Glasfoyer im Osten der Messe Essen (März 2017)Kongressräumlichkeiten im CCO (März 2017)Messegebäude, Eingang Süd (2009)2016 niedergelegtes Messegebäude (Eingang Ost) mit der heute versetzten Skulptur EnergieGrugahalle vor der UmgestaltungAtlantic Congress Hotel Essen
1893 gab es eine erste Gewerbeausstellung im Saalbau Essen. Die Anfänge an der heutigen Norbertstraße liegen in der damals so genannten Gewerbeschau Essen, die am 21.April 1913 von zwölf privaten Gesellschaftern als GmbH gegründet worden war. Am 26.Juli 1913 wurde die Gewerbeschau für die Allgemeinheit eröffnet.[2] Es präsentierten sich dabei 200 Aussteller auf 5000Quadratmetern Ausstellungsfläche im zu dieser Zeit errichteten Hauptgebäude,[3] das sich über den Bereich des heutigen Vorplatzes der Grugahalle und das Grundstück des heutigen Hotels Atlantic erstreckte.
1921 wurde der Gemeinnützige Verein zur Verwertung des Essener Ausstellungsgeländes GmbH zum Betreiber. Zu dieser Zeit wurde westlich hinter dem 1913 errichteten Hauptgebäude die MessehalleV errichtet, auf deren Fundament seit 1958 die Grugahalle steht. In der MessehalleV als größter Halle der Vorkriegs-Messe fand unter anderem im Juni 1926 der 2.Rheinische Evangelische Kirchentag statt. Nach Umbenennung im Jahr 1934 in Gemeinnützige AusstellungsgesellschaftmbH (GAG) war das Messegelände zur Zeit des Nationalsozialismus teils beschlagnahmt worden.
Im Dezember 1937 eröffnete im Ausstellungsgelände die neuerrichtete Kunsteisbahn Essen. Die geschlossene Halle verfügte über eine 1800Quadratmeter große Eisfläche und bot 4000 Tribünenplätze. Es fanden Eishockeyspiele und Eiskunstlaufwettbewerbe statt, zudem gab es tägliche Laufzeiten für die Allgemeinheit. Von einer Gaststätte für 300 Personen, die auch über Klubräume für weitere 400 Gäste verfügte, hatte man einen Blick aufs Eis.[4]
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Ausstellungsgelände schließlich durch Luftangriffe der Alliierten im Jahr 1944 zerstört.
Als erste Ausstellung nach dem Krieg wurde 1949 die Messe Dach und Fach veranstaltet, die sich dem Thema Wiederaufbau widmete und dabei 600.000 Besucher zählte. Die Gemeinnützige AusstellungsgesellschaftmbH wurde 1971 in Ausstellungs- und MessegesellschaftmbH Essen (AMGE) umbenannt. Ein Jahr später, nach Fertigstellung der Halle6, betrug die Gesamtausstellungsfläche rund 50.000Quadratmeter.
1966 fand in den Ausstellungshallen die 14.Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes mit über 200 teilnehmenden Künstlern statt.[5] Es folgte 1976 die Inbetriebnahme der Halle12 mit weiteren 8000Quadratmetern. Nachdem 1980 eine neue zweistöckige Ausstellungshalle fertiggestellt war, lag die Gesamtausstellungsfläche bei rund 60.000Quadratmetern. Seit 1982 wird das Gelände von der Messe Essen GmbH betrieben. Es folgte 1983 die Einweihung des Messehauses am Eingang Ost mit neuer Halle2 sowie 1990 die der Hallen1 und 1A, mit der die Messe nun über etwa 90.000Quadratmeter Gesamtausstellungsfläche verfügte.
1998 wurden mit der Gründung der CCE GmbH& Co. KG die Kongresstätigkeiten ausgegliedert.[6] Die Halle3, im Jahr 2000 nach Plänen des italienischen Architekten Mario Bellini errichtet, ist mit ihrer charakteristischen Bugspitze eine architektonische Besonderheit. Die über 230Meter lange und bis zu 69Meter breite Halle gilt mit ihrer Höhe von bis zu 15Metern als längste stützfreie Halle Europas. Ihre Nutzfläche beträgt 17.000Quadratmeter. 2004 wurde in der Galeria das größte zusammenhängende Bleiglaskunstfenster mit dem Titel Energie von Jörg Immendorff installiert.
Am 7.Januar 2010 ist das nordöstlich der Grugahalle gelegene Atlantic Congress Hotel Essen eröffnet worden. Dieses etwa 30Millionen Euro teure Messehotel hat 248 Zimmer sowie unter anderem einen 1.200Quadratmeter umfassenden Konferenzbereich, ein Restaurant mit Außenterrasse, einen Fitness- und Wellnessbereich und eine Tiefgarage.[7]
Am 19. Januar 2014 waren die Essener Bürger aufgerufen, per Bürgerentscheid über die Aufhebung des Beschlusses des Rates der Stadt Essen vom 17.Juli 2013 zum geplanten Messe-Umbau abzustimmen. Initiatoren des Bürgerbegehrens waren Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, die Zweifel an der Einhaltung der von der Stadt veranschlagten Bausumme von 123Millionen Euro hegten und davor warnten, dass dann für dringende Vorhaben im sozialen Bereich und der Bildung keine Investitionen mehr möglich seien. Des Weiteren zweifelten sie daran, dass die Messe einen entsprechend hohen Wirtschaftsfaktor für die Stadt darstelle. Im Gegenzug waren die Ratsfraktionen SPD, CDU, FDP und das Essener Bürger Bündnis, der damalige Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD), alle DGB-Gewerkschaften sowie die Mehrzahl der Verbände der Essener Wirtschaft für den beschlossenen Messe-Umbau.[8]
Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis stimmten bei einer Wahlbeteiligung von 28,8Prozent 50,4Prozent gegen den geplanten Messe-Umbau. Die Mindeststimmenzahl von 45.690 Stimmen wurde erreicht. Im Einzelnen stimmten 66.066 Bürger gegen und 65.104 Bürger für den Umbau.[9]
Nach dem Bürgerentscheid vom Januar 2014 beschloss man die Messe im kleineren Rahmen umzubauen. Am 2.Mai 2016 begannen die Arbeiten mit dem ersten Spatenstich. Dieser Messeumbau fand im laufenden Betrieb bis September 2019 statt und kostete rund 88,6Millionen Euro. Seit November 2017 gibt es einen neuen Empfangsbereich. Die große Anzahl von 18 kleinteiligen, teils zweistöckigen Ausstellungshallen wurden auf acht große, ebenerdige Hallen reduziert, wobei die Gesamtausstellungsfläche von 110.000Quadratmetern erhalten blieb.
In der ersten Bauphase wurde am Eingang Ost ein neuer rund 2000Quadratmeter großer und gläserner Empfangsbereich errichtet, der mit großem Vordach einen überdachten Weg zum U-Bahnhof Messe Ost/Gruga ermöglicht. Gleichzeitig wurden die alten Messehallen 9 und 9.1 niedergelegt, um den nördlichen Teil der neuen Halle6 entstehen zu lassen. Am 28.November 2017 wurde das Foyer nach rund 18 Monaten Bauzeit offiziell durch Oberbürgermeister Thomas Kufen und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart eröffnet. Zudem waren bis dahin neue Kongress-Räumlichkeiten, der Verwaltungstrakt und die erste Hälfte der neuen Messehalle6 fertiggestellt.[10]
Zur zweiten Bauphase, die bis April 2018 dauerte, gehörte der 2017 erledigte Abriss der Messehallen4 und 4A, deren Areal als Logistikfläche umgestaltet wurde. Ebenso fiel die alte Halle5, an deren Stelle der südliche Teil der neuen Halle6 errichtet wurde. Oberhalb der Halle 6 befindet sich der neugestaltete Business Club der Messe mit Blick in die Halle 6, welcher die ehemalige Messelounge ersetzt.
Die dritte Bauphase von April bis August 2018 war für den Abriss der zweistöckigen Hallen 7.1, 8 und 8.1 vorgesehen. Dort folgte der Bau der neuen Halle4 und des südlichen Teils der neuen Halle5. Zudem wurden die bestehenbleibenden Hallen modernisiert und erhielten neue Klimatechnik, Sanitäranlagen und Energieversorgung.
Die vierte Bauphase von September 2018 bis September 2019 war für die Komplettierung der Halle5 mit ihrem nördlichen Teil vorgesehen. Darauf folgte eine neue Nummerierung der nun acht Ausstellungshallen.[11]
Am 24.September 2019 wurde die letzte Messehalle offiziell durch den Oberbürgermeister Thomas Kufen eingeweiht. Damit blieb der gesamte Messe-Umbau im Kosten- und Terminplan.[12]
Mit 110.000 Quadratmetern Gesamtausstellungsfläche und 20.000Quadratmetern Freigelände ist Essen der neuntgrößte Ausstellungsplatz in Deutschland. Betreiber ist die Messe EssenGmbH, in der heute rund 200 Menschen angestellt sind. Es gibt drei Kongresszentren, in deren 28 Räumen rund eintausend Besucher Platz finden. Hier finden jährlich bis zu 800 Veranstaltungen durch die Messetochter CCE statt.[13] Zum Messegelände gehört ferner die auch für Konzerte und Show-Veranstaltungen genutzte Grugahalle. 2016 wurden 49 Messen (davon acht im Ausland) veranstaltet, von denen zehn als Weltleitmessen gelten. Es gab etwa 1,3Millionen Besucher aus 130 Nationen, hinzu kamen 13.113 Aussteller, wobei der Auslandsanteil bei einem Drittel lag.[1]
Geschäftsführer der Messe Essen ist seit Januar 2014 Oliver P. Kuhrt (bis August 2014 Vorsitzender der Geschäftsführung, seither einziger Geschäftsführer). Der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) ist Aufsichtsratsvorsitzender. Die Messe Essen unterhält unter anderem eigene Büros in New York und Mailand sowie Ableger in Peking, Shanghai, Dubai, São Paulo und Moskau.
IPM ESSEN: Die „Internationale Pflanzenmesse“ findet jährlich Ende Januar mit 1.300 Ausstellern aus 46 Ländern sowie rund 50.000 Fachbesuchern statt (Zahlen Stand 2023). Als Weltleitmesse des Gartenbaus bildet sie die gesamte Wertschöpfungskette des grünen Wirtschaftszweiges ab: von der Pflanzenproduktion, über die Technik, Floristik und Ausstattung bis hin zum Point-of-Sale.
Schweissen & Schneiden, erste Ausstellung 1952, damit älteste Messe in Essen, alle vier Jahre im September: Der bedeutendste Treffpunkt für Experten und Top-Entscheider der Füge-, Trenn- und Beschichtungsbranche
Security Essen, alle zwei Jahre im September: Impulsgebende Weltleitmesse der zivilen Sicherheit mit Innovationen von IT-Security über Zutrittslösungen, mechanische Sicherungssysteme und Perimeter bis hin zu Videoüberwachung, Dienstleistungen und Brandschutz
Metpack: Im Dreijahresrhythmus stattfindende Weltleitmesse der Metallverpackungsindustrie (nächste Messe im Mai 2020)
SHK+E Essen, zweijährlich im März: die besucherstärkste nationale Fachmesse für die Branchen Sanitär, Heizung, Klima und digitales Gebäudemanagement
E-world energy & water, seit 2001 jährlich im Februar: Bedeutende Energiefachmesse mit rd. 25.000 Besuchern (2017)[14]
Baufachtage West, zweijährlich im Januar: Vereint die drei Spezialbaufachmessen Construct IT, Industrial Building und Acqua Alta unter einer Marke
Cutting World: Erste und einzige Fachmesse, die die Wertschöpfungskette zum Thema Schneiden fokussiert. Parallel zum Deutschen Brennschneidtag und dem Deutschen Schneidkongress
Equitana, zweijährlich: Größte Pferdefachmesse der Welt
all about automation: Regionale Fachmesse für Industrieautomation
DIGITAL FUTUREcongress: Kongressmesse für alle Themen der Digitalisierung im deutschen Mittelstand
InfraTech: Fachmesse für Straßen- und Tiefbau
DCONEX: Fachmesse und Kongress Schadstoffmanagement
European Bridal Week: Fachmesse für die gesamte Brautmoden-Industrie
Cable Car World: Fachmesse für urbane Seilbahnen
Tankstelle & Mittelstand: Branchenmesse für den gesamten deutschen Tankstellenmittelstand
Lubricant Expo: Fachmesse für Schmierstoffe
Europäische Taximesse: Fachmesse für das Taxi- und Mietwagengewerbe
CTCO Essen: Messe für Werbetextilien und Werbegeschenke
Altenpflege, zweijährlich: Leitmesse für Hersteller und Dienstleister im Bereich Altenpflege
Essen Motor Show (zwischenzeitlich Jochen Rindt Show), seit 1968, jährlich im November/Dezember: Die EMS ist Europas größtes „PS-Festival“ und vereint automobile Leidenschaft in den vier Säulen sportliche Serienfahrzeuge, Tuning, Motorsport und Classic Cars
Reise + Camping, seit 1957, jährlich im Februar: Größte Urlaubsmesse in NRW zeigt alles rund ums mobile Reisen: von Freizeitfahrzeugen aller Art über Camping-Zubehör bis hin zu internationalem und nationalem Tourismus.
Fahrrad Essen, jährlich im Februar und parallel zur Reise + Camping: Die Fahrrad Essen ist die wichtigste Fahrrad-Messe in NRW
Mode Heim Handwerk, seit 1970, jährlich im November: Größte Verbrauchermesse Nordrhein-Westfalens. Unter ihrem Dach finden zusätzlich die Spezialmesse rund um das Thema Do-it-Yourself, kreativ.essen, sowie die Genussmesse „NRW – das Beste aus der Region“ statt
Retro Classics Essen, ersetzt seit 2026 die Techno-Classica Essen (bis 2025), jährlich im Frühjahr (März/April): Messe für Oldtimer, Youngtimer, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung
Internationale Briefmarken-Messe: Die Internationale Briefmarken-Messe in Essen ist die weltweit älteste Veranstaltung dieser Art. Seit 1976 treffen sich in der Messe Essen jedes Jahr Sammler aus der ganzen Welt
Seit 2023 findet jedes Jahr im Januar die Baumesse Essen[15] mit jeweils über 20000 Besucherinnen und Besuchern in der Messe Essen statt.
BabyWelt
Internationale Messen und Messe-Beteiligungen (Auswahl)