Microphthalma
| Microphthalma | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Microphthalma disjuncta | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Microphthalma | ||||||||||||
| Macquart, 1844 |
Microphthalma ist eine Zweiflüglergattung aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Das Taxon wurde 1844 von dem französischen Entomologen Justin Pierre Marie Macquart eingeführt.[1] Typusart ist Microphthalma nigra Macquart, 1844 [= Tachina disjuncta Wiedemann, 1824].[1] Der Gattungsname leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet „kleinäugig“ oder „mit ungewöhnlich kleinen Augen“. Die Gattung Microphthalma gehört zur Tribus Megaprosopini innerhalb der Tachininae.[1]
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Fliegen sind gewöhnlich etwa 8–14 mm lang.[2] Im Folgenden eine Merkmalskombination für die Gattung Microphthalma (insbesondere für die paläarktischen Arten) nach Cerretti et al. (2012).[2] Die Arista (Fühlerborste) ist gefiedert. Die Fühler sind kürzer als die Höhe der Genae (Wangen). Die Parafazialien sind über den Großteil ihrer Länge mit feinen schwarzen Börstchen (Setulae) besetzt. Die Vibrisse entspringt weit oberhalb der Höhe des unteren Gesichtsrandes. Die subfazialen Borsten sind gekreuzt und vibrissenartig. Die Höhe der Genae ist mindestens halb so groß wie der vertikale Augendurchmesser. Die innere Vorderseite der vorderen Coxae ist vollständig oder überwiegend mit anliegenden Börstchen bedeckt. Die erste supra-alare Borste hinter der Quernaht (postsutural) ist vorhanden und manchmal haarartig. Die Beine sind überwiegend schwarz. Das Scutum (Rückenplatte) ist mit vier Paaren dorsozentraler Borsten hinter der Quernaht und zwei oder drei Paaren akrostichaler Borsten vor der Quernaht besetzt. Es sind 2 katepisternale Borsten vorhanden. Der Knick der Flügelader M ist mit einem langen Fortsatz über den Knick hinaus versehen, der mindestens doppelt so lang ist wie die Querader R-M. Das abdominale Syntergit 1+2 ist ohne mittige Randborsten, seine mittige dorsale Vertiefung reicht bis zum Hinterrand dieses Segments. Die abdominalen Tergite 3 und 4 sind ohne mittige Diskalborsten. Das Postpronotum ist mit 4 Borsten besetzt. Die abdominalen Tergite sind dorsal teilweise verschmolzen.
Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gattung Microphthalma kommt in der Holarktis, in der Neotropis, in der Afrotropis und in der Orientalis vor.[1] Microphthalma europaea ist eine Art, die im Süden Europas häufig auftritt mit Nachweisen aus mehreren mitteleuropäischen Staaten.[1] Dennoch fehlt die Art in Deutschland (Stand 2026).[3]
Lebensweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Vertreter der Gattung Microphthalma sind Endoparasitoide von Käferlarven aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae).[4][5]
Innere Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gattung Microphthalma umfasst folgende Arten:[1]
- Microphthalma ascita Reinhard, 1953 – Mexiko
- Microphthalma crouzeli (Blanchard, 1966) – Argentinien
- Microphthalma cuzcana (Townsend, 1912) – Peru
- Microphthalma differens (van der Wulp, 1890) – Mexiko
- Microphthalma disjuncta (Wiedemann, 1824) – Guatemala, Kanada, Mexiko, Vereinigte Staaten
- Microphthalma europaea Egger, 1860 – Europa, Algerien, Kleinasien, Kaukasus, Saudi-Arabien, Iran, Indien, Westsibirien, Turkmenistan
- Microphthalma flavipes Mesnil, 1950 – DR Kongo, Jemen, Nigeria
- Microphthalma michiganensis (Townsend, 1892) – Kanada, Vereinigte Staaten
- Microphthalma nigeriensis Villeneuve, 1935 – Nigeria
- Microphthalma nox Zeegers, 2007 – Jemen
- Microphthalma obsoleta (van der Wulp, 1890) – Guatemala, Mexiko, Vereinigte Staaten
- Microphthalma pedalis Reinhard, 1953 – Mexiko
- Microphthalma posio (Walker, 1849) – Südafrika
- Microphthalma ruficeps Aldrich, 1926 – Kanada, Vereinigte Staaten
- Microphthalma sejuncta (Walker, 1858) – Südafrika
- Microphthalma vibrissata (van der Wulp, 1891) – Costa Rica, Guayana, Mexiko
- Microphthalma virens Aldrich, 1926 – Peru
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 29. September 2026 (englisch).
- 1 2 Pierfilippo Cerretti, Hans-Peter Tschorsnig, Massimo Lopresti, Filippo Di Giovanni: MOSCHweb – a matrix-based interactive key to the genera of the Palaearctic Tachinidae (Insecta, Diptera). In: ZooKeys 205: 5–18. doi:10.3897/zookeys.205.3409 ( https://www.tachinidae.eu/homepage.htm ). 4. Juli 2012, abgerufen am 29. September 2026 (englisch).
- ↑ Checkliste der Raupenfliegen Deutschlands (Diptera: Tachinidae) – Version: 4. März 2026. (PDF; 4,33 MB) In: Catalogus dipterorum Germaniae Heft 55. Arbeitskreis Diptera, 2026, abgerufen am 29. September 2026.
- ↑ Hans-Peter Tschorsnig: Preliminary host catalogue of Palaearctic Tachinidae (Diptera). (PDF; 5,02 MB) 28. April 2017, abgerufen am 29. September 2026 (englisch).
- ↑ Genus Microphthalma Macquart, 1844. In: Taxonomic and Host Catalogue of the Tachinidae of America North of Mexico ( www.uoguelph.ca ). Tachinidae Resources, abgerufen am 29. September 2026 (englisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gattung Microphthalma. In: www.inaturalist.org. Abgerufen am 29. September 2026.
- Microphthalma disjuncta (Wiedemann, 1824). In: TachImage Gallery. Tachinidae Resources (www.uoguelph.ca), abgerufen am 29. September 2026 (englisch, Fotos).
- Microphthalma Macquart, 1843. In: Global Biodiversity Information Facility (GBIF) (www.gbif.org). Abgerufen am 29. September 2026 (englisch, Fotos, Verbreitung).
- Genus Microphthalma. In: www.bugguide.net. Iowa State University, Dept. of Plant Pathology, Entomology, and Microbiology, abgerufen am 29. September 2026 (englisch, mit Fotos).
- Microphthalma[tax]. In: boldsystems.org. Abgerufen am 11. Oktober 2026 (englisch, Fotos).