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Ma Thida

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ma Thida (2025)

Ma Thida (birmanisch မသီတာ; * 1966) ist eine myanmarische Schriftstellerin, Ärztin und Menschenrechtlerin, die in den 1990er-Jahren als politische Gefangene inhaftiert war und seit dem Militärputsch 2021 in Deutschland lebt.[1] Sie erlangte Bekanntheit durch ihr Eintreten für Meinungsfreiheit und ihre Rolle als Vorsitzende des Writers in Prison Committee von PEN International.[2] Sie veröffentlichte den Roman The Sunflower und das Buch A-Maze: Myanmar’s Struggle for Democracy, 2011–2023.[3]

Ma Thida wurde 1966 in Yangon geboren und wuchs dort als ältestes dreier Kinder auf.[4] Sie studierte in den 1980er-Jahren Medizin und wurde Ärztin.[1] In den späten 1980er-Jahren schloss sie sich der Demokratiebewegung an und unterstützte Aung San Suu Kyi als Helferin und Sanitäterin.[1] Im Jahr 1993 wurde sie vom Militärregime zu zwanzig Jahren Haft im Insein-Gefängnis verurteilt.[1] Während der Haft erkrankte sie an Tuberkulose und berichtete später über schwere Haftbedingungen, darunter fehlende medizinische Versorgung und Einschränkungen beim Zugang zu Schreibmaterialien.[2] Der Zugang zur medizinischen Hilfe wurde ihr nur nach einem Hungerstreik gewährleistet.[5] 1999 kam sie nach internationalem Druck und aus humanitären Gründen frei.[4] Nach ihrer Entlassung konnte sie zeitweise keinen Pass erhalten und war dadurch in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt.[1] Nach dem Militärputsch vom 1. Februar 2021 verließ sie Myanmar und lebt seither in Berlin.[1] Die myanmarische Botschaft in Berlin verweigerte die Verlängerung ihres Passes, weshalb sie von deutschen Behörden ein Ersatzreisedokument erhielt.[1]

Ma Thida begann während des Medizinstudiums mit dem Schreiben und veröffentlichte in den 1980er-Jahren erste Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften.[4] Im Jahr 1992 sollte ihr erster Roman The Sunflower erscheinen, welcher die Erwartungen vieler Menschen an Aung San Suu Kyi thematisiert und kurz vor der Veröffentlichung verboten wurde.[1] Nach ihrer Freilassung wurde The Sunflower 1999 schließlich veröffentlicht und sie nahm ihre literarische Arbeit wieder auf.[1] Ihr Gefängnismemoir erschien 2012 auf Birmanisch und wurde 2016 als englische Ausgabe Prisoner of Conscience: My Steps through Insein veröffentlicht.[6] Unter dem Pseudonym Suragamika veröffentlichte sie 2011 den dokumentarischen Roman The Roadmap.[7] Sie steht dem Writers in Prison Committee von PEN International vor und setzt sich für Inhaftierte ein.[8] Für ihren Einsatz erhielt sie 2016 als erste Preisträgerin den Preis Disturbing the Peace der Václav-Havel-Library-Foundation.[7] Mit A-Maze: Myanmar’s Struggle for Democracy, 2011–2023 (2024) legt sie eine englischsprachige Analyse der Jahre 2011 bis 2023 und der Spring Revolution nach dem Putsch vor.[3]

Commons: Ma Thida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Exile is a temporary state of mind for Burmese writer Ma Thida. In: voanews.com. 13. Mai 2024, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  2. 1 2 In Myanmar im Gefängnis: „Ich spüre Solidarität“. In: taz.de. 7. März 2026, abgerufen am 7. März 2026.
  3. 1 2 Ma Thida on Myanmar’s unfinished struggle for democracy: Southasia Review of Books podcast #36. In: himalmag.com. 3. November 2025, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 „Ich wusste immer, was ich wollte“. In: kulturaustausch.de. 26. Februar 2024, abgerufen am 7. März 2026.
  5. Tanja Tricarico: In Myanmar im Gefängnis: „Ich spüre Solidarität“. In: Die Tageszeitung: taz. 7. März 2026, ISSN 0931-9085 (Online [abgerufen am 20. März 2026]).
  6. Review: Dissident Memoirs of Ma Thida and U Kyaw Win. In: irrawaddy.com. 15. September 2016, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  7. 1 2 VACLAV HAVEL LIBRARY FOUNDATION NAMES BURMESE WRITER MA THIDA WINNER OF ‘DISTURBING THE PEACE’ AWARD. In: havelcenter.org. 8. September 2016, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  8. [Listen] Ma Thida: Myanmar's Struggle for Democracy. In: wheelercentre.com. 15. Juni 2024, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).