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Matthew Hunter

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Matthew Albert Hunter (* 1878 in Auckland, Neuseeland; † 24. März 1961 in Troy, New York) war ein neuseeländischer Metallurg, Forscher, Erfinder und Hochschullehrer der durch die Entwicklung des ersten industriellen Verfahrens zur Gewinnung von reinem Titan (Hunter-Prozess) internationale Bekanntheit erlangte. Er verbrachte den Großteil seiner Karriere als Professor und Dekan am Rensselaer Polytechnic Institute (RPI) in Troy, New York.[1]

Leben und Ausbildung

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Hunter besuchte in Auckland öffentliche Schulen und absolvierte seine Sekundarausbildung an der Auckland Grammar School. Seine akademische Ausbildung begann am Auckland University College, wo er 1900 den Bachelor und 1902 den Master of Science erlangte. Anschließend setzte er seine Studien in Europa fort, erwarb am University College London den Grad eines Doctor of Science und forschte an weiteren europäischen Universitäten (https://archives.rpi.edu/institute-history/matthew-hunter). Während dieses Auflandsaufenthalts lernte er seine spätere Ehefrau Mary Pond kennen. Nach seiner Überreise in die Vereinigten Staaten um das Jahr 1907 heirateten die beiden.[1]

Wissenschaftliche Karriere und der Hunter-Prozess

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Nach seiner Ankunft in den USA trat Hunter eine Stelle in den Forschungslaboren der General Electric Company (GE) an, wo er seine ersten Untersuchungen an Titan initiierte. Infolge der Wirtschaftskrise von 1908 verließ er GE und wechselte an das Rensselaer Polytechnic Institute (RPI), wo er zunächst als Dozent im Fachbereich Elektrotechnik lehrte.[1]

Obwohl das Element Titan bereits 1791 von William Gregor entdeckt worden war, erwies sich die Gewinnung in reiner Form als äußerst kompliziert. Frühere Versuche erreichten lediglich Reinheitsgrade von 95 % bis 98 %. Im Jahr 1910 gelang Hunter am RPI in Kooperation mit General Electric ein technologischer Durchbruch: Er isolierte elementares Titan mit einer Reinheit von 99,9 %.[2] Bei diesem als Hunter-Prozess bekannt gewordenen Verfahren wird Titantetrachlorid mit metallischem Natrium in einem luftdichten Stahlzylinder – einer sogenannten „Metallbombe“ – unter hohem Druck und hohen Temperaturen reduziert. Da die Verwendung von elementarem Natrium erhebliche Explosionsrisiken barg, verlagerte Hunter viele seiner Experimente ins Freie auf das Football-Feld des RPI-Campus. Ursprünglich hoffte er, das Metall aufgrund eines vermuteten extrem hohen Schmelzpunktes als Glühfaden in Glühlampen einsetzen zu können. Der Schmelzpunkt erwies sich zwar als zu niedrig für diesen Einsatzzweck, jedoch legten die Versuche die Basis für die Entdeckung zahlreicher anderer industriell wertvoller physikalischer und mechanischer Eigenschaften des Metalls.

Da der Hunter-Prozess im Chargenbetrieb arbeitet und verhältnismäßig ineffizient ist, blieb die Titanherstellung zunächst auf den Labor- und Kleinmaßstab beschränkt. In den 1940er-Jahren wurde das Verfahren weitgehend durch das wirtschaftlichere Kroll-Verfahren abgelöst, welches Magnesium statt Natrium als Reduktionsmittel nutzt. Dennoch gilt Hunters Arbeit als das Fundament für die kommerzielle Nutzung von Titanwerkstoffen in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik sowie im Militärwesen.[3]

Wirken am RPI und Auszeichnungen

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Hunter prägte die akademische Entwicklung des RPI über mehrere Jahrzehnte maßgeblich. Er stieg sukzessive in den akademischen Rängen auf, leitete fünf Jahre lang das Department für Elektrotechnik und baute das Department für Metallurgische Technik (Metallurgical Engineering) auf, dem er zwölf Jahre lang als Direktor vorstand. Von 1943 bis 1949 diente er als Dekan der Fakultät (Dean of Faculty) und gestaltete in dieser Funktion die Modernisierung der Lehrpläne in der Phase des starken Wachstums nach dem Zweiten Weltkrieg.

Für seine Verdienste in der Forschung und Lehre erhielt Hunter hochrangige Anerkennungen:

  • 1949: Verleihung der Ehrendoktorwürde durch das RPI.
  • 1951: Stiftung des Matthew Albert Hunter Prize in Metallurgical Engineering am RPI zur jährlichen Auszeichnung herausragender Studierender der Materialwissenschaften (p. 2, https://mse.rpi.edu/undergraduate/student-recognition-awards).
  • 1959: Auszeichnung mit der Goldmedaille der American Society for Metals für sein Lebenswerk zur Förderung der metallurgischen Ausbildung.

Im Oktober 2009 wurde er posthum in die Alumni Hall of Fame des RPI aufgenommen.

  1. 1 2 3 Autor ungenannt: Matthew A. Hunter | Institute Archives and Special Collections. Rensselaer Polytechnic Institute, 2020, abgerufen am 30. Mai 2026 (englisch).
  2. Autor ungenannt: Matthew-Arnold-Hunter. In: britannica.com. 2020, abgerufen am 30. Mai 2026 (englisch).
  3. Autor ungenannt: Alumni. In: alumni.rpi.edu. Rensselaer Polytechnic Institute, Office of Alumni Engagement, Heffner Alumni House, 2020, abgerufen am 30. Mai 2026.