Metadata Encoding & Transmission Standard
Der Metadata Encoding & Transmission Standard (METS) ist ein mit XML Schema definiertes XML-Format zur Beschreibung von digitalen Sammlungen von Objekten mit Metadaten.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits 1996 begann die University of California, Berkeley, mit der Entwicklung eines Systems, das die Kodierung der Struktur digitaler Objekte mit deren Metadaten kombinierte. 1998 wurde diese Arbeit durch das Projekt Making of America 2 (MoA2) erweitert.[1] Ein wichtiges Ziel dieses Projekts war die Schaffung eines Standards für digitale Objekte, der definierte Metadaten für die beschreibenden, administrativen und strukturellen Aspekte eines digitalen Objekts umfassen sollte. Das Ergebnis dieser Bemühungen war ein System zur Kodierung von Struktur und Metadaten auf Basis einer XML-Dokumenttypdefinition (DTD).[2] Die MoA2-DTD war insofern eingeschränkt, als sie keine Flexibilität hinsichtlich der für die Elemente der beschreibenden, administrativen und strukturellen Metadatenabschnitte des Objekts verwendbaren Metadatenbegriffe bot.[3] Im Jahr 2001 wurde eine neue Version der DTD entwickelt, die anstelle des Vokabulars der vorherigen DTD eigene Namensräume verwendete. Diese Überarbeitung bildete die Grundlage für das heutige METS-Schema, das im April desselben Jahres offiziell benannt wurde.[4]
Anwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In einem digitalen Archiv müssen neben den digitalen Objekten auch Metadaten über diese Objekte verwaltet werden. Diese Metadaten können neben der Objektbeschreibung (etwa Titel, Erstellungsdatum) auch Informationen über das Dokument im Archiv enthalten (z. B. welcher Archivar hat es wann in das Archiv eingestellt). METS liefert eine Struktur für diese Angaben.
Mit METS lassen sich hierarchische und anderweitig strukturierte Werke kodieren. Ein Werk kann dabei z. B. eine Buchreihe, ein einzelnes Buch mit Kapitel- und -Seitenstruktur oder ein Film mit mehreren Szenen sein.
Struktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]METS ist in 7 Bereiche unterteilt:
<mets>
<metsHdr/>
<dmdSec/>
<amdSec/>
<fileSec/>
<structMap/>
<structLink/>
<behaviorSec/>
</mets>
Die Abschnitte sind im Einzelnen:
- METS Header metsHdr: Metadaten, die das METS-Dokument beschreiben.
- Descriptive Metadata Section dmdSec: Die Erschließungsdaten des Objekts.
- Administrative Metadata Section amdSec: Verwaltungsangaben wie etwa Herkunft des Objekts, Urheberrechte, Informationen zur Speicherung des Objekts.
- File Section fileSec: Alle Dateien, die zu dem Objekt gehören.
- Structural Map structMap: Beschreibung der internen Struktur des Objekts.
- Structural Links structLink: Beinhaltet Verknüpfungen von Elementen, etwa für die Archivierung von Webseiten.
- Behavioral Section behaviorSec: Dieser Abschnitt kann verwendet werden, um ausführbare Elemente (etwa Webservices) mit dem METS-Paket zu verbinden.
Grundsätzlich kann das Format der Metadaten in den einzelnen Abschnitten verschieden sein und wird nicht von METS festgelegt. So können in einem METS-Dokument unterschiedliche Formate verwendet werden, z. B. MAB, MARC, MODS, Dublin Core, MIX…
Zur Verlinkung von METS-Dateien und den Digitalen Objekten, über die Aussagen getroffen werden sollen, wird eine Untermenge des XLink-Schemas verwendet.
METS wird von der Library of Congress verwaltet. Die Version 1.12.1 wurde im Oktober 2019 veröffentlicht.[5]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ The Making of America, Part 2. In: Produce › Standards. Digital Library Federation, 11. August 2025. Auf DigLib.org, abgerufen am 26. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Jerome P. McDonough, Leslie Myrick, Eric Stedfeld: Report on The Making of America II DTD – Digital Library Federation Workshop. In: Produce › Standards. Digital Library Federation, 16. Februar 2001. Auf DigLib.org (PDF; 52,2 kB), abgerufen am 26. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Jerome P. McDonough: METS: standardized encoding for digital library objects. In: International Journal on Digital Libraries. Band 6, Ausgabe 2, April 2006, ISSN 1432-5012, S. 148–158, doi:10.1007/s00799-005-0132-1 (englisch).
- ↑ Morgan V. Cundiff: An introduction to the Metadata Encoding and Transmission Standard (METS). In: Library Hi Tech. Band 22, Ausgabe 1, März 2004, ISSN 0737-8831, S. 52–64, doi:10.1108/07378830410524495 (englisch).
- ↑ METS Schema 1.12.1 Documentation.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website (englisch)