Melaune
Melaune Gemeinde Vierkirchen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 11′ N, 14° 45′ O |
| Höhe: | 191 m ü. NN |
| Fläche: | 4,07 km² |
| Einwohner: | 283 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 70 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1994 |
| Postleitzahl: | 02894 |
| Vorwahl: | 035827 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1825[4] | 329 |
| 1871 | 423 |
| 1885 | 359 |
| 1905 | 339 |
| 1925 | 357 |
| 1939 | 342 |
| 1946 | 415 |
| 1950 | 417 |
| 1964 | ¹: 631 |
| 1971[5] | ¹: 604 |
| 1988 | ²: 796 |
| 1990 | ²: 755 |
| 1993 | ²: 715 |
| 1993[6] | 370 |
| 1999 | ²: 732 |
| 2002 | 344 |
| 2008[7] | 313 |
| 2011[1] | 283 |
| ¹ mit Döbschütz ² mit Döbschütz und Prachenau | |
Im Jahr 1777 wurden für Melaune 10 besessene Mann, 7 Gärtner und 21 Häusler verzeichnet.
Bei der preußischen Volkszählung im Jahr 1825 wurden 329 Einwohner ermittelt. Bis zur Gründung des Deutschen Reiches stieg die Einwohnerzahl auf 423, aber bereits zwei Jahrzehnte später lag sie wieder bei 339. Einem Anstieg auf 357 Einwohner im Jahr 1925 folgte ein gemäßigter Rückgang auf 342 im Jahr 1939. Nach dem Krieg wuchs die Bevölkerung durch Flüchtlinge und Vertriebene um über 20 % an.
Die Einwohnerzahl der Gemeinde stieg durch die beiden Eingemeindungen zwar an, jedoch zeichnete sich ein Bevölkerungsrückgang ab. Allein in den fünf Jahren von 1988 bis 1993 sank die Einwohnerzahl von 796 um rund 10 % auf 715.
Im Jahr 2002 entsprach die Bevölkerungsgröße mit 344 Einwohnern etwa jener von 1939.
Der Germanisierungsprozess war bereits im 19. Jahrhundert abgeschlossen. Anfang der 1880er Jahre ermittelt Arnošt Muka gerade noch einen Sorben im Ort; die restliche Bevölkerung war deutsch.
Ortsname
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Übermittelte Ortsnamenformen sind Merowe (1239), Meraw (1394), Melaw (1529) und schließlich Melaune (1732). Der Name leitet sich wohl von einem altsorbischen Personennamen Mer ab, der auf Mir „Frieden“ beruht. Der sorbische Name ist heute nicht mehr gebräuchlich. Abraham Frenzel schrieb ihn 1700 als Mirow. Spätere Formen sind Mjerjow (1835) und schließlich Měrjow (1885 bei Muka) mit einem Wandel von -je- nach -ě-. Anders als beim sorbischen Namen ist beim deutschen Namen seit dem 16. Jahrhundert eine Wandlung von -r- nach -l- festzustellen.[8]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus Melaune stammt der Pfarrerssohn und Architekt Arno Eugen Fritsche (1858–1939), der auf dem Gebiet des evangelischen Kirchenbaus hervortrat.
In Melaune ist der Fußballprofi Robert Koch (Dynamo Dresden) aufgewachsen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Jugendscheune Melaune ist ein Zentrum der christlichen Kinder- und Jugendarbeit in der Region. Ende der 1980er Jahre wurde die Scheune auf dem Pfarrgrundstück der Evangelischen Kirchengemeinde um- und ausgebaut. Es entstand ein Rüstzeitheim mit 25 Betten und einem Gruppenraum. Im Laufe der Jahre kamen weitere Betten im 1911 gebauten Pfarrhaus dazu. Heute sind Übernachtungen für Gruppen im Selbstversorgerhaus möglich.
Quellen und weiterführende Verweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, ISBN 978-3-929091-96-0, S. 347 ff.
- Zwischen Löbau und Herrnhut (= Werte der deutschen Heimat. Band 56). Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1996, ISBN 3-7400-0935-7, S. 38 ff.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Melaune im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Ortsteile In: Webauftritt der Gemeinde Vierkirchen.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Vierkirchen.com: Die Ortschaft Melaune. Abgerufen am 27. April 2024.
- ↑ Hauptsatzung. (PDF; 64 kB) § 9. In: Webauftritt. Gemeinde Vierkirchen, abgerufen im April 2026.
- ↑ Frido Mětšk: Zur Frage der deutsch-sorbischen Sprachgrenzen des 16. Jahrhunderts im Markgraftum Oberlausitz und im Amte Stolpen. In: Lětopis, Reihe B, Nr. 7 (1960), Ludowe nakładnistwo Domowina, Budyšin 1960, S. 83–132.
- ↑ Melaune im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ Von der Muskauer Heide zum Rotstein, S. 348.
- ↑ Werte der deutschen Heimat Band 56: Zwischen Löbau und Herrnhut, S. 38.
- ↑ Vierkirchen.com: Die Ortschaft Melaune. Abgerufen am 27. April 2009.
- ↑ Ernst Eichler und Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz – Studien zur Toponymie der Kreise Bautzen, Bischofswerda, Görlitz, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Niesky, Senftenberg, Weißwasser und Zittau. I Namenbuch (= Deutsch-slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte. Band 28). Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 183.



