Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Campigno (616Höhenmeter, ca. 15Einwohner), Crespino del Limone (535Höhenmeter, ca. 90Einwohner), Lutirano (386Höhenmeter, ca. 40Einwohner), Popolano (276Höhenmeter, ca. 270Einwohner) und Sant’Adriano (260Höhenmeter, ca. 190Einwohner).[3]
Der Ort wurde zunächst von den Ligurern, Etruskern und Römern, die dem Ort eine erste Stadtbefestigung gaben und Castellum Marrato nannten, bewohnt. Um das Jahr 1000 gehörte der Ort zum Kirchenstaat. Kurz darauf übernahmen die Grafen Guidi di Modigliana die Herrschaft im Ort, die sich bis auf die Ausnahme von 1258 bis 1260, als Florenz zunächst den Ort übernahm, ihn aber nach der Schlacht von Montaperti wieder an die Guidi abtreten musste, bis 1312 an der Macht hielten. Bis 1428 gehörte der Ort danach den Manfredi aus Faenza, dann übernahm erneut Florenz den Ort.[4] Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort am 6. Oktober 1025 in einem Dokument der Grafen Guidi, welches sie an die Badia di Santa Reparata sandten.[5]
Von 1885 bis 1932 war Marradi Heimat des Poeten Dino Campana. Im Sommer 1944 wurden im Zuge der deutschen Rückzugsgefechte 42Einwohner Marradis von deutschen Soldaten als Geiseln ermordet.
Zentrum des Dorfes ist die Piazza delle Scalelle, welche zur Erinnerung an den Kampf gegen Corrado Lando (1358) gebaut wurde.
Am Platz befindet sich der Palazzo Comunale aus dem 14. Jahrhundert. An der Fassade befindet sich das Wappen der Familie Torriani. Weiterhin findet man hier z.B. den Palast des Credito Romagnolo und den Palazzo Fabbroni.
Etwa 2km östlich befindet sich die Badia del Borgo oder Badia di Santa Reparata. Dokumentiert ist dieses Kloster seit 1025. 1090 übernahmen die Vallombrosaner bis zum 19. Jahrhundert dieses Kloster.
Es gibt zahlreiche weitere religiöse Gebäude:
Chiesa di Santa Maria Nascente, bereits 1097 erwähnte Kirche und seit 1112 im Besitz der Vallombrosaner.
Chiesa di San Ruffillo, bereits 1022 erwähnte Kirche.
Chiesa di San Lorenzo: Ursprünglich wurde diese Kirche von den Römern gegründet. Das jetzige Gebäude stammt von der starken Rekonstruktion aus dem Jahre 1785[4].
Der Ort liegt an der Bahnstrecke Florenz–Faenza. Marradi besitzt drei Haltepunkte, zunächst die Ortsteile Crespino del Lamone und Biforco, dann der dem Ortszentrum nahe gelegene Haltepunkt Marradi-Palazzuolo sul Senio.
Marradi liegt an der Staatsstraße Strada statale 302 Brisighellese Ravennate, die Florenz mit Russi bei Ravenna verbindet.
Emanuele Repetti: MARRADI nella Valle del Lamone in Romagna. In Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (PDF, ital.)