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Marc-Antoine Charpentier

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„Monsieur Charpentier“ aus Pierre Landrys Almanach Royale (1682);
vermutlich Marc-Antoine Charpentier

Marc-Antoine Charpentier [maʁk ɑ̃ˈtwan ʃaʁpɑ̃ˈtje] (* um 1643 in Paris; † 24. Februar 1704 ebenda) war ein französischer Komponist zur Zeit Ludwigs XIV. Eines seiner bekanntesten Werke ist das Hauptthema aus dem Präludium seines Te Deum, das heute als Fanfare bei Fernseh-Übertragungen im Rahmen der Eurovision verwendet wird.

„Madamoisselle Marie de Lorraine et de Guyse“, oben das Wappen Lothringens, Kupferstich von B. Moncornet, um 1656[1]

Charpentiers Geburtsjahr ist unbekannt, lange wurde es auf 1634 datiert. Dies widerspricht jedoch seiner Studienzeit in Rom, wo er den Komponisten Charles Coypeau Dassoucy traf, der sich dort zwischen 1662 und 1669 aufhielt, die letzten beiden Jahre davon allerdings im Gefängnis. Geht man von einem Studienaufenthalt Charpentiers während seiner Jugend aus, so ist seine Geburt in den 1640er-Jahren anzusetzen. Ein Inventar angefertigt zum Anlass des Todes von Charpentiers Vater vom 16. Januar 1662 gibt in Übereinstimmung damit das Alter des Sohnes als etwa achtzehnjährig an. Manche seiner Vorfahren hatten offizielle Ämter in den Häusern der Guise und Orléans inne. Sein Vater Louis Charpentier erbte ein Haus in Nivernais im Herzogtum der Gonzaga-Nevers, einem Cousin der Mademoiselle de Guise, die den Komponisten künftig fördern sollte. Louis Charpentier arbeitete als Kopist, womit ihm oblag, Fälschungen zu identifizieren und Abschriften anzufertigen. Durch seinen Tod im Jahr 1662 wurde Marc-Antoine Waise. Kurz darauf heiratete die ältere Schwester Elisabeth den Tanzlehrer und Instrumentalisten Jean Édouard, der somit in Frage kommt, den Schwager unterrichtet zu haben.[2.1]

Sitz des Collegium Germanicum bis 1798

Die Ursache für Charpentiers Reise nach Rom in der Zeit um 1666 bis 1669 ist nicht bekannt.[2.2] Während in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zahlreiche Maler von Frankreich nach Italien reisten, um sich auszubilden, war eine solche Studienreise für französische Komponisten nicht üblich, Charpentier eine Ausnahme.[2.3] In seiner Biographie universelle des musiciens nannte François-Joseph Fétis im späten 19. Jahrhundert das Interesse an Malerei als Beweggrund Charpentiers; später wurde eine Verwandtschaft mit Malern und Bildhauern desselben Nachnamens in Erwägung gezogen. Ebenfalls spekulativ ist die Überlegung, dass die kostspielige Studienreise bereits von der Mademoiselle de Guise finanziert wurde.[2.4]

Die Herausgeber des Mercure galant, Jean Donneau de Visé und Thomas Corneille, die mit Charpentier zusammenarbeiteten, bewarben den Komponisten, der in Rom bei Giacomo Carissimi gelernt hätte, den er oftmals konsultiert hätte. Vermutlich folgten sie damit Charpentiers Bedürfnis, sich zu profilieren als jemand, der seine Kenntnisse der italienischen Musik aus erster Hand empfangen hatte. Carissimi durfte zwar keine Privatschüler unterrichten, was aber nicht ausschließt, dass Charpentier ihn oftmals besuchte.[3] Carissimi war 1649 durch sein Oratorium Jephte in ganz Europa berühmt geworden und galt noch nach seinem Tod als einer der größten Komponisten seines Jahrhunderts. Zur Zeit von Charpentiers Aufenthalt in Rom war Carissimi an Sant’Apollinare angestellt, der Kapelle des Jesuitischen Collegium Germanicum, damals einer der größten Erziehungsanstalten. Zu seinen Aufgaben gehörte neben der Organisation der musikalischen Aktivitäten der Kirche der Unterricht am Collegium. Zu seinen Schülern gehörten die später bedeutenden Komponisten Giovanni Paolo Colonna, Johann Kaspar Kerll, Johann Philipp Krieger und Christoph Bernhard. Nach Sébastien de Brossard soll Charpentier Werke von Carissimi nach dem Gehör niedergeschrieben und nach Frankreich verbreitet haben.[2.5]

Die Rückreise könnte Charpentier durch das Rhone-Tal geführt haben. Das Musée Calvet in Avignon bewahrt eine Kantate mit zweifelhafter Zuschreibung an Charpentier.[2.6]

Vermutlich Charpentier, Aquarell um 1750, möglicherweise nach dem Stich von Pierre Landry[4]

Wahrscheinlich nahm Charpentier nach seiner Rückkehr nach Paris Kontakt mit geistlichen Musikern auf, die die italienische Tradition in Frankreich am Leben erhielten, als Jean-Baptiste Lully königlicher Surintendant wurde[2.6] an der Spitze einer hierarchischen Struktur des Musikbetriebes.[5] Lully vertrat die Gegenposition zu Charpentier in einer Debatte, die durch Gegensätze wie Einfachheit versus Komplexität, Natürlichkeit versus Künstlichkeit bestimmt war.[6.1] Lully prägte das französische Musikleben mit Opern, die der Deklamation im klassischen französischen Drama sorgsam folgten und verglichen mit italienischen Arien einen gezügelteren Gefühlsausdruck zeigen.[7] Seine Musik galt als perfekter Ausdruck des „guten Geschmacks“ in subtiler Mischung aus Klarheit, Einfachheit und Ausdruck. Er nutzte seinen Einfluss auf den König Ludwig XIV., der darauf die italienische Troupe du Cabinet entließ.[2.7]

Von 1670 bis 1687 arbeitete Charpentier für die Prinzessinnen von Guise. Als mittelloser Waise eines Kopisten war ihm eine Laufbahn in den geschlossenen musikalischen Gilden in Paris verwehrt, so dass er von der Großzügigkeit seiner Gönnerinnen abhängig war.[8.1] Die musikalischen Pflichten für die Andachten der Prinzessinnen ergaben allerdings mit zusätzlichen Aufträgen für den Hof einen dichten Terminplan; Charpentiers Produktivität war beachtlich.[8.2] In einer Mélanges genannten Manuskriptsammlung finden sich chronologisch die bezahlten kompositorischen Arbeiten, andere Werke dürften verlorengegangen sein.[8.3]

1672 folgte Charpentier der Bitte von Molière, die Stelle von Lully zu übernehmen, um den musikalischen Teil seiner Ballett-Komödien am théatre français zu gestalten.

Nach dem Tode der Mademoiselle de Guise 1688 erhielt Charpentier eine Anstellung bei den Jesuiten als maître de chapelle (Kapellmeister) an der Kirche Saint Louis und dem Kolleg Louis-le-Grand. Trotz seiner Bemühungen erhielt Charpentier keine Anstellung beim König, wurde jedoch oft mit Aufträgen bedacht. 1698 erhielt er eine feste Anstellung als Musiklehrer der Kinder der Sainte Chapelle mit herrschaftlicher Wohnung innerhalb des Palastes. Außerdem hatte er zu allen feierlichen Anlässen Musiken zu komponieren.

Von Charpentier ist keine Korrespondenz überliefert; und über seinen Charakter gibt es keine Aussagen von Zeitgenossen.[2.8]

Wegen Charpentiers Sorgfalt, alle Kopien seiner Werke binden und datieren zu lassen, sind der Nachwelt mehr als drei Viertel seines Œuvres erhalten geblieben. Sein Erbe umfasst 28 handschriftliche Bände mit rund 550 Werken, die im Hitchcock-Verzeichnis (Kürzel: H) katalogisiert sind.

Die geistlichen Werke machen mit beinahe 500 Stück den weitaus größten Teil der Überlieferung aus. Charakteristisch für Charpentier generell ist Vielfalt. Sie betrifft die Dimensionen, Besetzungen, das Zusammenspiel vokaler und instrumentaler Kräfte, die metrische und rhythmische Organisation, Texturen, Textbehandlung, formale und strukturelle Gestaltung. Durch den italienischen Einfluss und die Könnerschaft in Bezug auf die französische Tradition macht ihn diese Vielfalt auch in stilistischer Hinsicht zu einem Vorläufer der später von François Couperin proklamierten Goûts réunis.[9]

Als typisch italienische Eigenschaft ist die damals in Frankreich kritisierte harmonische Kühnheit Charpentiers zu nennen, mit der er seinen französischen Stil anreicherte.[6.2] Mit Ausnahme von Louis Couperin war die Harmonik in Frankreich um die Mitte des 17. Jahrhunderts sehr konservativ und maßvoll zurückhaltend. Henry Dumont erreichte etwa harmonische Spannungen zur Ausdruckssteigerung mit den gängigen Mitteln der Vorhalte und Durchgänge. Carissimi ging zwar nicht wesentlich darüber hinaus, Charpentier dürfte aber auch Musik anderer italienischer Komponisten während seiner Studienreise kennengelernt haben, deren freier Umgang mit der Harmonik sich in seinem reifen Stil wiederfindet.[6.3] Den neapolitanischen Sextakkord konnte Charpentier bei Carissimi Kennenlernen,[6.4] simultane chromatische Gänge in mehreren Stimmen bei Francesco Foggia,[6.5] verminderte Septimen bei Claudio Monteverdi,[6.6] ebendort übermäßige und verminderte Oktaven und Primen,[6.7] den Viertelton bei Domenico Mazzocchi.[6.8]

Charpentier führte das lateinische Oratorium in Frankreich ein.[10] Die großformatige Kirchenmusik am Versailler Hof mit ihren Grand Motets wirkte entscheidend auf diese ähnlich besetzten Werke ein,[11] andererseits finden sich Einflüsse der Oper etwa in dem Prélude, das den zweiten Teil von Judicium Salomonis (1702) wie eine Schlummerszene eröffnet.[12.1] Die Kombination von italienischem und französischem Stil betrifft Rezitativ und Arie, Charpentier räumte jedoch vor allem dem Chor eine bedeutende Rolle ein.[10] Die chorische Satzweise ist bei Charpentier vielfältiger als bei seinem Lehrer Carissimi, es finden sich reiner und modifizierter A-cappella-Stil, Konzertieren mit mehreren Chören, mit Solo und Chor oder mit Instrumentengruppen.[11] Seine 34 Werke dieser Gattung vereinigen dramatische Kontraste mit der Verlebendigung von Textdetails.[10]

Charpentiers erste Theatermusik, die Intermedien zu Molières Le malade imaginaire (Der eingebildete Kranke; H.495, 495a, 495b) von 1673, bietet einen pastoralen Prolog mit Arien, Chor und Tänzen, wie es später bei Lully üblich werden sollte, ferner Possen, Galanterien und Parodien.[13.1] Die machtvolle Position Lullys mit „unvergleichliche[n] Privilegien und Hofämter[n]“ bekam auch der hervorragende Komponist Charpentier zu spüren:[5] Wegen Lullys Privileg, das alle Theateraufführungen mit mehr als zwei Singstimmen und sechs Streichinstrumenten untersagte, musste Charpentier die humorvolle Komposition umarbeiten.[13.2] Nach Molières Tod komponierte er die Zwischenmusiken zu Circé (H.496; 1675) von Thomas Corneille und zu Andromède (H.504; 1682) von Pierre Corneille, einer tragédie à machines. Insgesamt ist Musik von Charpentier zu 30 Bühnenwerken vorhanden.[14]

Einschränkungen der Musikerzahl für Operndarbietungen fielen nach Lullys Tod 1687 fort, sodass Charpentiers Tragédie lyrique Médée (H.491) 1693 an der Oper zur Aufführung gelangen konnte. Außergewöhnlich ist die Charakterisierung der verschiedenen Persönlichkeiten der Heldin als Geliebte, Mutter, eifersüchtige Ehefrau, sowie wütende und bösartige Zauberin. Der italienische Vokalismus ist mit präziser französischer Deklamation verbunden, Ariosi nehmen einen Platz zwischen Arie und Rezitativ ein. In den Tänzen sind die Mittelstimmen sorgfältig ausgebildet. Die Harmonik bietet scharfe Chromatik und evokative Dissonanzen.[14] Diese Neuerungen gegenüber Lullys Musik bedingte eine Ablehnung bei den Anhängern Lullys und das rasche Verschwinden der Oper aus dem Repertoire.[13.2]

Charpentier ist der einzige französische Komponist des Barock mit nennenswerten Beiträgen zur konzertierenden Messe. Er schuf neun Vertonungen des Ordinariums, die höchst unterschiedlich gestaltet sind: Die Messe pour le Port Royal (H.5) folgt im Gegensatz zu anderen, mehrchörigen Werken dem Gestaltungsmittel der Monodie. Die Messe de minuit pour Noël (H.9) bietet populäre Weihnachtslieder. Typisch für Charpentier sind instrumentale Einschübe und die Integration von Sätzen, die nicht zum Ordinarium gehören.[15]

Über 400 Werke verschiedener Textgattungen können der Gattung Motette zugeordnet werden. Am bekanntesten davon wurde das Te Deum (H.146), dessen Beginn als Sendezeichen der Eurovision dient.[13.2] Die pathetische Wendung der majestätischen Eröffnungsmelodie ähnelt einer Opernarie Lullys.[12.2] Als groß besetztes, längeres Kirchenwerk mit einem Wechsel von vollstimmigen und geringstimmigen Abschnitten, die ineinander übergehen, ist es ein typischer Vertreter der Grands Motets. Neben den pompösen Teilen mit Pauken und Trompeten stehen intimere; Abwechslung entsteht durch verschiedene Tonarten und Metren, die an die Seite der militärischen Geradtaktigkeit auch tänzerischen Gestus stellen; die Homophonie der Chöre wird durch gelegentliche Polyphonie aufgelockert.[16]

Tonartenschema „Énergie des modes“

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Charpentier ordnete in seiner Musik die verschiedenen Tonarten jeweils bestimmten Charakteristiken oder Stimmungen zu, die er mit dem Begriff „Énergie des modes“ bezeichnete.[2.9][17]

Tonart Original Übersetzung
C-Dur gai & guerrier lustig und kriegerisch
c-Moll obscur & triste dunkel und traurig
D-Dur joyeux & très guerrier fröhlich und sehr kriegerisch
d-Moll grave & dévot ernst und fromm
E-Dur cruel & dur grausam und hart
e-Moll horrible & affreux grauenhaft und schrecklich
Es-Dur querelleux & criard streitlustig und schreiend
es-Moll efféminé, amoureux & plaintif weibisch, verliebt und klagend
F-Dur furieux & emporté wütend und aufbrausend
f-Moll obscur & plaintif düster und klagend
G-Dur doucement joyeux behutsam fröhlich
g-Moll sérieux & magnifique ernst und prunkvoll
A-Dur joyeux & champêtre fröhlich und ländlich
a-Moll tendre & plaintif zärtlich und klagend
B-Dur magnifique & joyeux prunkvoll und fröhlich
b-Moll obscur & terrible düster und schrecklich
H-Dur dur & plaintif hart und klagend
h-Moll solitaire & mélancolique einsam und schwermütig

Charpentiers Bescheidenheit oder sein von der „offiziellen“ durch Lully ausgeprägten Richtung abweichender Stil bedingten, dass ihm am Hof keine höhere Laufbahn als die Leitung der Chorknaben der Sainte-Chapelle offenstand.[4] Lediglich wenige Kenner schätzten sein Werk, was Charpentier in seinem Text Epitaphium Carpentarii in der Rolle seines nach dem Ableben zurückkehrenden Geistes beklagte.[2.10] Nach seinem Tod geriet sein Schaffen rasch in Vergessenheit.[4] Immerhin wurden 1709, fünf Jahre nach seinem Tod, erstmals geistliche Werke Charpentiers durch seinen Neffen und Alleinerben Jacques Édouard, einen Buchhändler und Verleger herausgebracht.[2.11] 1727 übergab dieser einige Manuskripte zu einem günstigen Preis der königlichen Bibliothek, da er keine Käufer dafür gefunden hatte.[2.12]

Erst an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde die Musik Charpentiers wiederentdeckt. Camille Saint-Saëns veröffentlichte eine sehr freie Überarbeitung von Le Malade imaginaire im Jahr 1892; und die Musikwissenschaftler Henri Quittard und Michel Brenet befassten sich mit dem Komponisten. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden seine Manuskripte in der Bibliothèque nationale sortiert und nummeriert. 1945 wurde ein schmaler Band über Leben und Werk Charpentiers von Claude Crussard veröffentlicht. In Folge entstanden Studien zu Charpentier vor allem in den U.S.A., darunter sechs Dissertationen von 1949 bis 1967. Der Fokus lag dabei meist auf seiner geistlichen Musik.[2.13]

1953 erschien die erste Langspielplatte des Te Deum (H. 146) mit dem Chorale des Jeunesses Musicales de France und dem Orchestre de Chambre des Concerts Pasdeloup unter Louis Martini. Diese Veröffentlichung zeitigte eine große Wirkung. Die Fanfare wurde als Eurovisions-Siganture gewählt. In den folgenden zehn Jahren wurden etwa 40 Werke Charpentiers eingespielt. Ab den späten 1970er-Jahren kam eine Welle weiterer Aufnahmen, nun in historisch informierter Aufführungspraxis auf den Markt mit Künstlern wie Michel Corboz, René Jacobs, Jean-Claude Malgoire, William Christie und Louis Devos. Christie benannte sein Ensemble Les Arts Florissants nach einem Werk Charpentiers.[2.14]

1999 wurde der Asteroid (9445) Charpentier nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)

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  • Actéon H.481 (1684)
  • La couronne de fleurs H.486 (Der Blumenkranz) (1685)
  • La fête de rueil H.485 (1685)
  • Il faut rire et chanter: dispute de bergers (Disput der Schäfer. Man soll lachen und singen) H.484 (1685)
  • Le retour de printemps (Die Rückkehr des Frühlings) (Musik verloren)
  • Petite pastorale H.479 (1675)
  • Amor vince ogni cosa H.492 (?)
  • Cupido perfido dentr’al mio cor H.493 (?)
  • Les plaisirs de Versailles H.480 (Die Freuden von Versailles) (1680)

Schauspielmusik

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  • Idylle sur le retour de la santé du roi (Die Freude über die Genesung des Königs) H.489 (1686–1687)
  • L’inconnu (Der Unbekannte) (1675, Musik verloren) (Thomas Corneille & Donneau de Visé)
  • Les amours de Vénus et Adonis, H.507 (1685)

Ballett-Komödien für Molières Werke

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  • La comtesse d’Escarbagnas H.494i (1672)
  • Le mariage forcé (Die Zwangsheirat) H.494ii (1672)
  • Le médecin malgré lui (Der Arzt wider Willen) (1672, Musik verloren)
  • Les fâcheux (Die Lästigen) (1672, Musik verloren)
  • Le malade imaginaire (Der eingebildete Kranke) H.495, H.495a, H.495b (1672)
  • Le Sicilien (Der Sizilianer) H.497 (1679)
  • Le dépit amoureux, (ouverture) (1679, Musik verloren)
  • Psyché (1684, Musik verloren)

Interludes (Intermezzi)

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  • Le triomphe des dames (Der Triumph der Damen) (1676, Musik verloren)
  • La pierre philosophale (Der philosophische Stein) H.501 (1681)
  • Endymion H.502 (1681)

Geistliche Vokalmusik

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  • Te Deum C-Dur für acht Stimmen (H.145) (1670)
  • Te Deum D-Dur (H.146) (1690)
  • Te Deum für vier Stimmen (H.147) (1690)
  • Te Deum für vier Stimmen (H.148) (1698)
  • Messe H.1 (1670 ?)
  • Messe pour les Trépassés à 8 H.2 (1670)
  • Messe à 8 voix et 8 violons et flûtes H.3 (1670)
  • Messe à 4 choeurs H.4 (1670 ?)
  • Messe pour le Port-Royal H.5 (1680)
  • Messe à 4 voix, 2 violons, 2 flûtes, 2 hautbois pour Mr Mauroy H.6 (1690)
  • Messe des morts à 4 voix H.7 (1690)
  • Messe pour le samedi de Pâques à 4 voix H.8
  • Messe de minuit H.9 – Hierbei handelt es sich um eine Parodiemesse, d. h. eine Messe, die eine bereits bestehende Melodie als cantus firmus beinhaltet. Charpentier greift hier auf eine Technik zurück, die bereits in der vierten Generation der franko-flämischen Komponisten (1520–1550) Verwendung fand. Er arbeitet mehrere weltliche cantus-firmi in jeden Satz mit ein, die er aus damaligen bekannten Weihnachtsliedern (Noëls) übernommen hat.
  • Messe des morts à 4 voix & symphonie H.10 (1695)
  • Assumpta est Maria: Missa sex vocibus cum simphonia H.11 (1699)
  • 10 Magnificat H.72–H.81
  • 207 Motetten H.233–H.439
    • Pestis Mediolanensis H.398 (1670)
    • Mors Saülis et Jonathae H.403 (1680)
    • Canticum in nativitatem Domini H.393 (1670)
    • In Nativitatem D. N. J. C. Canticum H.414 (1683–1685)
    • In nativitatem Domini canticum H.416 (1680)
    • In nativitate Domini Nostri Jesu Christi canticum H.421(1698 - 99)
    • Dialogus inter angelos et pastores Judeae in nativitatem Domini H.420 (1690)
    • Caecilia virgo et martyr H.415 & H.415 a (1686)
    • Caecilia virgo et martyr H.413 (1683 - 85)
    • Caecilia virgo et martyr octo vocibus H.397 (1670)
    • Judicium Salomonis H.422 (1702)
  • 84 psaume H.149-H.232
  • 54 Leçons de Ténèbres, Répons H.91–H.144
  • Symphonie pour un reposoir H.508 (1670)
  • Messe pour plusieurs instruments au lieu des orgues H.513 (1670)
  • Offerte pour l'orgue et pour les violons, flûtes et hautbois H.514 (1670)
  • Symphonie pour un reposoir H.515 (1670)
  • Prélude, menuet et Passepied pour les flûtes et hautbois devant l'ouverture H520 (1679)
  • Noël pour les instruments H.531 (1680)
  • Noël sur les instruments H.534 (1690)
  • Concert pour 4 parties de violes H.545 (1680 - 81)
  • Sonate à 8 H.548 (?)
  • Sinfonien (Musik verloren)

Theoretische Werke

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  • Remarque sur les messes à 16 parties d'Italie (H.549) 1670
  • Règles de Composition par Mr Charpentier (H.550) 1692 ?. In deutscher Übersetzung: Regeln für die Komposition. Übertragung aus dem Französischen von Otto Eckle. Opus, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-934263-05-5 (urn:nbn:de:hebis:30:3-317006).
  • Abrégé des règles de l’accompagnement de Mr Charpentier (H.551) 1692.
Commons: Marc-Antoine Charpentier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Die Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Bearbeitet von Peter Mortzfeld
  2. Catherine Cessac: Marc-Antoine Charpentier. Englische Übersetzung: E. Thomas Glasow. Amadeus Press, Portland 1995, ISBN 0-931340-80-2 (Original: Librairie Arthème Fayard, Paris 1988).
    1. S. 25 f.
    2. S. 29
    3. S. 27
    4. S. 29 f.
    5. S. 31 ff.
    6. a b S. 35
    7. S. 42
    8. S. 14
    9. S. 406 f. und 524
    10. S. 13 f.
    11. S. 20 f.
    12. S. 23
    13. S. 17 ff.
    14. S. 19
  3. Graham Sadler: Charpentier’s Void Notation: The Italian Background and its Implications. In: Shirley Thompson (Hrsg.): New Perspectives on Marc-Antoine Charpentier. Ashgate, Farnham et al. 2010, ISBN 978-0-75466-579-3, S. 31–62, hier 46 f.
  4. a b c Wolfgang Hochstein: Das Oratorium. In: Ders. (Hrsg.): Geistliche Vokalmusik des Barock. Teilband 2. Laaber-Verlag, Laaber 2019 (= Handbuch der Musik des Barock, Band 2/2), ISBN 978-3-89007-872-4, S. 62–101, hier 72.
  5. a b Gernot Gruber: Kulturgeschichte der europäischen Musik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Bärenreiter/Metzler, Kassel/Berlin 2020, ISBN 978-3-7618-2508-2 (Bärenreiter), ISBN 978-3-662-61629-1 (Metzler), S. 279.
  6. Graham Sadler, Shirley Thompson: The Italian Roots of Marc-Antoine Charpentier’s Chromatic Harmony. In: Anne-Madeleine Goulet, Gesa zur Nieden (Hrsg.): Europäische Musiker in Venedig, Rom und Neapel (1650–1750). Bärenreiter-Verlag, Kassel et al. 2015 (= Analecta musicologica, Band 52), ISBN 978-3-7618-2138-1, S. 546–570.
    1. S. 546
    2. S. 546 f.
    3. S. 548 f.
    4. S. 553 ff.
    5. S. 550 f.
    6. S. 560 ff.
    7. S. 563 ff.
    8. S. 567 f.
  7. Nicholas Anderson: Baroque Music. From Monteverdi to Handel. Thames & Hudson, London 1994, ISBN 0-500-01606-2, S. 63 f.
  8. Patricia M. Ranum: Charting Charpentier’s ‘Worlds’ through his Mélanges. In: Shirley Thompson (Hrsg.): New Perspectives on Marc-Antoine Charpentier. Ashgate, Farnham et al. 2010, ISBN 978-0-75466-579-3, S. 1–30.
    1. S. 2
    2. S. 23
    3. S. 5 f.
  9. H. Wiley Hitchcock: Marc-Antoine Charpentier. Oxford University Press, Oxford et al. 1990 (= Oxford Studies of Composers, Band 23), ISBN 0-19-316411-6, S. 7 f.
  10. a b c Donald Jay Grout, Claude V. Palisca: A history of western music. 5th edition, W. W. Norton, New York 1996, S. 345.
  11. a b Günther Massenkeil: Oratorium und Passion. Teil 1. Laaber Verlag, Laaber 1998, (= Handbuch der musikalischen Gattungen, Band 10/1), ISBN 978-3-89007-133-6, S. 169.
  12. Werner Braun: Die Musik des 17. Jahrhunderts. Athenaion, Wiesbaden 1981 (= Neues Handbuch der Musikwissenschaft, Band 4), ISBN 3-7997-0746-8.
    1. S. 222 f.
    2. S. 102
  13. Elisabeth Schmierer: Charpentier, Marc-Antoine. In: Horst Weber (Hrsg.): Metzler Komponistenlexikon. Metzler, Stuttgart/Weimar 1992, ISBN 3-476-00847-9, S. 154–156.
    1. 155 f.
    2. a b c 155
  14. a b H. Wiley Hitchcock: Charpentier, Marc-Antoine. In: Grove Music Online. Oxford Music Online. Oxford University Press, Version: 20. Januar 2001 (oxfordmusiconline.com; registrierungspflichtig).
  15. Wolfgang Hochstein: Die Messe. In: Ders. (Hrsg.): Geistliche Vokalmusik des Barock. Teilband 1. Laaber-Verlag, Laaber 2019 (= Handbuch der Musik des Barock, Band 2/1), ISBN 978-3-89007-872-4, S. 133–182, hier 159 ff.
  16. Silke Leopold, Dorothea Redepenning, Joachim Steinheuer: Musikalische Meilensteine. 111 Werke, die man kennen sollte. Band 1. Bärenreiter, Kassel et al. 2008, ISBN 978-3-7618-1942-5, S. 90 f.
  17. Henri de Villiers: Marc-Antoine Charpentier : tableau des énergies des modes (französisch), abgerufen am 5. Januar 2018.