↑ CV. ekspeditionen2011.dk.
- ↑ Mads Malik Fuglsang Holm, Mads Lynge: Tre af Grønlands markante stemmer får fornem hæder. Kalaallit Nunaata Radioa (2. Oktober 2023).
- ↑ Rasmus Balle Hansen: Minik Rosing vinder Folkemødets Dialogpris 2025. Kalaallit Nunaata Radioa (17. Juni 2025).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rosing, Minik |
| ALTERNATIVNAMEN | Rosing, Minik Thorleif (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | grönländischer Geologe |
| GEBURTSDATUM | 2. Februar 1957 |
| GEBURTSORT | Nuuk |
- Geologe (20. Jahrhundert)
- Geologe (21. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Universität Kopenhagen)
- Museumsleiter (Dänemark)
- Aufsichtsratsvorsitzender (Grönland)
- Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften
- Ehrendoktor der Universität von Grönland
- Ritter des Dannebrogordens
- Träger des Nersornaat
- Träger der Rink-Medaille
- Grönländer
- Geboren 1957
- Mann