Malév
| MALÉV Hungarian Airlines | |||
|---|---|---|---|
| IATA-Code: | MA | ||
| ICAO-Code: | MAH | ||
| Rufzeichen: | MALEV | ||
| Gründung: | 1954 | ||
| Betrieb eingestellt: | 2012 | ||
| Sitz: | Budapest, | ||
| Drehkreuz: | Budapest Liszt Ferenc | ||
| Heimatflughafen: | Budapest-Ferihegy | ||
| Unternehmensform: | Aktiengesellschaft | ||
| Mitarbeiterzahl: | 2.975 (2006) | ||
| Umsatz: | 690 Mio. US-Dollar (2006) | ||
| Fluggastaufkommen: | 3,0 Mio. (2006) | ||
| Allianz: | oneworld | ||
| Vielfliegerprogramm: | Duna Club | ||
| Flottenstärke: | 22 (+ 19 Bestellungen) | ||
| Ziele: | national und international | ||
| MALÉV Hungarian Airlines hat den Betrieb 2012 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes. | |||
| Flugzeugtyp | aktiv | bestellt | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-600 | 6 | ||
| Boeing 737-700 | 7 | ||
| Boeing 737-800 | 5 | ||
| De Havilland DHC-8-400 | 4 | 4 | Auslieferung war geplant bis 2012; + 4 Optionen[15] |
| Suchoi Superjet 100 | 15 | Auslieferung war geplant ab 2011; +15 Optionen[16] | |
| Gesamt | 22 | 19 |
Zuvor eingesetzte Flugzeuge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]MALÉV Hungarian Airlines betrieb früher folgende Typen:
Galerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischenfälle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Am 13. Juli 1956 brachten sieben Entführer eine Li-2 der Malév (Luftfahrzeugkennzeichen HA-LIG) auf dem Inlandsflug von Győr nach Szombathely in ihre Gewalt und veranlassten eine Kursänderung mit Landung in Ingolstadt. Das Flugzeug blieb unbeschädigt, über Personenschäden liegen keine Angaben vor. Dort beantragten sie politisches Asyl. Dies war die erste Entführung eines zum Ostblock gehörenden Verkehrsflugzeuges in den Westen.[17][18]
- Am 6. August 1961 stürzte eine Douglas TS-62 (C-47/DC-3) der Malév (HA-TSA), mit der ein Rundflug über Budapest durchgeführt wurde, nach einem Kontrollverlust auf ein Wohnhaus, wobei alle 27 Insassen und drei Personen am Boden getötet wurden. Es wurde festgestellt, dass die Piloten gegen Betriebsvorschriften verstoßen hatten, indem sie Dritten Zugang zum Cockpit gewährten und verbotene Kunstflugmanöver flogen (siehe auch Flugunfall in Budapest 1961).
- Am 19. November 1969 überrollte eine Tupolew Tu-134 der Malév (HA-LBA) bei der Landung auf dem Flughafen Istanbul-Yeşilköy (Türkei) das Landebahnende. Das Fahrwerk brach zusammen, als das Flugzeug auf weichen Boden auflief. Der Navigator im Bug des Flugzeugs wurde verletzt. Alle Insassen, Besatzungsmitglieder und Passagiere, überlebten den Unfall.[19]
- Am 28. August 1971 stürzte eine Iljuschin Il-18 der Malév (HA-MOC) beim Endanflug nach Instrumentenflugregeln nahe der Insel Saltholm ins Meer. Flugzeugführer war der bekannte ungarische Weltkriegsflieger Dezső Szentgyörgyi, der im Anflug die Kontrolle über das Flugzeug verlor. Von den 34 Insassen überlebten nur 2 Passagiere den Unfall (siehe auch Malév-Flug 731).[20]
- Der zweitschwerste Unfall in der Geschichte der Malév ereignete sich am 16. September 1971, als eine Tu-134 bei schlechtem Wetter in der Nähe des internationalen Flughafens von Kiew abstürzte. Alle 49 Insassen kamen ums Leben (siehe auch Malév-Flug 110).
- Am 15. Januar 1975 wurde eine auf einem Positionierungsflug vom Flughafen Berlin-Schönefeld zum Flughafen Budapest befindliche Iljuschin Il-18W der Malév (HA-MOH) bei einem versuchten Durchstarten 1.360 Meter hinter der Landebahn des Flughafens Budapest ins Gelände geflogen, wobei alle an Bord befindlichen neun Personen starben. Es wurde vermutet, dass der Flugkapitän bei dichtem Nebel die Landebahnbefeuerung mit der Beleuchtung des Vorfeldes verwechselt hatte (siehe auch Malév-Flug 801A).
- Am 30. September 1975 stürzte eine Tu-154 der Malév auf dem Weg von Budapest nach Beirut (Flug 240) mit 50 Passagieren und 10 Besatzungsmitgliedern kurz vor der Landung gegen 3 Uhr morgens ins Meer. Das Wrack liegt vermutlich in 600 bis 1000 Meter Tiefe, der Flugschreiber wurde nie gefunden. Es wurde nie ein detaillierter Untersuchungsbericht über diesen schwersten Unfall in der Geschichte der Gesellschaft veröffentlicht. Am Tag vor dem Absturz hatte die PLO ihr Büro in Budapest eröffnet. Es gibt Spekulationen darüber, dass ein Abschuss durch das israelische oder syrische Militär einer PLO-Delegation galt, die sich jedoch tatsächlich nicht an Bord des Flugzeuges befand, oder dass eine unbekannte Fracht an Bord mitgeführt wurde, da das Flugzeug nur zu etwa einem Drittel mit Passagieren besetzt war. Angehörige der Crew unternahmen auf eigene Faust Aufklärungsversuche, fanden aber nur heraus, dass offizielle Stellen in Ungarn wie im Libanon der Auffassung waren, dass das Flugzeug durch äußere Einwirkung zum Absturz gebracht wurde, ohne dieser Vermutung weiter nachzugehen.[21] Die Gräber der aus dem Wasser geborgenen und im Krankenhaus obduzierten Leichen sind nicht auffindbar.[22] Im Jahr 2003 wurde festgestellt, dass in Ungarn keine offiziellen Dokumente mehr über den Zwischenfall existierten; aber auch die Details dieses Berichts blieben geheim. Im Januar 2009 wurde bezüglich dieses Falls ein Fragenkatalog an die Europäische Union übermittelt (siehe auch Malév-Flug 240).[23]
- Am 21. September 1977 wurde eine auf einem Flug von Istanbul nach Budapest mit planmäßigem Zwischenstopp in Bukarest befindliche Tupolew Tu-134 der Malév (HA-LBC) bei Urziceni, Rumänien ins Gelände geflogen, nachdem die Piloten ein kontinuierliches Sinken der Maschine, welches aus einem Flug mit zu geringer Leistung resultierte, nicht bemerkt hatten. Nach dem Aufprall schlitterte die Maschine in ein Feld und geriet in Brand, 29 der 53 Insassen starben (siehe auch Malév-Flug 203).
Seit 1978 hatte die Malév außer einem Todesfall bei Wartungsarbeiten keine Zwischenfälle mit tödlichen Folgen mehr zu verzeichnen.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 aero.de – Ungarische Malev stellt Betrieb ein 3. Februar 2012.
- ↑ Trauer um nationale Fluglinie, Budapester Zeitung 10. Februar 2012.
- ↑ Trauer um nationale Fluglinie
- ↑ Rainer W. During: Die letzte Lisunov Li-2: Die russische DC-3. In: Flugzeug Classic, Jg. 6, Nr. 8/9. GeraMond, München 2005, ISSN 1617-0725, S. 65/66.
- ↑ aktuell.ru
- ↑ Ungarns Airline Malev wird wiederverstaatlicht ( vom 8. Januar 2016 im Internet Archive)
- ↑ Die ungarische Airline Malév wurde rückverstaatlicht ( vom 12. Juni 2010 im Internet Archive) auf Pester Lloyd vom 1. März 2010, abgerufen am 27. März 2010.
- ↑ airliners.de – Malev vor dem Aus? ( vom 7. Januar 2012 im Internet Archive) 6. Dezember 2011.
- ↑ airliners.de – EU: Malev muss Finanzhilfen zurückzahlen ( vom 30. Januar 2012 im Internet Archive) 9. Januar 2012.
- ↑ aero.de – Ungarische Malev steht unter Konkursschutz 30. Januar 2012.
- ↑ gourmet-report.de – Malev fliegt nicht mehr 3. Februar 2012.
- ↑ AFP:Malev stellt Betrieb ein ( vom 23. April 2016 im Internet Archive), abgerufen am 17. Januar 2013.
- ↑ ch-aviation.ch – Flotte der Malév ( vom 16. Juni 2007 im Internet Archive) (englisch) abgerufen am 3. Februar 2012.
- ↑ airfleets.net – Flottenalter der Malév (englisch) abgerufen am 3. Februar 2012.
- ↑ caboodle.hu – Malév to buy new aircraft ( vom 21. Juli 2011 im Internet Archive) (englisch) 16. Juli 2008.
- ↑ aero.de: Malév will 30 Suchoi Superjet 100 kaufen ( vom 21. Juni 2009 im Internet Archive)
- ↑ Rainer W. During: Die letzte Lisunov Li-2: Die russische DC-3. In: Flugzeug Classic, Jg. 6, Nr. 8/9. GeraMond, München 2005, ISSN 1617-0725, S. 65/66.
- ↑ Zwischenfallbericht Li-2 HA-LIG, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 11. Januar 2025.
- ↑ Unfallbericht Tu-134 HA-LBA, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 13. Januar 2025.
- ↑ Unfallbericht IL-18 HA-MOC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 30. November 2017.
- ↑ http://www.airliners.net/aviation-articles/read.main?id=55 Zugriff am 23. Juli 2012.
- ↑ Archivierte Kopie ( des vom 23. Januar 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Zugriff am 23. Juli 2012.
- ↑ europarl.europa.eu
