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Max Boot

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Max Boot (2024)

Max A. Boot (* 12. September 1969 in Moskau, Sowjetunion) ist ein US-amerikanischer Autor, Kolumnist und Militärhistoriker. Er hat für Publikationen wie The Weekly Standard, die Los Angeles Times und The New York Times geschrieben und ist Autor mehrerer Bücher zu Militärgeschichte und Politik.

Boot wurde in Moskau geboren. Seine Eltern und seine Großmutter, allesamt russische Juden, wanderten aus der Sowjetunion aus; sein Vater 1973 nach New York, er selbst, seine Mutter und seine Großmutter 1976 nach Los Angeles, wo er aufwuchs und schließlich die US-Staatsbürgerschaft annahm.[1][2] Boot besuchte die University of California, Berkeley, wo er 1991 einen Bachelor of Arts in Geschichte erwarb, sowie die Yale University, wo er 1992 einen MA in Diplomatischer Geschichte erwarb.[3] Er begann seine Karriere im Journalismus mit dem Verfassen von Kolumnen für die Berkeley Studentenzeitung The Daily Californian.

Von 1992 bis 1994 war er Redakteur und Autor beim Christian Science Monitor. Danach arbeitete er acht Jahre lang beim Wall Street Journal. Boot verließ das Journal im Jahr 2002, um als Senior Fellow für Nationale Sicherheitsstudien zum Council on Foreign Relations zu wechseln. Daneben bloggte er, veröffentlichte Beiträge in verschiedenen Medien wie der Washington Post, New York Times, der Financial Times oder Foreign Affairs. Er tritt zudem regelmäßig als Redner auf und ist häufig zu Gast in Radio- und Fernsehnachrichtensendungen. Er hat Vorträge an zahlreichen militärischen Einrichtungen gehalten, darunter an den War Colleges der US-Armee und der Marine, an der John F. Kennedy Special Warfare School und an der United States Naval Academy.[3] Als produktiver Autor hat Boot zudem mehrere Bücher veröffentlicht, darunter Bücher in der Bestseller-Liste der New York Times.[4] Außerdem war er 2004 als Mitglied des Project for the New American Century (PNAC) tätig.[5]

Boot war außenpolitischer Berater von Senator John McCain während dessen Wahlkampfes bei den US-Präsidentschaftswahlen 2008, den er lobte und mit Theodore Roosevelt verglich.[6][7] 2012 beriet er Mitt Romney. In den Jahren 2015 und 2016 war Boot Wahlkampfberater von Marco Rubio bei den Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahl 2016 und lehnte Trumps Präsidentschaftskandidatur 2016 entschieden ab.[8] Boot erklärte im März 2016, er würde „lieber für Josef Stalin stimmen als für Donald Trump“.[9] Nach Trumps Wahl äußerte sich Boot wiederholt kritisch über die Republikanische Partei. Boot ist Mitglied des Beirats der Renew Democracy Initiative, einer 2017 gegründeten überparteilichen Organisation.[10] Er hat zudem an den Konferenzen der Bilderberg-Gruppe teilgenommen.[11]

Politische Positionen

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In einem Gastbeitrag für Foreign Policy im September 2017 skizzierte Boot seine politischen Ansichten wie folgt: „Ich bin sozial liberal: Ich setze mich für LGBTQ-Rechte, das Recht auf Abtreibung und Einwanderung ein. Ich bin fiskalisch konservativ: Ich bin der Meinung, dass wir das Defizit abbauen und die Sozialausgaben in den Griff bekommen müssen. Ich bin umweltbewusst: Ich halte den Klimawandel für eine große Bedrohung, der wir begegnen müssen. Ich bin für Freihandel: Ich bin der Meinung, dass wir neue Handelsabkommen abschließen sollten, anstatt aus alten auszusteigen. Ich setze mich stark für die Verteidigung ein: Ich bin der Meinung, dass wir unser Militär aufstocken müssen, um mit mehreren Feinden fertig zu werden. Und ich bin sehr dafür, dass Amerika eine Führungsrolle in der Welt übernimmt: Ich glaube, es liegt in unserem eigenen Interesse, Freiheit und freie Märkte zu fördern und zu verteidigen, wie wir es in der einen oder anderen Form seit mindestens 1898 tun.“[12]

Boot war einer der frühesten Unterstützer des Irakkriegs. Im Oktober 2001 schlug er in einem Artikel mit dem Titel „The Case for American Empire“ vor, dass die Vereinigten Staaten ihr militärisches Engagement gegenüber anderen Ländern erheblich verstärken müssten, und verglich seinen Vorschlag, in Afghanistan und den Irak einzumarschieren, mit der Rolle der USA bei der Niederlage der Nazis.[13] Später unterstützte er auch militärische Interventionen der USA in Libyen und Syrien und sprach sich für eine unbeschränkte Besetzung Afghanistans aus.[14][15][16] Boot ist ein entschiedener Befürworter von Israel[17] und sprach sich gegen den Abbau der israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland aus.[18] Im März 2019 schlug Boot vor, den Begriff „Neokonservative“ nicht mehr zu verwenden, da der Begriff „neokonservatives Denken“ laut seiner Meinung fälschlicherweise mit der Befürwortung der Invasion und Besetzung des Irak durch die Vereinigten Staaten in Verbindung gebracht werde.[19]

Nach 2016 hatte der einstige Konservative Boot mit der Republikanischen Partei gebrochen.[20] Boot hat angedeutet, dass, falls konservative Fernsehnachrichtensender – Fox News Channel, One America News und Newsmax – nicht „aufhören, Lügen zu verbreiten“, mit ihnen „genauso verfahren“ werden sollte, „wie wir es mit ausländischen Terroristengruppen tun“.[21]

Boot lebt in New York City, ist Vater von drei Kindern[3] und mit der Südkoreanerin Sue Mi Terry verheiratet, einer CIA-Geheimdienstanalystin für Ostasien, die ebenfalls für den Council on Foreign Relations tätig ist. Am 16. Juli 2024 wurde Terry unter dem Vorwurf festgenommen, als nicht registrierte Agentin für den Geheimdienst von Südkorea tätig gewesen zu sein. Angeblich nutzte Terry ihre Positionen bei Thinktanks, um heimlich südkoreanische Interessen zu fördern, unter anderem durch die Weitergabe nicht öffentlicher Informationen der US-Regierung und die Beeinflussung der Politik. Im Gegenzug soll sie Luxusgüter, teure Mahlzeiten und finanzielle Mittel für ihr Programm zur öffentlichen Politik erhalten haben.[22]

  • Reagan: His Life and Legend. Liveright Publishing Corporation/W.W. Norton & Company, 2024, ISBN 978-0-87140-944-7.
  • The Corrosion of Conservatism: Why I Left the Right. Liveright Publishing Corporation/W. W. Norton & Company, 2018, ISBN 978-1-63149-567-0.
  • The Road Not Taken: Edward Lansdale and the American Tragedy in Vietnam. Liveright Publishing Corporation/W. W. Norton & Company, 2018, ISBN 978-0-87140-941-6.
  • Invisible Armies: An Epic History of Guerrilla Warfare from Ancient Times to the Present. Liveright, 2013, ISBN 978-0-87140-424-4.
  • War Made New: Technology, Warfare, and the Course of History, 1500 to Today. Gotham Books, 2006, ISBN 1-59240-222-4.
  • The Savage Wars of Peace: Small Wars and the Rise of American Power. Basic Books, 2002, ISBN 0-465-00721-X.
  • Out of Order: Arrogance, Corruption and Incompetence on the Bench. Basic Books, 1998, ISBN 0-465-05375-0.
Commons: Max Boot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Max Boot: Opinion – I came to this country 41 years ago. Now I feel like I don’t belong here. In: The Washington Post. 5. September 2017, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  2. Max Boot News – The New York Times. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2013; abgerufen am 27. April 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 Biography. In: LA Times. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. Mai 2005; abgerufen am 27. April 2026.
  4. Hardcover Nonfiction Books – Best Sellers – Books – Sept. 29, 2024 – The New York Times. In: The New York Times. ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  5. Project for the New American Century. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2004; abgerufen am 27. April 2026.
  6. The War Over the Wonks. Abgerufen am 27. April 2026.
  7. Max Boot – Council on Foreign Relations. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juni 2011; abgerufen am 27. April 2026 (englisch).
  8. Jesse Scheckner: Former adviser: Marco Rubio turning into ‘Trump lickspittle’ a ‘monumental disappointment’. In: Florida Politics – Campaigns & Elections. Lobbying & Government. 26. Oktober 2021, abgerufen am 27. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  9. Alexander Burns: Anti-Trump Republicans Call for a Third-Party Option. In: The New York Times. 2. März 2016, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  10. Our Team. In: RDI. Abgerufen am 27. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  11. Bilderberger-Teilnehmerliste 2009
  12. Max Boot: I Would Vote for (a Sane) Donald Trump. In: Foreign Policy. 28. April 2026, abgerufen am 27. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  13. The Case for American Empire. In: Washington Examiner. 15. Oktober 2001 (washingtonexaminer.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  14. Max Boot: Max Boot: Obama's Step Forward on Libya. In: Wall Street Journal. 18. Juli 2011, ISSN 0099-9660 (wsj.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  15. Max Boot: Opinion – Trump might give Iran an incalculable windfall. In: The Washington Post. 2. April 2018, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  16. Max Boot: Why winning and losing are irrelevant in Syria and Afghanistan. 30. Januar 2019, abgerufen am 27. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  17. Peter Beinart: Why do America’s liberal hawks attack Russia while giving Israel a free pass? In: The Guardian. 29. Januar 2024, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  18. Jeffrey Goldberg: Max Boot, Palestinian? In: The Atlantic. 21. Mai 2008, abgerufen am 27. April 2026 (englisch).
  19. Max Boot: Opinion – It’s time to retire the ‘neocon’ label. In: The Washington Post. 13. März 2019, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  20. Max Boot: Op-Ed: The Republican Party is dead. 8. Mai 2016, abgerufen am 27. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  21. Max Boot: Opinion – Trump couldn’t have incited sedition without the help of Fox News. In: The Washington Post. 18. Januar 2021, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 27. April 2026]).
  22. Former Government Official Arrested For Acting As Unregistered Agent Of South Korean Government. Abgerufen am 27. April 2026.