Max Rubner-Institut
| Max Rubner-Institut — MRI — | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Bund |
| Stellung | Forschungsinstitut |
| Aufsichtsbehörde | Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat |
| Gründung | 1. Januar 2008 |
| Hauptsitz | Karlsruhe |
| Präsidentin | Tanja Schwerdtle |
| Bedienstete | 700 |
| Haushaltsvolumen | 68,4 Mio. EUR (2024)[1] |
| Netzauftritt | www.mri.bund.de |
Das Max Rubner-Institut (MRI), Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, ist eine Bundesoberbehörde der Bundesrepublik Deutschland im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Die Forschungsarbeiten des MRI umfassen die Bereiche Qualität, Sicherheit und Authentizität von Lebensmitteln sowie eine ausgewogene und nachhaltige Ernährung in allen Lebensphasen. Der Schwerpunkt liegt im gesundheitlichen Verbraucherschutz im Ernährungsbereich.[2] Auf diesem Gebiet berät das MRI das BMLEH.
Namensgeber des Instituts ist der Mediziner und Physiologe Max Rubner (1854–1932). Er legte mit seinen Arbeiten den Grundstein der modernen Ernährungswissenschaft.[3]
Hauptsitz der Einrichtung ist Karlsruhe. Weitere Standorte sind Kiel, Detmold und Kulmbach.[2] Insgesamt beschäftigt das Institut um die 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den verschiedenen Standorten.
Das MRI ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Vorgängerinstitution des MRI war bis zum 1. Januar 2008 die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel.[4] Sie entstand zum 1. Januar 2004 durch die Zusammenlegung folgender Institutionen:
- Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung in Detmold und Münster
- Bundesanstalt für Milchforschung in Kiel
- Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe
- Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach
- Institutsteil „Fischqualität“ des Instituts für Fischereitechnik und Fischqualität der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg
Präsidenten und Präsidentin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2008–2016: Gerhard Rechkemmer
- 2017–2024: Pablo Steinberg
- seit 2024: Tanja Schwerdtle
Aufgabe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgabe des MRI ist es, mit hochwertiger Forschung und kompetenter Beratung in den Bereichen Ernährung und Lebensmittel der Politik wissenschaftliche Entscheidungshilfe zu bieten.[2]
Institutsgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das MRI umfasst fünf Institute und zwei Zentren:[2]
- Institut für Ernährungsepidemiologie und -physiologie
- Institut für Ernährungsverhalten
- Institut für Ernährungs- und Lebensmittelmikrobiologie
- Institut für pflanzliche Lebensmittel
- Institut für tierische Lebensmittel
- Nationales Referenzzentrum für authentische Lebensmittel (NRZ-Authent)
- Innovationszentrum für Lebensmittel und Prozesstechnologien
Am MRI sind die Nationale Stillkommission (NSK), nationale Referenzlaboratorien und die Leitstelle zur Überwachung der Umweltradioaktivität angesiedelt.
Zentrale Projekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das MRI ist zuständig für das altersübergreifende Nationale Ernährungsmonitoring (nemo),[5] mit dem repräsentative Daten zu Ernährungsverhalten, Lebensmittelverzehr, Nährstoffzufuhr und Nährstoffstatus der Bevölkerung erhoben werden. Das vom MRI durchgeführte Produktmonitoring, mit dem die Energie-, Zucker-, Fett- und Salzgehalte von Fertigprodukten erfasst werden, ist eine wichtige Säule der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie der Bundesregierung.[2] Überdies betreut das MRI den Bundeslebensmittelschlüssel, der in der aktuellen Version 4.0 Nährwerttabellen für 7.140 Lebensmittel (Stand 2026) enthält.[6]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der erste Präsident des MRI, Gerhard Rechkemmer, war zeitgleich ehrenamtlich im Direktionsteam des International Life Science Institute (ILSI) tätig. Das ILSI wird großteils von Industrie- und Lebensmittelkonzernen wie Coca-Cola, Mars, McDonald’s oder Monsanto finanziert.[7] Auch der ehemalige Präsident, Pablo Steinberg, war an mehreren ILSI-Projekten beteiligt.[8]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bundeshaushalt digital. Haushaltsstelle 1015. In: bundeshaushalt.de. Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 7. Mai 2026.
- 1 2 3 4 5 Max Rubner-Institut. In: mri.bund.de. Abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ Max Rubner. In: mri.bund.de. Abgerufen am 24. Februar 2017.
- ↑ Historie des Max Rubner-Instituts. In: mri.bund.de. Abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ nemo-Studie.de
- ↑ Was ist neu im BLS 4.0? In: blsdb.de. Abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Top-Beamter in doppelter Mission. In: Spiegel Online. Abgerufen am 11. Oktober 2017.
- ↑ Der lange Arm der Industrie. Einflussnahme auf Forschung und Behörden in Deutschland im Bereich Gentechnik und Lebensmittelsicherheit. (PDF; 1,9 MB) In: testbiotech.org. Abgerufen am 11. Oktober 2017.
Koordinaten: 49° 0′ 49,7″ N, 8° 25′ 35,3″ O
- Landwirtschaftsbehörde (Deutschland)
- Forschungsinstitut in Karlsruhe
- Landwirtschaftliches Forschungsinstitut
- Behörde (Karlsruhe)
- Organisation (Ernährungswissenschaft)
- Organisation (Lebensmittelchemie)
- Ressortforschungseinrichtung
- Forschungseinrichtungsgründung 2004
- Bundesbehörde (Deutschland)
- Deutsche Organisation (Essen und Trinken)
- Oststadt (Karlsruhe)
- Ernährungswissenschaft (Deutschland)
- Landwirtschaft (Baden-Württemberg)
