Mianyang (chinesisch綿陽市/绵阳市, PinyinMiányáng shì, W.-G.Mien-yang) ist eine bezirksfreie Stadt im Norden der chinesischen Provinz Sichuan. Mianyang hat eine Fläche von 20.267Quadratkilometern und zählt 4.868.243Einwohner (Stand: Zensus 2020).
Mianyang liegt im Nordwesten des Sichuan-Beckens und am Mittellauf des Flusses Fu Jiang. Sein Territorium hat eine Ost-West-Ausdehnung von 144Kilometern und eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 296Kilometern.[2] Die Entfernung zur Provinzhauptstadt Chengdu beträgt 98Kilometer in südlicher Richtung. Chongqing liegt 300Kilometer südöstlich und Xi’an 680Kilometer nordöstlich.[3] Die 20.267Quadratkilometer umfassende Oberfläche von Mianyang ist zu 61% gebirgig, weitere 20% werden von Hügelland eingenommen und nur 19% der Fläche sind eben. Das Relief Mianyangs fällt von Nordwesten nach Südosten ab. Im Nordwesten befinden sich die Gebirge, die das Sichuan-Becken begrenzen. Dazu gehören die Gebirge Longmen Shan mit Höhen von 1000 bis 3000Metern über Normalnull, Min Shan und den nördlich davon gelegenen Gebirgszug Motianling Shan mit Höhen über 3000Metern. Hier liegt mit dem 5440Meter hohen Berg Xuebaoding der höchste Punkt Mianyangs. Im Südosten des Bezirks befindet sich Hügelland mit Erhebungen zwischen 400 und 600Metern; der niedrigste Ort Mianyangs liegt auf 307,2Metern Seehöhe.[2]
Die wichtigsten der etwa 3000Gewässer, die Mianyang durchlaufen, sind Fu Jiang, Bailong Jiang, Xi He, Huya He, Duopu He, Pingtong He, Tongkou He, Furong He, Anchang He, Kai Jiang, Zi Jiang, Weicheng He, Mi Jiang und Qing Jiang. Der Fu Jiang ist der größte der 52 großen und mittleren Flüsse Mianyangs, er durchfließt den Bezirk auf einer Länge von 697Kilometern. Durch seine geographische Lage erhält Mianyang Regenfälle in der Höhe von 16,3Milliarden Kubikmetern jährlich, wovon etwa 12Milliarden Kubikmeter nutzbar sind.[2]
Die Jahresdurchschnittstemperatur Mianyangs ist seit den Sechzigerjahren um ca. 1,5°C von 16,5°C (1955–1965) auf 18°C (2014–2024) gestiegen, wobei der Januar mit 5,1°C (1955–1965) bzw. 7,1°C (2014–2024) der kühlste und der Juli bzw. August mit durchschnittlich 26,2°C (1955–1965) bzw. 27,6°C (2014–2024) die wärmsten Monate waren[4]. Mianyang erhält im Jahresdurchschnitt 940Millimeter Niederschläge, die fast zur Hälfte im Sommer fallen. Der Winter ist die trockenste Jahreszeit. Im Sommer kann es zu Starkregen und Überflutungen kommen. Im Jahresdurchschnitt erhält Mianyang 1120Sonnenstunden pro Jahr.[2]
Die Natur Mianyangs ist Lebensraum von 18 der am strengsten geschützten Tierarten Chinas – darunter der Große Panda – und von 60 Tierarten, die auf zweitem Rang von der Regierung geschützt werden.[2]
Mianyang hatte im Jahre 2016 eine Gesamtbevölkerung von 5.451.833Einwohnern in 2.096.642Haushalten. Davon waren 2.799.288Männer und 2.652.545Frauen. Die Bevölkerung setzte sich aus 3.665.175Personen mit Status als Bauern, 1.786.658Personen ohne Status als Bauern, 656.832vorübergehend zugewanderten Personen und 53.270Neugeborenen zusammen.[2] Die Bevölkerungszählung des Jahres 2000 hatte eine Gesamtbevölkerung von 5.170.141Personen in 1.578.380Haushalten ergeben, davon 2.680.950Männer und 2.489.191Frauen.[5] In dem eigentlichen städtischen Siedlungsgebiet von Mianyang leben ca. 967.000 Menschen (Zensus 2010).[6]
Der Turm (阙 què) der Präfektur Pingyang (平阳府君阙 Píngyáng fǔjūnquè) steht seit 1961 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (1-52). In der Stadt befindet sich außerdem der 2020 eröffnete Freizeitpark Oriental Heritage.
Mianyang hat knapp 1,8Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche, wovon 441.420Hektar als Ackerland, 52.262Hektar als Gärten und 1,14Millionen Hektar für die Forstwirtschaft genutzt werden. Es gab im Jahre 2016 etwa 2,7Millionen landwirtschaftlicher Arbeitskräfte. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Getreide (2,2 Millionen Tonnen auf 420.000Hektar), Gemüse (2,7Millionen Tonnen auf 75.000Hektar), Ölsaaten (363.800 Tonnen auf 141.000Hektar), Baumwolle (235 Tonnen auf 299Hektar), Zucker (11.229 Tonnen auf 264Hektar), Tabak (19 Tonnen auf 11Hektar), Heilpflanzen für die traditionelle chinesische Medizin (30.000 Tonnen auf 8400Hektar) und Melonen (17.000 Tonnen auf 5287Hektar). Dafür wurden fast 220.000Tonnen Dünger verwendet.[2]