Aus seiner Geschichte heraus ist das Max-Josef-Stift der Tradition verpflichtet, Mädchen eine moderne und ihren Bedürfnissen angepasste Förderung angedeihen zu lassen. Ziel ist es dabei, die Schülerinnen jenseits von Rollenklischees und einseitigen Geschlechterzuschreibungen zu eigenständigen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten herauszubilden
Je nach Jahrgangsstufe werden in den MINT-Fächern unterschiedliche Wahlkurse, Projekte und Exkursionen durchgeführt, die den Schülerinnen den Zugang zu diesen Fächern erschließen und sie zu eigenständigem Experimentieren und Forschen anleiten sollen.
Die Schülerinnen werden ferner dazu ermutigt, an diversen Wettbewerben in diesen Fächern teilzunehmen. In diesem Rahmen erhielten Schülerinnen des Max-Josef-Stifts zahlreiche Auszeichnungen, so z. B. im Rahmen der International Science Olympiade, der Biologie-Olympiade, der Chemie-Olympiade, des Wettbewerbs „Experimente antworten“, des Siemens-Preises, des Hans-Riegel-Fachpreises für Chemie sowie des „Jugend forscht“-Programms der Bundesregierung. Ferner erhielt das Max-Josef-Stift als Anerkennung seiner besonderen Förderung von Schülerinnen im Fach Chemie die Schulförderung durch den Fonds der Chemischen Industrie.
Um die Schülerinnen bei der Entwicklung persönlicher und sozialer Schlüsselkompetenzen zu unterstützen, setzt das Max-Josef-Stift ein Präventions- und Lebenskompetenz-Programm um, das die Schülerinnen in jeder ihrer Entwicklungsphasen gezielt stärken soll. Hierzu gehören u. a. die Projekte Erwachsen Werden (entwickelt im Auftrag von Lion’s Quest), Sei g’scheit im digitalen Leben (entwickelt von der Bayerischen Polizei), Body Talk (ein Projekt zur Prävention von Essstörungen), 8ung Leben (ein Projekt zur Suchtprävention, entwickelt in Zusammenarbeit mit ConDrobs), Sichere Wiesn (durchgeführt von Sozialpädagoginnen von Amyna), u. a.
Das Max-Josef-Stift ist mit seinen Schülerinnen jährlich am Aktionstag „Girl’s Day“ präsent, der Mädchen für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistern soll. Im Rahmen des Faches Wirtschaft und Recht nehmen die Schülerinnen an zahlreichen Wettbewerben und Planspielen teil, u. a. am „Börsenplanspiel“ der Stadtsparkasse München und am Unternehmensplanspiel „Play the Market“ des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft. Im Rahmen der Fächer Geschichte und Sozialkunde wurden Schülerinnen u. a. mehrfach für den „History Club“ der Ludwig-Maximilians-Universität ausgewählt, bewarben sich für das Europäische Jugendparlament und nahmen an einem „Digitalen Europatag“ mit einer Europaabgeordneten teil. Auch darüber hinaus bindet die Schule diverse mädchenpädagogische Projekte und Aktionen in den Schulalltag ein. So konnte im Jahr 2021 die Ausstellung „Wondergirls – Unsere Reise zu den mutigsten Mädchen der Welt“ im Schulhaus gezeigt werden.
Die Schülerinnen können auf Wunsch am kostengünstigen Ganztagesangebot der Schule teilnehmen, am sogenannten „Tagesheim“. Hier erhalten sie ein in der schuleigenen Küche frisch zubereitetes Mittagessen sowie eine Hausaufgabenbetreuung („Studierzeit“) durch Lehrkräfte der Schule. Ein integriertes Zusatzprogramm bietet Nachhilfe durch die Lehrkräfte, Freizeitbeschäftigungen sowie eine Teepause an. Das Tagesheim verfügt über ca. 110 Plätze.
Das Internat (aktuelle Leitung: Christa Cuomo), dessen Gebäude unmittelbar an das Schulgebäude angegliedert ist, verfügt über rund 65 Plätze. Die Schülerinnen sind in Doppelzimmern, in älteren Jahrgangsstufen auch in Einzelzimmern untergebracht. Sie nehmen am Ganztagesangebot der Schule teil, werden darüber hinaus aber noch in einer zusätzlichen Studierzeit beim Lernen betreut. Schwerpunkte in der Freizeit sind Instrumentalgruppen, Bewegungskünste (Majostics), Ballsport, Aerobic, Tanz, Theater, Tischtennis, Kicker, Billard und kreatives Gestalten im Atelier. Aufgrund des musischen Schwerpunktes der Schule wird den Internatsschülerinnen zudem an drei Tagen in der Woche betreutes Musiküben angeboten.
Vorbild für die Schulgründung waren die Maisons d'éducation de la Légion d'honneur, Anfang des 19. Jahrhunderts von Napoleon ins Leben gerufene Mädcheninternate für die Töchter der französischen Ehrenlegionäre in Écouen und Saint-Denis. Unter dem Einfluss aufklärerischer Konzepte, der in Bayern insbesondere durch den Außen- und Innenminister Maximilian von Montgelas personifiziert war, schuf der Staat in München eine höhere Schule für Mädchen, die zunächst Maximilians-Stift hieß. Finanziert wurde die Schule hauptsächlich über das Vermögen der Englischen Fräulein, das im Zuge der Säkularisation enteignet worden war. Zunächst sollte das Maximilians-Stift sogar das Gebäude der geschlossenen Schule der Englischen Fräulein beziehen, das der Staat übernommen hatte; dazu kam es allerdings nicht. Konzipiert als Höhere Töchterschule, unterstand es unmittelbar Montgelas als Innenminister. Erste Schulleiterin war Thérèse Chardoillet, zuvor Lehrerin im Mädcheninternat für Töchter der Ehrenlegionäre in Écouen.[3]
Das Lehrpersonal bestand aus Staatsbeamten. Der Lehrplan unterschied sich von den geschlossenen kirchlichen Schulen nur insofern, als Fremdsprachen größeren Raum einnahmen; Sprachen und Religion lehrten teilweise männliche Gymnasiallehrer. Zunächst wurden die meisten Fächer in französischer Sprache unterrichtet, jedenfalls bis 1830, als Chardoillets Direktorat endete. Zu Beginn wurden 60 Schülerinnen aufgenommen. Die Einrichtung stand damals ausschließlich Mädchen aus Kreisen des Adels, des Offizierskorps und der höheren Beamtenschaft offen, wobei die Konfession keine Rolle spielte (sowohl Katholikinnen als auch Lutheranerinnen waren zugelassen).[4]
In den Jahren 1837 bis 1841 erbaute Friedrich von Gärtner in der Münchner Ludwigstraße ein neues Gebäude, das die Schule beinahe hundert Jahre lang beherbergte (siehe Kurt-Huber-Platz 2). 1856 erhielt die Mädchenschule durch Beschluss des bayerischen Königs Maximilian II. den Namen „Max-Joseph-Stift“;[5] Gärtners Schulbau ist noch heute unter diesem Namen bekannt. 1938 nahmen jedoch die Nationalsozialisten das Gebäude und das umliegende Grundstück in Beschlag. Auf dem Grund entstand der Neubau des Hauses des Deutschen Rechts; das Max-Joseph-Stift wurde in die Planungen einbezogen. Die Schule zog um in ihr heutiges Schulhaus in Bogenhausen, Mühlbaurstraße 15. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Unterricht eingestellt und ein Lazarett in dem Bogenhausener Schulhaus untergebracht. 1946 übernahm die United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) das Haus und betrieb dort ein Krankenhaus für Überlebende der deutschen Konzentrationslager. Der Schulunterricht des Max-Josef-Stifts fand in dieser Zeit im Kloster Beuerberg statt. Als 1951 das Krankenhaus geschlossen wurde, kehrte die Schule nach Bogenhausen zurück.[6] Im alten Max-Joseph-Stift an der Ludwigstraße befinden sich heute Einrichtungen des Juristischen Seminars der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Die Schule wurde am 27. Mai 1813 von König Maximilian I. Joseph in dem Bestreben gegründet, erstmals Mädchen eine höhere Bildung im säkularisierten neuen Königreich Bayern angedeihen zu lassen. Unter dem Einfluss aufklärerischerKonzepte, vertreten insbesondere durch den Außen- und Innenminister Maximilian von Montgelas, schuf der Staat in München diese „Königliche Erziehungs-Anstalt für Töchter aus höheren Ständen“, die zunächst „Maximilians-Stift“ hieß. Erst 1856 erhielt die Schule durch Beschluss des bayerischen Königs Maximilian II. dann den Namen „Max-Joseph-Stift“.
Vorbild für die Schulgründung waren die in ihrer Zeit fortschrittlichen Maisons d’éducation de la Légion d’honneur, Anfang des 19. Jahrhunderts von Napoleon ins Leben gerufene Mädcheninternate für die Töchter der französischen Ehrenlegionäre in Écouen und Saint-Denis. Die Schule in St. Denis ist bis heute Partnerschule des Max-Josef-Stift geblieben. Konzipiert als Höhere Töchterschule unterstand es unmittelbar Montgelas als Innenminister. Erste Schulleiterin war Thérèse Chardoillet, die zuvor Lehrerin im Mädcheninternat für Töchter der Ehrenlegionäre in Écouen gewesen war.
Zu Beginn wurden 60 Schülerinnen aufgenommen. Die Einrichtung stand damals ausschließlich Mädchen aus Kreisen des Adels, des Offizierskorps und der höheren Beamtenschaft offen, wobei die Konfession keine Rolle spielte (sowohl Katholikinnen als auch Lutheranerinnen waren zugelassen).
Das Lehrpersonal bestand aus Staatsbeamten. Der Lehrplan unterschied sich von den damals zunächst geschlossenen kirchlichen Schulen insofern, als Fremdsprachen größeren Raum einnahmen; Sprachen und Religion lehrten teilweise männliche Gymnasiallehrer. Die meisten Fächer wurden (noch bis ins 20. Jahrhundert hinein) in französischer Sprache unterrichtet.
Wichtige geschichtliche Impressionen des Gymnasiums Max-Josef-Stift sind neben den intensiven Beziehungen zum bayerischen Königshaus zahlreiche Ausflüge der Schülerinnen in ihrer Schultracht unter anderem durch Schwabing, nach Grünwald oder auch ins Voralpengebiet, festgehalten von Malern wie Spitzweg und Werefkin.
Noch heute erforscht das hauseigene Archiv besonders intensiv die Geschichte der Schule im Nationalsozialismus, als z. B. die unbeugsame Direktorin Gräfin v. Lambsdorff aufgrund der Gleichschaltung und der Rassengesetze mit einem Protestbrief ihren Dienst quittierte. Alteingesessenen Münchner ist das Stift auch noch aus Kriegszeiten ein Begriff: Schülerinnen des Stifts retteten vom nahegelegenen Georgianum aus im März 1943 bei den schweren Luftangriffen auf die Staatsbibliothek als Teil der Menschenkette die dortigen Bestände.
Zahlreiche Dokumente und produktive Rezeptionen zur NS-Zeit, insbesondere zum NS-Schulalltag, Kriegsdienst, Schicksal von jüdischen Mitschülerinnen und der Bombardierung der Schule finden sich im zweiten Band der Festschrift zum 200. Jubiläum.
Vorerst befanden sich die Räumlichkeiten der Schule in einem Palais von Cuvillié am Münchner Oberanger, doch in den Jahren 1837 bis 1841 erbaute Münchens damals (neben Leo von Klenze) wohl berühmtester Architekt Friedrich von Gärtner in der Ludwigstraße (heute Professor-Huber-Platz) ein Gebäude, welches die Mädchenschule beinahe einhundert Jahre lang beherbergte. Gärtners Schulbau ist noch bis jetzt unter diesem Namen bekannt, allerdings ist heute in dem ehemaligen Schulgebäude das Juristische Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München untergebracht.
1938 nahmen jedoch die Nationalsozialisten das Gebäude und das umliegende Grundstück in Beschlag. Auf dem Grund entstand der Neubau des Hauses des Deutschen Rechts; das Max-Joseph-Stift zog um in sein heutiges Schulhaus in Bogenhausen, Mühlbaurstraße 15. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Unterricht eingestellt und ein Lazarett in dem Bogenhausener Schulhaus untergebracht. 1946 übernahm die United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) das Haus und betrieb dort ein Krankenhaus für Überlebende der deutschen Konzentrationslager. Der Schulunterricht des Max-Josef-Stifts fand in dieser Zeit im Kloster Beuerberg statt. Als 1951 das Krankenhaus geschlossen wurde, kehrte die Schule nach Bogenhausen zurück. Im alten Max-Joseph-Stift an der Ludwigstraße befinden sich heute Einrichtungen des Juristischen Seminars der Ludwig-Maximilians-Universität München.