Mathilde Eller
Mathilde Eller (geboren 1902 in Straubing; gestorben 1999 in München) war eine deutsche Lehrerin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mathilde Eller legte die Prüfung für das Lehramt ab und konnte zunächst nur als Aushilfslehrerin arbeiten. Sie bekam eine Stelle an der Volksschule in Thaining. Dort saßen in jeder Klasse 45 Kinder. Die Kinder konnten den Unterricht teilweise nur unregelmäßig besuchen, da sie auf den heimischen Höfen mitarbeiten mussten. Zudem war es ihr aufgrund der Klassengröße auch nicht möglich, gerade die Kinder besonders zu betreuen, die mehr Unterstützung benötigten.[1]
In den Jahren 1935/36 nahm Mathilde Eller an einer Weiterbildung zur Hilfsschullehrerin teil. Dies war die Bezeichnung für Lehrkräfte, die körperlich und geistig eingeschränkte Kinder unterrichtete. Dabei richtete Eller ihr Augenmerk auf Kinder mit geistigen Behinderungen. Gerade diese Kinder waren während der Zeit des Nationalsozialismus sehr gefährdet, da die Nationalsozialisten ihnen nicht mal das Recht einräumten, zu leben. Eller geriet auch mit den Nazis in Konflikt, da sie weiterhin Religionsunterricht erteilte und weil sie vor den Plänen zur Nationalsozialistischen Rassenhygiene und geplanten Tötungen der behinderten Kinder warnte.[1] Dies war ihr auf dem Lehrgang klargeworden, den sie besucht hatte, und sie sprach mit ihrem Pfarrer darüber. Danach geriet sie in den Fokus der Gestapo.[2]
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus verstärkte Mathilde Eller ihr Engagement. Auch in der Nachkriegszeit galten Kinder mit geistigen Behinderungen als bildungsunfähig. Sie hatten keinen Anspruch darauf, eine Schule besuchen zu dürfen. Eller unterrichtete diese Kinder abends und dafür wurde sie vom Schulamt offiziell gerügt. Dennoch erreichte sie durch ihren Einsatz, dass für diese Kinder drei Klassen gebildet wurden. Schließlich konnte sie bewirken, dass 1964 auch für Kinder mit geistiger Behinderung der Besuch einer Schule verpflichtend wurde.[1]
In München wurde aufgrund ihres Engagements die erste Förderschule in Bayern gegründet, und Mathilde Eller wurde die Rektorin dieser Schule. Sie gründete 1968 den Münchner Zweigverein der Lebenshilfe, der Menschen mit Behinderung unterstützt.[1]
Mathilde Eller starb 1999 in München.
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mathilde Eller wurde mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden gewürdigt.[3]
Die Mathilde-Eller-Schule 1 für die Jahrgänge 1 bis 6[4] und Mathilde-Eller-Schule 2, für die Jahrgänge 7 bis 12, eine Förderschule für geistige Entwicklung, wurden nach ihr benannt.[5]
In München wurde Mathilde Eller mit einem FrauenOrt geehrt.[1]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d e Starke Frauen Bayern: Mathilde Eller. In: bayerns-frauen.de. Starke Frauen Bayern, abgerufen am 2. Januar 2026.
- ↑ Stadt München, Inklusion, S.75, abgerufen am 2. Januar 2026
- ↑ Mathilde Eller - Förderverein Mathilde-Eller e.V. In: mathilde-eller.de. 2020, abgerufen am 2. Januar 2026.
- ↑ Unsere Schule – Mathilde-Eller-Schule 1. In: edupage.org. mes1.edupage.org, abgerufen am 2. Januar 2026.
- ↑ Mathilde-Eller-Schule 2. In: m-bildung.de. Abgerufen am 2. Januar 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eller, Mathilde |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Lehrerin |
| GEBURTSDATUM | 1902 |
| GEBURTSORT | Straubing |
| STERBEDATUM | 1999 |
| STERBEORT | München |