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Matsu-Inseln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Matsu-Inseln
馬祖列島

Von oben nach unten, links nach rechts: Blick auf Dongju, Mazu-Tempel in Nangan, Tianao Mazu-Tempel in Xiju, Feldsteinhaus auf Beigan, Leuchtturm auf Dongyin, „Schwert von Matsu“-Denkmal
Emblem
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Flagge
Staat: Taiwan Republik China (Taiwan)
Landkreis: Lienchiang
Koordinaten: 26° 9′ N, 119° 56′ OKoordinaten: 26° 9′ 4″ N, 119° 55′ 38″ O
Fläche: 29,61 km²
 
Einwohner: 13.575 (Juli 2025[1])
Bevölkerungsdichte: 458 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC+8 (Chungyuan-Zeit)
Telefonvorwahl: (+886) (0)836
Postleitzahl: 209 – 212
ISO 3166-2: TW-LIE
 
Kreishauptstadt: Nangan
Gliederung: 4 Landgemeinden ()
Landrat: Wang Chung-ming (王忠銘) (KMT)
Webpräsenz:
Matsu-Inseln (Taiwan)
Matsu-Inseln (Taiwan)
Matsu-Inseln

Die Matsu-Inseln (chinesisch 馬祖列島 / 马祖列岛, Pinyin Mǎzǔ Lièdǎo, W.-G. Ma³-tsu³ Lieh⁴-tao³, Zhuyin ㄇㄚˇ ㄗㄨˇ ㄌㄧㄝˋ ㄉㄠˇ, Min Dong Mā-cū Liĕk-dō̤) sind eine Gruppe von 19 kleinen Inseln am nordwestlichen Rand der Taiwanstraße. Sie liegen vor der Küste der chinesischen Provinz Fujian, gehören jedoch zur Republik China (Taiwan), wo sie den Landkreis Lienchiang (連江縣)[Fn. 1] bilden. Sitz der Kreisregierung ist Nangan. Die Inseln haben eine Gesamtfläche von 29,61 km², die Einwohnerzahl betrug im Juli 2025 13.575 Menschen.[1][2]

Die Inseln sind nach der chinesischen Muttergottheit Matsu (媽祖 Māzǔ) benannt, einer unter Küstenbewohnern, Seeleuten und Fischern beliebten Gottheit.

(siehe auch: Taiwan-Konflikt)

Die Matsu-Inseln unterstehen ebenso wie der Landkreis Kinmen (Inselgruppen Kinmen und Wuqiu) seit dem Ende des Chinesischen Bürgerkriegs der in Jincheng (Kinmen) ansässigen Provinzverwaltung von Fujian (Republik China). Diese drei Inselgruppen sowie die Dongsha-Inseln und einige der Nansha-Inseln (darunter Taiping Dao) sind der einzige Teil des von der Republik China kontrollierten Gebietes, der nicht zur Provinz Taiwan oder zu einer der sechs regierungsunmittelbaren Städte auf der Insel Taiwan gehört.

Aus Sicht der Volksrepublik China ist die Inselgruppe administrativ die Gemeinde Mazu im Kreis Lianjiang, der zur bezirksfreien Stadt Fuzhou gehört. Mazu hat die Postleitzahl 350122206 der chinesischen Post.

In der Vergangenheit wurde der Konflikt zwischen Volksrepublik und Republik China wiederholt mit militärischen Mitteln und Drohgebärden ausgetragen. Genauso wie das ebenfalls nahe der Küste Fujians liegende Kinmen waren die Matsu-Inseln in der Vergangenheit stark von Militärpräsenz geprägt. Die seit Juli 1956 geltende Militärverwaltung der Inseln wurde erst am 7. November 1992 aufgehoben.[3]

Der von der Republik China verwaltete Teil des Landkreises Lienchang ist in vier Landgemeinden (, Xiāng)[Fn. 2] gegliedert, die wiederum aus Inseln (, dǎo, oder , ), Riffen und Dörfern bestehen.[2]

Landkreis Lienchang (連江縣 / 连江县)
Name Langzeichen Kurzzeichen Pinyin [km²][2] Einw.[4]
Gemeinde Nangan南竿鄉南竿乡Nángān Xiāng10,64507616
Nangan-Insel南竿島南竿岛Nángān Dǎo10,4332
Huangguan-Insel黃官嶼黄官屿Huángguān Yǔ0,1917
Liuquan-Riff劉泉礁刘泉礁Liúquán Jiāo0,0142
Beiquan-Riff北泉礁北泉礁Běiquán Jiāo0,0041
Xiejiao-Riff鞋礁鞋礁Xié Jiāo0,0018
Gemeinde Beigan北竿鄉北竿乡Běigān Xiāng8,94242920
Beigan-Insel北竿島北竿岛Běigān Dǎo6,4363
Daqin大坵大丘Dàqiū0,5373
Xiaoqiu小丘小丘Xiǎoqiū0,1604
Gaodeng高登高登Gāodēng1,3907
Wuming-Insel無名島无名岛Wúmíng Dǎo0,0774
Qiaotou峭頭峭头Qiàotóu0,0364
Jinyu進嶼進屿Jìn Yǔ0,0311
Sanlianyu三連嶼三连屿Sānlián Yǔ0,0254
Guiyu龜嶼龟屿Guī Yǔ0,0034
Bangshan蚌山蚌山Bèngshān0,0594
Luoshan螺山螺山Luóshān0,0488
Tiejiandao鐵尖島铁尖岛Tiějiān Dǎo0,0098
Queshi鵲石鹊石Quèshí0,0083
Hali蛤蜊蛤蜊Hálí0,0780
Zhongdao中島中岛Zhōng Dǎo0,0193
Baimiao白廟白庙Báimiào0,0188
Laoshu老鼠老鼠Lǎoshǔ0,0016
Gemeinde Juguang莒光鄉莒光乡Jǔguāng Xiāng5,25871528
Dongju-Insel東莒島东莒岛Dōngjǔ Dǎo2,6391
Xiju-Insel西莒島西莒岛Xījǔ Dǎo2,3651
Xiniu-Insel犀牛嶼犀牛屿Xīniú Yǔ0,0779
Dayu-Insel大嶼大屿Dà Yǔ0,0113
Lin'ao林坳林坳Línào0,1314
Sheshan蛇山蛇山Shéshān0,0315
Yongliu-Insel永留嶼永留屿Yǒngliú Yǔ0,0024
Gemeinde Dongyin東引鄉东引乡Dōngyǐn Xiāng4,75941511
Dongyin-Insel東引島东引岛Dōngyǐn Dǎo3,2193
Xiyin-Insel西引島西引岛Xīyǐn Dǎo1,1250
Liangdao-Insel亮島亮岛Liàng Dǎo0,3575
Langyan浪岩浪岩Làngyán0,0020
Nanyin南引南引Nányǐn0,0458
Shuangzi-Riff雙子礁双子礁Shuāngzǐ Jiāo0,0095
Beigu-Riff北固礁北固礁Běigù Jiāo0,0002

Etwa 75 % der Bevölkerung haben ihre familiären Wurzeln auf dem Festland in der heutigen kreisfreien Stadt Changle und weitere 15 % im Kreis Lianjiang (beide in der heute zur Volksrepublik China gehörenden Provinz Fujian). Die auf den Matsu-Inseln gesprochene Sprache ist daher hauptsächlich Min Dong (östliches Min), während auf der Insel Taiwan, Penghu, und Kinmen überwiegend Min Nan (südliches Min) gesprochen wird.[5]

Verkehrsverbindungen

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Auf den Matsu-Inseln gibt es zwei Inlandsflughäfen auf den Inseln Nangan (Flughafen Matsu Nangan) und Beigan (Flughafen Matsu Beigan), von denen aus Linienflugverbindungen zur Insel Taiwan bestehen. Zwischen den Matsu-Inseln Nangang und Dongyin und Keelung auf Taiwan besteht eine regelmäßige Fährverbindung.[6] Ebenfalls per Fähre zu erreichen sind Mawei (von Nangang aus) und Huangqi (von Beigang aus) auf dem chinesischen Festland. Die Matsu-Inseln sind untereinander durch Fähren verbunden. Vom Flughafen Matsu Nangan aus gibt es darüber hinaus zwischen Oktober und März eine tägliche Hubschrauberverbindung zu den Inseln Juguang und Dongyin.[7]

Konflikte mit der Volksrepublik China in neuerer Zeit

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Illegaler Sandaushub

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Der illegale Sandaushub durch festlandchinesische Sandbaggerschiffe an den Küsten der Nangan-Inseln, zum Teil ohne Schiffskennung, ist zu einem Problem geworden. Die Bewohner Nangans beklagen den stetig gesunkenen Fischbestand in den Küstengewässern aufgrund des „Sandraubs“ in den letzten Jahren. Die taiwanische Küstenwache registrierte 2020 etwa viermal so viele Grenzverletzungen in den Küstengewässern wie ein Jahr zuvor. An manchen Tagen waren neun Schiffe der taiwanischen Küstenwache mit bis zu zweihundert Sandaushaubschiffen konfrontiert. Ertappte Sanddiebe mussten den Sand an den Küsten der Insel wieder entladen. Das illegale Eindringen in die Hoheitsgewässer der Matsu-Inseln schürt bei den Inselbewohnern Ängste.[8]

Störungen der Internetverbindungen

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Die Matsu-Inseln sind durch zwei Unterseekabel über die Insel Taiwan ans Internet angebunden; eines mit zwei Strängen verbindet Dongyin mit Tamsui in Neu-Taipeh, das andere Nangan mit Taoyuan. Ein drittes Kabel soll 2025 in Betrieb gehen.[9] Seit 2018 ereigneten sich 27 Fälle (Stand Februar 2025) von Beschädigungen der beiden Kabel. Infolgedessen kam es auf den Inseln zu kurzfristigen Störungen der Internetanbindung; zum Teil war diese komplett unterbrochen. Es blieb unklar, ob die Beschädigungen absichtlich herbeigeführt worden waren.[10] Von taiwanischer Seite wurden zwei chinesische Schiffe verantwortlich gemacht, ein Fischerboot und ein Frachtschiff, und die Störungen als Teil der „Politik der Nadelstiche“ interpretiert, mit der Peking Taiwan gefügig machen wolle. Der Aufbau einer weniger verwundbaren satellitengestützten Internet-Infrastruktur wurde angemahnt.[11]

Commons: Matsu-Inseln – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Matsu-Inseln – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. 1 2 01. 戶籍人口統計速報(9701). (XLS; 750 kB) Website des Innenministeriums der Republik China. In: Departement of Household Registration (中華民國內政部 – 戶政司). Juli 2025, abgerufen am 5. September 2025 (chinesisch, allgemeine amtliche Einwohnermeldedaten).
  2. 1 2 3 5.18 Location and Area of Islands in Taiwan. In: Statistical Yearbook of Interior (2015 Yearly Bulletin of Interior Statistics). Archiviert vom Original am 26. Juli 2017; abgerufen am 13. Dezember 2022 (englisch).
  3. Birgit Suberg: Kleiner Tiger in der Höhle des Drachen: Die politischen Aspekte der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland (= Maritime Asia. Band 5). Harrassowitz, 1997, ISBN 978-3-447-03943-7, S. 172.
  4. 03. 鄉鎮戶數及人口數(9701). (XLS; 139 kB) Website des Innenministeriums der Republik China. In: Departement of Household Registration (中華民國內政部 – 戶政司). Juli 2025, abgerufen am 5. September 2025 (chinesisch, amtliche Einwohnermeldedaten zu Landkreise und -gemeinde).
  5. About Matsu. Webseite des Kreises Matsu, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. August 2019; abgerufen am 27. Januar 2018 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Taiwan-Matsu. Matsu National Scenic Area, abgerufen am 31. Dezember 2017 (englisch).
  7. Island to Island Transport. Matsu National Scenic Area, abgerufen am 28. Dezember 2017 (englisch).
  8. Martin Jäschke: Chinas Baggerschiff-Armada. (Video; 3 min 24 s) Zermürbungstaktik vor Taiwan. In: spiegel.de. Spiegel Online, 6. Februar 2021, abgerufen am 7. September 2021.
  9. Brian Hioe: Cut Submarine Cables Between Taiwan and Matsu Raise Concerns About Chinese Interference. In: newbloommag.net. New Bloom Magazine – 破土線上雜誌, 17. Februar 2023, abgerufen am 7. Januar 2023 (chinesisch, englisch).
  10. Huang Tzu-ti: Taiwan undersea cable cuts linked to Chinese vessels. Whether cables were intentionally sabotaged is still unknown. In: Taiwan News. 17. Februar 2023, abgerufen am 7. Januar 2023 (englisch).
  11. Meaghan Tobin, Vic Chiang: Internet outage has Taiwan worried about threat from Chinese sabotage. In: The Washington Post. 9. März 2023, abgerufen am 7. Januar 2024 (amerikanisches Englisch).
  1. Landkreis Lienchiang (chinesisch 連江縣 / 连江县, Pinyin Liánjiāng Xiàn, W.-G. Lien²-chiang¹ Hsien⁴, Zhuyin ㄌㄧㄢˊ ㄐㄧㄤ ㄒㄧㄢˋ).
  2. xiang, die „Landgemeinde“ ( / , xiāng), eine Verwaltungsebene in Taiwan.