Maligrad
| Maligrad | ||
|---|---|---|
| Gewässer | Prespasee | |
| Geographische Lage | 40° 47′ 31,2″ N, 20° 55′ 58,8″ O | |
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| Fläche | 5 ha | |
| Höchste Erhebung | 31 m (über Seeniveau) 860 m | |
| Einwohner | unbewohnt | |
Maligrad (albanisch auch Maligradi) ist eine unbewohnte albanische Insel im Prespasee.
Der Name ist slawisch und bedeutet „Kleine Stadt“,[1] im Gegensatz zur etwas größeren Insel Golem Grad neun Kilometer nordöstlich im nordmazedonischen Teil des Sees.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Insel liegt im südlichen Teil des Prespasees. Sie misst an der längsten Stelle ca. 520 Meter und hat eine Breite von bis zu ca. 250 Metern. Nach Nordosten läuft die Insel in einem flachen, über 150 Meter langen Streifen aus, so dass die Insel die Form eines langgestreckten Tropfens hat.
Die Insel besteht aus Kalk.[2] Im Zentrum der Insel erhebt sich ein Berg, der eine Höhe von 881 m ü. A. erreicht – also 31 Meter über dem mittleren Seespiegel.[3]
Natur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Maligrad ist als Naturdenkmal ein offizielles Naturschutzgebiet Albaniens. Sie gehört zudem zum Nationalpark Prespa.
Auf der Insel finden Vögel ein Rückzugsgebiet. Bodenbrütende Vögel haben Nester auf dem unbewohnte Eiland. Krauskopfpelikane und Zwergscharben nutzen die Gewässer rund um die Insel.[4.1] Es leben Ägäische Mauereidechsen, Mauereidechsen und Taurische Eidechsen auf Maligrad.[4.2]
Besiedlung und Kapelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem flachen Plateau des Berges beweisen archäologische Funde, dass die Insel seit der Bronzezeit besiedelt worden war. Unter anderem wurde ein spätantikes Gräberfeld entdeckt.[1][5]
Eine Höhle im Süden der Insel enthält eine kleine orthodoxe Marienkapelle (Kisha e Shën Mërisë). Der Giebeldachbau ist fünf Meter lang und knapp über drei Meter breit. Die Kapelle enthält bedeutende Fresken, die 1369 von Kesar Novak, einem serbischen Adligen, in Auftrag gegeben wurde. Sie zeigen seine Familie sowie griechische Inschriften. Die Maler stammten aus Kastoria, wo sie die dortige Schule besucht hatten. Ein Vorgängerbau wurde damals von Novak erneuert und vergrößert.[5]
Auf dem Berg fanden Archäologen die Ruinen einer weiteren Kirche.[6]
Die Kirche steht seit 1963 unter Denkmalschutz.[7] 2020 wurde sie restauriert.[8] Fischer aus den Dörfer Pustec und Zaroshka bringen Besucher zur Insel. Die Besichtigung der Insel sollte aus Rücksicht auf die Natur aber auf das Gebiet bei der Höhle beschränkt werden. Die Ausgrabungsstätte ist für Besucher nicht zugänglich.[1][5]
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Blick vom Festland aus
- Inselansicht
- Klippen mit Kirchbau in der Höhle
- Marienkapelle
- Innenraum der Kapelle
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Ben O'Donnell: Great Prespa Lake Islands, North Macedonia and Albania. In: Archaeology. Vol. 78 Issue 2, März 2025, ISSN 0003-8113, S. 18.
- ↑ Agjencia Kombetare e Zonave e Mbrojtura: Ishulli i Maligradit ( vom 25. Mai 2019 im Internet Archive)
- ↑ Militärkarte 1:50.000 K-34-114-D. 2. Auflage, Tirana 1983.
- Gabriel Schwaderer, Annette Spangenberg: Prespa-Ohrid-Region: uralte Seen und unentdeckte Gebirge am grünen Band Balkan (= Naturschätze Europas). Euronatur, Radolfzell 2009, ISBN 978-3-00-027579-1.
- 1 2 3 Andreas Lippert: Maligrad. In: Christian Zindel, Andreas Lippert, Bashkim Lahi, Machiel Kiel (Hrsg.): Albanien: ein Archäologie- und Kunstführer von der Steinzeit bis ins 19. Jahrhundert. Böhlau Verlag, Wien / Köln 2018, ISBN 978-3-205-20723-8, S. 387 f.
- ↑ Gillian Gloyer: Albania : the Bradt travel guide. Chalfont St. Peter : Bradt Travel Guides, 2012, ISBN 978-1-84162-387-0 (archive.org [abgerufen am 8. August 2025]).
- ↑ Monumentet Qarku Korçë. (PDF) In: Instituti Kombëtr i Trashëgimisë Kuturore. Juni 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026 (albanisch).
- ↑ Nis restaurimi i kishës së Shën Mërisë në Maligrad, Gjergji Koki: Dalin në pah vlerat e rralla historike. In: Shqiptarja.com. 9. September 2020, abgerufen am 19. Oktober 2026 (albanisch).

