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Miller-Meteor

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Miller-Meteor
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Rechtsform Company
Gründung 1956
Auflösung 1979
Auflösungsgrund Betriebseinstellung
Sitz Piqua, USA
Mitarbeiterzahl 252 (1979)
Branche Karosseriebauunternehmen

Miller-Meteor war ein US-amerikanischer Hersteller von Krankenwagen und Bestattungsfahrzeugen (sog. Professional Cars), dessen Modelle vorrangig auf den Chassis von Großserien-Pkws basierten. Das zur Divco-Wayne Corporation gehörende Unternehmen verwendete in diesem Bereich nahezu ausschließlich Fahrgestelle von Cadillac. Besondere Bekanntheit erlangte ein Miller-Meteor-Krankenwagen durch ein Ectomobile genanntes Auto als auffällige Requisite in dem Spielfilm Ghostbusters – Die Geisterjäger und seinen Fortsetzungen.

Unternehmensgeschichte

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Miller-Meteor wurde 1956 als Tochterunternehmen von Wayne Works gegründet, einem seit 1892 existierenden Hersteller von Omnibussen mit Sitz in Richmond, Indiana. Wayne hatte 1954 die Meteor Motor Company und zwei Jahre später auch die A.J. Miller Co. übernommen, zwei bis dahin unabhängige Hersteller von Ambulanz- und Bestattungsfahrzeugen, die jeweils in Ohio ansässig waren. 1956 firmierte Wayne in Divco-Wayne um. Im gleichen Jahr entstand aus der Zusammenlegung von Miller und Meteor die Miller-Meteor Division im Divco-Wayne-Konzern, die 1957 den Betrieb aufnahm. Die Werkstätten befanden sich in den Meteor-Einrichtungen in Piqua, Ohio; Millers Werkshallen in Bellefontaine wurden dagegen verkauft.[1]

Miller-Meteor konzentrierte sich darauf, Kranken- und Leichenwagen auf der Grundlage von in Großserie gebauten Pkw-Fahrgestellen zu produzieren. Das Unternehmen war von Beginn an erfolgreich. Fünf Jahre nach Betriebsbeginn kamen 50 Prozent aller in den USA verkauften Professional Cars mit Pkw-Chassis von Miller-Meteor. Seit dieser Zeit war das Unternehmen Marktführer in diesem Segment. Miller-Meteor konkurrierte unter anderem mit der Superior Coach Company und mit Hess & Eisenhardt.

Das Geschäftsmodell von Meteor-Miller verlor seine Grundlage durch den Emergency Medical Services Systems Act (EMS Systems Act) von 1973. Diese Regelung, die 1978 in Kraft trat, bestimmte, dass Krankenhäuser und Gemeinden, die sich jedenfalls zum Teil durch Bundesmittel finanzierten, nur noch Krankenwagen einsetzen durften, die auf Fahrgestellen von Vans und Nutzfahrzeugen beruhten, um größere Transport- und Behandlungskapazitäten zu ermöglichen.[2][3] Diese Vorgabe wurde vor allem mit Sicherheitsaspekten begründet. Damit brach der Markt für die Fahrzeuge, die Miller-Meteor produzierte, ab 1978 praktisch komplett weg. Zwar galten die Vorschriften des EMS Systems Act nicht für Leichenwagen. Weil aber Cadillac zum Ende der 1970er-Jahre die Abmessungen der großen Chassis stark reduzierte, hatte Miller-Meteor auch hierfür keine technische Basis mehr. Versuche, die Produktion auf Van-Chassis umzustellen, scheiterten.[1]

Zum November 1979 stellte Miller-Meteor den Betrieb ein. 252 Beschäftigte verloren ihre Arbeit.

Der Markenname Miller-Meteor lebte weiter. Verschiedene Unternehmen erwarben nacheinander die Nutzungsrechte. Die ab 1980 gebauten Leichenwagen, die als Miller-Meteor bezeichnet wurden, hatten zum ursprünglichen Unternehmen keine Beziehung.

Fahrzeuge von Miller-Meteor

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Cadillac Commercial Chassis von 1975

Miller-Meteor baute seine Kranken- und Bestattungsfahrzeuge ausschließlich auf der Basis von Commercial Chassis der GM-Marke Cadillac. Diese Chassis waren regelmäßig werksseitig im Angebot. Sie basierten auf den langen Fahrgestellen der Repräsentationslimousinen aus der Series-75-Reihe und hatten einen nochmals längeren Radstand, der bis 1970 bei 3962 mm (156 Zoll) und von 1971 bis 1976 bei 4001 mm (157,5 Zoll) lag.[4] Die Commercial Chassis waren teilkarossiert, d. h., der Motorraum war im Stil der jeweiligen Serien-Cadillacs voll verkleidet, außerdem gab es vordere Türen, den Windschutzscheibenrahmen und den Armaturenträger sowie Sitze. Fahrwerk und Antriebstechnik der Commercial Chassis entsprachen den kleineren Serienlimousinen. In einigen Jahrgängen hatten die Commercial Chassis Luftfederung.

Miller-Meteor hatte verschiedene standardisierte Modelle im Programm, die an die jeweils aktuellen technischen Grundlagen von Cadillac angepasst waren. Es gab reine Kranken- und reine Leichenwagen, aber auch Fahrzeuge, die für beide Zwecke gleichermaßen verwendet werden konnten. 1966 gab es 13 standardisierte Baureihen, 1970 bereits 34. Die Modellbezeichnungen lauteten unter anderem Sentinel, Futura, Paramount und Criterion. Die Typen unterschieden sich unter anderem durch die Zugangsmöglichkeiten. Einige Autos nahmen die Krankentragen bzw. die Särge ausschließlich durch die Hecktür auf, andere konnten stattdessen (oder zusätzlich) mit einem Drehsystems über die hinteren Seitentüren beladen werden. Der 1973 eingeführte Criterion wurde zum erfolgreichsten Einzelmodell von Miller-Meteor. Der Transportraum für Patienten war 2971 mm (117 Zoll) lang, die Kopffreiheit betrug 1625 mm (64 Zoll).

Ectomobile (Ecto-1)

Ein umgebauter Krankenwagen des Typs Miller-Meteor Futura von 1959 wurde in der 1984 produzierten US-amerikanischen Science-Fiction-Fantasy-Komödie Ghostbusters als Requisite eingesetzt. Das als Ectomobile bezeichnete Auto mit dem fiktiven Kennzeichen Ecto-1 war darin das Einsatzfahrzeug der Geisterjäger in New York City. Ectomobile gilt als eines der bekanntesten Autos der Filmgeschichte.[5]

Das Auto hatte zahlreiche Auf- und Anbauten auf der serienmäßigen Miller-Meteor-Karosserie, die fiktive, themenbezogene Zwecke haben sollten. Dazu gehören eine Protonen­kanone und Geisterfallen. Einige dieser Teile werden im Film weder aktiv eingesetzt noch erklärt.[6] Die Anbauten gehen auf Ideen von Stephen Dane zurück.[7] Für die Produktion des ersten Ghostbusters-Films wurde nur ein Miller-Meteor komplett umgebaut. Das Produktionsunternehmen erwarb ein zweites Auto, das allerdings nur als Reserve diente.[8]

Nachbauten des Ecto-1 kamen in der Ghostbusters-Neuverfilmung von 2016, ferner in den Fortsetzungen Ghostbusters II (1989), Ghostbusters: Legacy (2021) und Ghostbusters: Frozen Empire (2024) zum Einsatz. Das Originalfahrzeug aus dem ersten Film ist mittlerweile in den Sony Pictures Studios in Los Angeles ausgestellt.[6]

Auch in Videospielen zum Ghostbusters-Franchise kommt das Ectomobile regelmäßig vor. Schließlich bieten einige Hersteller Miniaturmodelle des Ectomobile an.

  • Georg Amtmann: Cadillac. Lechner Verlag, Genf 1990, ISBN 3-85049-071-8
  • Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980, New York (Beekman House) 1984, ISBN 0-517-42462-2.
  • Walter McCall: American Funeral Vehicles 1883-2003: An Illustrated History, Ertel Publishing, 2003, ISBN 978-1583881040.
  • Thomas McPherson: Miller-Meteor: The Complete Illustrated History, Ertel Publishing, 2010, ISBN 978-1583882580.
  • Mary Sieber, Ken Buttolph: Standard Catalog of Cadillac 1903–1990. Krause Publications, Iola 1991, ISBN 0-87341-174-9.
Commons: Miller-Meteor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Mark Theobald: Miller-Meteor. coachbuilt.com, 2004, abgerufen am 3. Juni 2026.
  2. Ryan Corbett Bell: The Ambulance. A History. McFarland & Company, 2009, ISBN 978-0-7864-3811-2, S. 318.
  3. Geschichte und Zusammenfassung des EMS Systems Ac auf www.emsmemorial.org (abgerufen am 31. Mai 2026).
  4. Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980, New York (Beekman House) 1984, ISBN 0-517-42462-2, S. 105–108.
  5. Beyond the Marquee: Ghostbusters Ecto-1 Car & Designer Stephen Dane auf imdb.com (abgerufen am 3. Juni 2026).
  6. 1 2 Tim Neumann: Cadillac "Ecto-1": Alles zum legendären Ghostbusters-Auto. autozeitung.de, 31. Oktober 2025, abgerufen am 3. Juni 2026.
  7. Up Close and Personal with the Ghostbusters Ectomobile. vanityfair.com, 28. Oktober 2015, abgerufen am 3. Juni 2026.
  8. Ghostbusters - Ecto 1. In: sandstoneproductions.co.uk. 22. Mai 2021, abgerufen am 3. Juni 2026.