Makatit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt nadelige bis prismatische, gestreifte Kristalle bis etwa einen Zentimeter Länge mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen, die meist zu faserigen oder radialstrahligen bis sphärolithischenMineral-Aggregaten verbunden sind. In reiner Form ist Makatit farblos und durchsichtig.[8] Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund der überwiegend polykristallinen Ausbildungsformen erscheint er jedoch im Allgemeinen durchscheinend weiß und zeigt einen eher seidenähnlichen Glanz oder ist matt. Sehr selten nimmt er durch Fremdbeimengungen auch eine blasse, bläulichweiße oder grünlichweiße Farbe an.
Benannt wurde Makatit in Anlehnung an seinen Natriumgehalt nach dem Massai-Wort „emakat“ (mä’kătit), was Soda bzw. Natron bedeutet.[9]
Erstmals entdeckt wurde das Mineral 1968 durch Richard L. Hay in Gesteinsproben, die einem Bohrkern am Magadisee entnommen wurden, der aus einer Tiefe von 94 ft (ca. 28,65m) entnommen wurde. Der Magadisee ist ein Natronsee und liegt im östlichen Arm des Ostafrikanischen Grabens in Kenia. Wissenschaftlich beschrieben und benannt wurde Makatit 1970 durch Richard A. Sheppard, Arthur J. Gude und Richard L. Hay.[9]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/G.05-020. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Übergangsstrukturen von Ketten- zu Schichtsilikaten“, wo Makatit zusammen mit Searlesit und Silinait eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/G.05 bildet.[10]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Makatit die System- und Mineralnummer 74.03.05.02. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Modulierte Lagen“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 74.03.05, in der auch Natrosilit, Silinait und Searlesit eingeordnet sind.[12]
Makatit (weiß) und Pektolith (schwach bläulichweiß) im Tageslicht und unter UV-Licht
Unter UV-Licht zeigen manche Makatite eine grünlichweiße Fluoreszenz, ähnlich der von neonfarbenenTextmarkern. Makatit lässt sich damit unter anderem von dem recht ähnlich aussehenden, jedoch rot- bis blauviolett fluoreszierenden Pektolith unterscheiden.
Verwechslungsgefahr aufgrund ähnlicher Farbe und Kristallgestalt besteht zudem mit Mesolith und Natrolith, die jedoch orthorhombisch kristallisieren und keine Fluoreszenz aufweisen, sowie mit Skolezit, der allerdings gelb bis braun fluoresziert.
Makatit (schwach Grünlichweiß) und Zakharovit (Senfgelb) aus der Grube Demix-Varennes, Québec, Kanada (Sichtfeld≈6⅔mm×4⅓mm)Langfaseriger, schwach bläulichweißer und seiden glänzender Makatit aus der Grube Demix-Varennes, Québec, Kanada (Sichtfeld4,5mm×6,8mm)
Als sehr seltene Mineralbildung wurde Makatit nur in wenigen Proben aus weniger als 10 Fundorten bekannt. Seine Typlokalität Magadisee, an dem auch die Minerale Kenyait und Magadiit erstmals entdeckt wurden (H.P.Eugster, 1967),[13] ist dabei der bisher einzige Fundort in Kenia.
Richard A. Sheppard, Arthur J. Gude, Richard L. Hay:Makatite, a new hydrous sodium silicate mineral from Lake Magadi, Kenya. In: American Mineralogist. Band55, 1970, S.358–366 (englisch, minsocam.org[PDF; 551kB; abgerufen am 27.Mai 2026]).
H. Annehed, L. Fälth, F. J. Lincoln:Crystal structure of synthetic makatite Na2Si4O8(OH)2·4H2O. In: Zeitschrift für Kristallographie. Band159, 1982, S.203–210 (englisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 22. Mai 2025 im Internet Archive) [PDF; 2,1MB; abgerufen am 27.Mai 2026]).
N. V. Zubkova, I. V. Pekov, D. Y. Pushcharovsky:A review of crystal chemistry of natural silicates of alkaline elements in the light of new structural data. In: Mineralogical Magazine. Band78, 2014, S.253–265, doi:10.1180/minmag.2014.078.2.03 (englisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 22. Mai 2025 im Internet Archive) [PDF; 6,6MB; abgerufen am 27.Mai 2026]).
Makatite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 27.Mai 2026(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.683 (englisch).
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Makatite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 79kB; abgerufen am 27.Mai 2026]).
↑David Barthelmy:Makatite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 27.Mai 2026(englisch).
12345Makatite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 27.Mai 2026(englisch).
12Richard A. Sheppard, Arthur J. Gude, Richard L. Hay:Makatite, a new hydrous sodium silicate mineral from Lake Magadi, Kenya. In: American Mineralogist. Band55, 1970, S.358–366 (englisch, minsocam.org[PDF; 551kB; abgerufen am 27.Mai 2026]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.1565.