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Meßdunk

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Meßdunk
Koordinaten: 52° 19′ N, 12° 32′ OKoordinaten: 52° 19′ 24″ N, 12° 31′ 50″ O
Höhe: 35 m ü. NHN
Einwohner: 55 (31. Dez. 1925)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1928
Eingemeindet nach: Reckahn
Postleitzahl: 14542
Vorwahl: 033853
Die Kirche in Meßdunk
Der Friedhof in Meßdunk und Standort der alten Kirche

Meßdunk ist ein Wohnplatz in Reckahn, einem Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Westen des deutschen Bundeslandes Brandenburg. Der Ort liegt circa 12 Kilometer südlich der Stadt Brandenburg an der Havel und zwei Kilometer südwestlich von Reckahn. Eine befestigte Zufahrt gibt es nur von Reckahn aus.

Geschichte und Etymologie

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Der Ort wurde 1375 als Mößdüng, Mosdüng und Mosdung erwähnt. Weitere Namensformen waren 1540 Myadungk, 1580 Mißduncke und 1775 Mesdunk. Der Name wurde von niederländischen Siedlern festgelegt und bedeutet so viel wie „mit Moos bewachsene Erhebung im oder am Sumpfgelände“[1].

13. bis 16. Jahrhundert

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Im Norden des Ortes wurden beim Anlegen von Fischteichen menschliche Skelettteile und Keramiken aus dem 13. und 14. Jahrhundert gefunden, die die Gründung einer Siedlung belegen. Dort befand sich eine länglich-trapezoide, rund einen Meter über das umliegende Gelände herausragende Erhebung von etwa 24 Metern Länge und fünf bis sieben Metern Breite mit abgerundeten Ecken. Diese war von einem bis zu zehn Meter breiten, ovalen Sohlgraben umgeben und wurde als Burgwall gedeutet.[2] Schon damals gehörte der Ort zum Besitz der Familie von Rochow und somit zum Gut Reckahn. Im Jahr 1375 besaß Meßdunk ausschließlich Ackerstücke und keine Hufen. 1540 wurden etwa ein halbes Schock Kommunikanten gezählt.[2] Aus einer Kirchvisitation im Jahr 1540 ist erstmals die Existenz einer Dorfkirche überliefert.[3] Im Jahr 1541 erhielt der Pfarrer etwa acht Scheffel Korn, 1558 zwölf Scheffel, sowie ein Drittel des Fleischzehnten. Der Küster erhielt aus jedem Haus ein Brot und fünf Eier. Die Kirche verfügte 1541 über zwei Landstücke mit einem Ertrag von vier Fudern Heu; 1558 wurden zusätzlich zwei Wiesen und ein kleines Waldstück genannt.[4]

17. und 18. Jahrhundert

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Im Dreißigjährigen Krieg lebte kaum noch jemand in dem Ort, 1652 waren nur noch zwei Kossäten ansässig. 1682/1683 bestanden eine Sandhufe, die bei den Untertanen wüst lag, sowie 13 Kossätenhöfe, von denen acht wüst waren.[2] Im Jahr 1722 legte die Familie von Rochow fünf bewohnte und acht wüste Kossätenstellen zum Gut Reckahn; die bewohnten Stellen sollten nach Göttin verlegt werden. 1745 wurden elf Kossäten gezählt, 1772 noch vier.[4]

19. bis 21. Jahrhundert

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1801 bestand Meßdunk aus einem Vorwerk und einer Kolonie mit vier Büdnern, sechs Einliegern und sechs Lehnhufen; es wurden 15 Feuerstellen gezählt. 1837 war Meßdunk ein Rittergut mit acht Wohnhäusern. 1858 bestanden im Kolonistendorf fünf Wohn- und zehn Wirtschaftsgebäude, im Vorwerk ein öffentliches Gebäude, drei Wohn- und acht Wirtschaftsgebäude. 1895 wurden jeweils fünf Wohnhäuser im Kolonistendorf und im Vorwerk gezählt. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts schrumpfte die Einwohnerzahl des Ortes im Gegensatz zu den umliegenden Dörfern. Im Jahr 1801 lebten 67 Menschen im Ort, 1837 war die Zahl der Einwohner auf 48 gesunken. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Kirche baufällig geworden und sollte durch einen Neubau ersetzt werden.[3]

1928 wurde Meßdunk nach Reckahn eingemeindet. Im Jahr 1953 bestand kurzzeitig eine LPG, die noch im selben Jahr wieder aufgelöst wurde.[4] Im Jahr 1991 wurde Meßdunk mit Reckahn dem Amt Lehnin zugeordnet. Im Jahre 2002 wurde Meßdunk ein Ortsteil von Kloster Lehnin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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In der Mitte des Ortes befindet sich ein kleiner Platz, hier befindet sich auch der Friedhof des Dorfes. Der Friedhof wird noch belegt. Hier stand auch die alte Dorfkirche. Um den Platz befinden sich die Höfe der Kleinbauern. Das Vorwerk existiert nicht mehr, es lag am westlichen Dorfrand.

In der Liste der Baudenkmale in Kloster Lehnin ist für Meßdunk als einziges Baudenkmal die heutige Kirche aufgeführt:

Die heutige Kirche wurde von 1867 bis 1868 am nördlichen Ortsrand im Stil des Historismus erbaut. Mit den Ausführungen wurde der Maurermeister August Eiserbeck aus Golzow beauftragt, dessen Pläne vom Regierungsbaumeister Horn überarbeitet wurden. Die alte Kirche am Friedhof war für „unwürdig“ befunden worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche beschädigt. Im Jahre 1963 beschädigte ein Blitzschlag die Kirche, Reparaturen blieben trotzdem aus. 1980 sollte die Kirche abgerissen werden, der Abriss wurde aber nicht ausgeführt. Nach der Wende fand von 1990 bis 1993 die Instandsetzung der Kirche statt. Anschließend gründete sich ein Verein, der die Kirche seit dieser Zeit für Konzerte und andere Veranstaltungen nutzt. Im Jahr 1998 wurde die Kirche entwidmet.

Die Kirche ist ein Saalbau aus roten Ziegeln. Zu der Kirche gehört ein Turm im Westen der Kirche und eine Apsis. Die Seitenwände sind in drei Felder eingeteilt, in jedem Feld befinden sich zwei Rundbogenfenster. Der Turm hat zwei Geschosse, die Geschosse werden getrennt durch ein Friesband. Der Turm hat einen spitzen Helm mit vier Giebelfeldern. Die Kirche wurde im 19. Jahrhundert ausgemalt, die Malerei ist weitgehend erhalten geblieben. Die Ausstattung, Kanzel, Orgelprospekt und Empore sind aus der Bauzeit. Sehenswert ist ein Altarretabel aus dem Jahr 1474, das aus dem Vorgängerbau übernommen wurde. Es stammt von Gerard Weger, der auch den Altar in St. Katharinen in Brandenburg an der Havel schuf.

Commons: Meßdunk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 116, ISBN 3-937233-17-2.
  2. 1 2 3 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 264)
  3. 1 2 Bernd Janowski: Nur ein Weg führt nach Meßdunk – Konzerte (fast) am Ende der Welt, veröffentlicht in Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. (Hrsg.): Offene Kirchen, Ausgabe 2020, ISBN 978-3-928918-36-7, S. 12 und 13
  4. 1 2 3 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 265)