May Beatty

(vor 1910)
May Beatty (* 4. Juni 1880 in Christchurch, Neuseeland; † 1. April 1945 in Azusa, Kalifornien, Vereinigte Staaten) war eine neuseeländische Sängerin und Schauspielerin.
Frühes Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]May Beatty wurde am 4. Juni 1880 als Tochter der Eheleute Emma Furby und dem Hotelier und Theatermanager George Beatty in Christchurch geboren. Ihr Vater besaß das Theatre Royal in der Stadt, das an dem Palace Hotel in der Gloucester Street angrenzte und May früh in Kontakt mit der Theater-Szene brachte. Im Alter von elf Jahren soll dort auch ihre Karriere als Schauspielerin begonnen haben.[1]
Karriere als Schauspielerin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im August 1891 wurden May und ihre 13-jährige Schwester Maud von dem Theater- und Opernproduzenten Tom Pollard engagiert, um mit ihnen und seiner jugendlichen komischen Operntruppe durch Neuseeland und Australien zu touren. Zeitgleich sollten beide in allen Belangen der Bühnenarbeit unterrichtet und ausgebildet werden. Im August 1892 wurde sie während einer Tournee durch Westaustralien für die kleine Rolle der Fiametta in Die Gondoliere bestimmt. Nach und nach bekam sie immer größere Rollen, bis sie 1894 die wohlwollende Aufmerksamkeit der Zeitungskritiker auf sich zog und das Publikum Zugaben für ihre vorgetragenen Lieder erklatschte. Sie war damit eine von mehreren neuseeländischen Darstellerinnen geworden, die in den 1890er Jahren mit der Pollard Opera Company in Neuseeland und Australien zu Ruhm gelangten. Doch in ihren jungen Jahren musste sie wegen ihres Übermuts und frechem Auftreten häufig einen Teil ihrer Gage als Strafe zahlen.[1]
In den späten 1890er Jahre war die Entwicklung der musikalischen Komödie ideal für May, konnte sie doch ihr Temperament voll ausspielen und bekam bald Hauptrollen in Musicals wie La poupée, The Belle of New York, The Geisha oder Florodora. Anfang 1902 verließ sie die Gruppe um Pollard und trat als Hauptattraktion zusammen mit verschiedenen Musical-Comedy-Gruppen in Australien und Neuseeland auf.[1]
England
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1906 ging May zusammen mit dem Komiker Edward Lauri, der unter dem bürgerlichen Namen Edward James Lowe bekannt war, nach England. Sie heirateten am 8. Dezember 1908 in London und hatte eine Tochter. May und Edward traten zusammen in Großbritannien und Irland auf und hatten Erfolg mit ihren Pantomimen, Musicals und kurzen musikalischen gemischten Darbietungen. Edward schrieb Stücke, die May in den Music Halls und Varietés zum Besten geben konnte. Als ihr Mann am 9. Januar 1919 in London verstarb, spielte sie noch von 1920 bis 1921 das Stück The Shop Girl am Gaiety Theatre und das Stück Sybil am Daly's Theatre, beide in London.[1]
Ende 1922 kehrte sie nach Neuseeland und Australien zurück, um in dem Stück The O'Brien Girl aufzutreten. In den Jahren 1928 und 1929 tourte sie mit den Stücken The Girl Friend und Hit the Deck erneut durch die beiden Länder und hatte mit ihrer gezeigten Vitalität und Energie Erfolg bei den Zuschauern.[1]
Kalifornien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1930 ging May nach Kalifornien und ließ sich in Hollywood nieder. Sie spielte dort von 1930 bis 1943 in über 70 Filmen, meist in Nebenrollen kleinerer bis mittlerer Größe. Sie wurde darüber aber nicht berühmt und blieb oft im Abspann unerwähnt.[1] Nicht selten spielte sie britische Figuren, wobei sie unterschiedlichste ältere Frauen wie Haushälterinnen, Vermieterinnen, Krankenschwestern, Adelsdamen, Mütter, Großmütter und Tanten darstellte.
May Beatty verstarb am 1. April 1945 im Alter von 64 Jahren in Azusa, am Rande von Los Angeles.[1]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1930: The Benson Murder Case
- 1930: Ex-Flame
- 1931: East Lynne
- 1931: Chances
- 1931: Der Weg nach Singapur (The Road to Singapore)
- 1932: The Man Called Back
- 1932: Vanity Street
- 1933: Horse Play
- 1933: Ann Vickers
- 1933: Rainbow Over Broadway
- 1934: The Little Minister
- 1935: Jahrmarkt der Eitelkeiten (Becky Sharp)
- 1935: Mad Love
- 1935: Here Comes the Band
- 1935: The Girl Who Came Back
- 1935: The Widow from Monte Carlo
- 1936: Tödliche Strahlen (The Invisible Ray)
- 1936: Der kleine Lord (Little Lord Fauntleroy)
- 1936: Show Boat
- 1936: Frauenehre (Private Number)
- 1936: The White Angel
- 1936: Der Satan und die Lady (Satan Met a Lady)
- 1936: Signale nach London (Lloyd's of London)
- 1936: Die Kameliendame (Camille)
- 1937: The Romance of Robert Burns
- 1937: Call It a Day
- 1937: She Loved a Fireman
- 1938: One Wild Night
- 1938: They're Always Caught
- 1938: Mr. Moto und der Kronleuchter (Mysterious Mr. Moto)
- 1938: Wenn ich König wäre (If I Were King)
- 1938: I Am a Criminal
- 1939: Union Pacific (Union Pacific)
- 1939: Die Abenteuer des Sherlock Holmes (The Adventures of Sherlock Holmes)
- 1939: Die Frauen (The Women)
- 1939: Eternally Yours
- 1939: Ihr seid nicht allein (We Are Not Alone)
- 1940: That Inferior Feeling
- 1940: Vigil in the Night
- 1940: Die Irrwege des Oliver Essex (My Son, My Son!)
- 1940: Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice)
- 1941: Dressed to Kill
- 1941: I Wake Up Screaming
- 1942: This Above All
- 1943: Auf ewig und einen Tag (Forever and a Day)
- 1943: Heimweh (Lassie Come Home)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Downes: Beatty, May. In: Department of Internal Affairs (Hrsg.): The Dictionary of New Zealand Biography 1870–1900. Volume II. Bridget Williams Books, Wellington 1993 (englisch, Online [abgerufen am 3. Januar 2025]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- May Beatty. In: The Movie DB. Abgerufen am 3. Januar 2025 (englisch).
- May Beatty bei IMDb
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beatty, May |
| KURZBESCHREIBUNG | neuseeländische Sängerin und Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 4. Juni 1880 |
| GEBURTSORT | Christchurch Neuseeland |
| STERBEDATUM | 1. April 1945 |
| STERBEORT | Azusa, Kalifornien, Vereinigte Staaten |