Michael Stickler
Michael Stickler (* 18. Juni 1909 in Neunkirchen/Niederösterreich; † 23. Dezember 1981 in Wien) war ein österreichischer Bibliothekar.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach einer Buchbinderlehre und seiner Reifeprüfung 1932 in Baden (bei Wien) studierte Michael Stickler Germanistik und Lateinische Philologie an der Universität Wien und wurde dort 1938 zum Dr. phil. mit einer Dissertation über Opernhafte Bestände im Barockdrama der deutschen Jesuiten promoviert. Da er im CV organisiert war und keiner NS-Organisation angehörte, fand er nach dem Anschluss Österreichs in Wien keine Anstellung und kam über Beziehungen seiner Studentenverbindung nach München, wo er 1939/40 im Umfeld des damals bereits zerschlagenen Bayerischen Heimatbundes kurz im Volksbildungsbereich tätig war. 1941 wurde er zur Wehrmacht einberufen und nahm als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil, in dem er zuerst beim Russlandfeldzug und später im besetzten Frankreich eingesetzt wurde.
Von 1945 bis 1956 arbeitete Stickler als Bibliothekar an der Österreichischen Nationalbibliothek. Hier leitete er u. a. die Erwerbungs- bzw. Katalogisierungsabteilung. Im Jahre 1956 wechselte er an die Parlamentsbibliothek in Wien. Von 1958 bis 1974 war er Direktor dieser Bibliothek. Er wirkte u. a. in der Vereinigung Österreichischer Bibliothekare (VÖB) und mehreren anderen Fachgremien mit.
Stickler erhielt 1965 den Förderungspreis für Volksbildung für seine Arbeit „Die Volksbüchereibewegung in Österreich – von ihren Anfängen bis 1938“.[1] 1966 wurde er zum Wirklichen Hofrat ernannt. Im gleichen Jahr empfing er vom Papst das Ritterkreuz des Gregoriusordens und 1969 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Sein jüngerer Bruder war der österreichische Theologe und Kardinalbibliothekar Alfons Maria Stickler, der die Vatikanische Bibliothek leitete.
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der zweite Österreichische Cartellverband. Österreichische Gesellschaft zur Erforschung der Studentengeschichte, Wien 1968.
- Die Mitglieder des Österreichischen Nationalrates 1918–1968. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1968 (2. Aufl. 1975 u.d.T.: Die Abgeordneten zum Österreichischen Nationalrat 1918–1975 und die Mitglieder des Österreichischen Bundesrates 1920–1975).
- Die Bibliothek des Reichsrathes 1869–1919. In: Josef Mayerhöfer (Hrsg.): Festschrift Josef Stummvoll. Bd. 1. Hollinek, Wien 1970, S. 427–438.
- Übersicht über die österreichischen Parlamentsschriften 1848–1971. In: Biblos, Bd. 22 (1973), S. 39–189.
- Die Volksbüchereibewegung in Österreich. In: Michael Stickler/Rudolf Fiedler/Franz Unterkircher): Die Bibliotheken Österreichs in Vergangenheit und Gegenwart (= Elemente des Buch- und Bibliothekswesens, Bd. 7). Reichert, Wiesbaden 1980, S. 157–193, ISBN 978-3-88226-105-9.
Außerdem zahlreiche Aufsätze, vor allem in der Zeitschrift Biblos.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stickler, Michael. In: Stefan Alker-Windbichler u. a.: 75 Jahre VÖB, 1946–2021 (= Schriften der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB). Band 16). Graz University Library Publishing, Graz 2021, S. 499 (Kurzbiografie).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Lebenslauf von Michael Stickler beim ÖCV (mit Foto)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Vergabe von Staats-, Förderungs- und Würdigungspreisen in den Jahren 1956 – 2008 (BMUKK, Abteilung Erwachsenenbildung). In: erwachsenenbildung.at. (PDF, S. 5.) Abgerufen am 19. Juli 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stickler, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Bibliothekar |
| GEBURTSDATUM | 18. Juni 1909 |
| GEBURTSORT | Neunkirchen/Niederösterreich |
| STERBEDATUM | 23. Dezember 1981 |
| STERBEORT | Wien |