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Maurice Mandelbaum

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Maurice Mandelbaum (* 9. Dezember 1908 in Chicago; † 1. Januar 1987 in Hanover, New Hampshire) war ein US-amerikanischer Philosoph, der vor allem für seine Beiträge zur Geschichtsphilosophie, Erkenntnistheorie und Phänomenologie bekannt wurde. Er gilt als ein Hauptvertreter des amerikanischen Kritischen Realismus im 20. Jahrhundert.

Mandelbaum erwarb seinen Bachelor und Master am Dartmouth College und wurde an der Yale University promoviert. Er lehrte als Professor für Philosophie am Swarthmore College sowie am Dartmouth College und der Johns Hopkins University, wo er 1967 zum ersten Andrew Mellon Professor of Philosophy ernannt wurde. 1962 amtierte er als Präsident der Eastern Division der American Philosophical Association. 1973 wurde Mandelbaum in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.[1]

Geschichtsphilosophie und Antirelativismus

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In seinem Werk The Problem of Historical Knowledge (1938) wandte sich Mandelbaum gegen den historischen Relativismus von Denkern wie Benedetto Croce oder Karl Mannheim. Er argumentierte, dass historische Erkenntnis objektiv sein könne, wenn sie auf einer Analyse kausaler Strukturen beruhe.[2] Dabei betonte er, dass Historiker Tatsachen nicht nach Belieben konstruieren, sondern reale Beziehungen zwischen Ereignissen entdecken.[3][4]

Kritischer Realismus

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Mandelbaum verteidigte in Philosophy, Science and Sense Perception (1964) einen Kritischen Realismus. Er lehnte den Naiven Realismus ab und argumentierte, dass Wahrnehmung zwar physiologisch vermittelt ist (etwa durch die Optik der Sinnesorgane), aber dennoch direkten Bezug auf eine bewusstseinsunabhängige Außenwelt nimmt.[5] Er unterschied dabei strikt zwischen primären und sekundären Qualitäten von Objekten.[6]

Phänomenologie der Moral

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Sein Buch The Phenomenology of Moral Experience (1955) gilt als Pionierarbeit an der Schnittstelle zwischen kontinentaler Phänomenologie und analytischer Ethik. Mandelbaum beschrieb moralische Erfahrungen als „geforderte Handlungen“ (moral demands), die dem Subjekt als objektive Anforderungen der Situation entgegentreten.[7] Er grenzte sich damit von rein subjektivistischen oder emotivistischen Ethiktheorien ab.[8]

Schriften (Auswahl)

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  • The Problem of Historical Knowledge: An Answer to Relativism. 1938.
  • The Phenomenology of Moral Experience. 1955.
  • Philosophy, Science and Sense Perception: Historical and Critical Studies. 1964.
  • History, Man, and Reason: A Study in Nineteenth-Century Thought. 1971.
  • The Anatomy of Historical Knowledge. 1977.
  • Philosophy, History, and the Sciences: Selected Critical Essays. 1984.
  • Ian Verstegen (Hrsg.): Maurice Mandelbaum and American Critical Realism. Routledge, London/New York 2010, ISBN 978-0-415-47302-6.

Einzelnachweise

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  1. Book of Members 1780–present, Chapter M. (PDF; 1,3 MB) In: amacad.org. American Academy of Arts and Sciences, abgerufen am 2. Mai 2026 (englisch).
  2. Maurice Mandelbaum: The Problem of Historical Knowledge: An Answer to Relativism. Liveright, New York 1938, S. 177 ff.
  3. Charles A. Beard: Review of Mandelbaum, The Problem of Historical Knowledge. In: The American Historical Review. Band 44, Nr. 3, 1939, S. 571.
  4. Nick Nielsen: Maurice Mandelbaum. In: Medium. 9. Dezember 2021, abgerufen am 2. Mai 2026 (englisch).
  5. Maurice Mandelbaum: Philosophy, Science and Sense Perception: Historical and Critical Studies. Johns Hopkins Press, Baltimore 1964, S. 171–200.
  6. Ian Verstegen (Hrsg.): Maurice Mandelbaum and American Critical Realism. Routledge, 2010, ISBN 978-0-415-47302-6, S. 45.
  7. Maurice Mandelbaum: The Phenomenology of Moral Experience. Free Press, Glencoe 1955, S. 54–60.
  8. John Drummond: Moral Phenomenology. In: Stanford Encyclopedia of Philosophy. Abgerufen am 2. Mai 2026