MZ 125
| IFA-DKW/IFA/MZ | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| (RT) 125 | |||||
| Hersteller | IFA-Motorradwerk Zschopau bzw. VEB Motorradwerk Zschopau | ||||
| Verkaufsbezeichnung | (RT) 125 | ||||
| Produktionszeitraum | 1949 bis 1965 | ||||
| Klasse | Motorrad | ||||
| Motordaten | |||||
| Vorgängermodell | DKW RT 125 | ||||
| Nachfolgemodell | MZ ES 125 | ||||
| IFA-DKW RT 125 | IFA RT 125/1 | MZ 125/2 | MZ 125/3 | MZ 125/4 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Baujahre | 1949–1954 | 1954–1956 | 1956–1959 | 1959–1962 | 1962–1965 |
| Motor | fahrtwindgekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor, Kickstarter | ||||
| Steuerung | Kolbenkantensteuerung | ||||
| Ladungswechsel | Umkehrspülung | ||||
| Bohrung × Hub | 52 × 58 mm | ||||
| Hubraum | 123 cm³ | ||||
| Verdichtung | 6 : 1 | 6,5 : 1 | 7,25 : 1 | 8 : 1 | 9 : 1 |
| Nennleistung | 4,7 PS (3,5 kW) bei 4800/min |
5,5 PS (4 kW) bei 5200/min |
6 PS (4,4 kW) bei 5200/min |
6,5 PS (4,8 kW) bei 5200/min |
8,5 PS (6,3 kW) bei 5800/min |
| max. Drehmoment | 0,95 kpm (9,3 Nm) bei 3600/min |
1,25 kpm (12,3 Nm) bei 5500/min | |||
| Vergaser | BVF-Rundschiebervergaser | BVF-Flachschiebervergaser NB 20 | BVF-Vergaser NB 221-2 | BVF-Vergaser 22 KNB 1-3 | |
| Schmierung | Zweitaktgemisch 1 : 25 | Zweitaktgemisch 1 : 33 | |||
| Zündung | Batteriezündung, kontaktgesteuert | ||||
| Lichtmaschine | 6 V – 35/45 W | 6 V – 60 W | 6 V – 60–90 W | ||
| Bordspannung | 6 V | ||||
| Kupplung | Mehrscheibenkupplung im Ölbad, mechanisch betätigt | ||||
| Getriebe | 3-Gang-Stirnrad-Wechselgetriebe, klauengeschaltet | 4-Gang-Stirnrad-Wechselgetriebe, klauengeschaltet | |||
| Endantrieb | Rollenkette | Rollenkette (vollgekapselt) | |||
| Rahmen | Einrohrrahmen mit Unterzug | ||||
| Maße (L × B × H) | 1940 × 660 × 900 mm | 1980 × 650 × 920 mm | 1980 × 710 × 920 mm | ||
| Radstand | 1220 mm | 1250 mm | 1310 mm | ||
| Sitzhöhe | 720 mm | 770 mm | |||
| Radaufhängung vorn | Teleskopgabel, 150 mm Federweg | ||||
| Radaufhängung hinten | Geradewegfederung, 50 mm Federweg | ||||
| Felgengröße vorn | Drahtspeichenrad, 2,00 × 19″ |
Drahtspeichenrad, 2,50 × 19″ | |||
| Felgengröße hinten | |||||
| Bereifung vorn | 2,50–19″ | 2,75–19″ | 2,75–19″ | ||
| Bereifung hinten | 3,00–19″ | ||||
| Bremse vorn | Innenbacken-Trommelbremse (Halbnabe), ø 125 mm, seilzugbetätigt |
Innenbacken-Trommelbremse (Halbnabe), ø 125 mm, seilzugbetätigt; ab 1958: Innenbacken-Trommelbremse (Vollnabe), ø 150 mm, seilzugbetätigt |
Innenbacken-Trommelbremse (Vollnabe), ø 150 mm, seilzugbetätigt | ||
| Bremse hinten | |||||
| Leergewicht | 78 kg | 88 kg | 90 kg | 109 kg | |
| zul. Gesamtgewicht | 208 kg | 235 kg | 250 kg | ||
| Tankinhalt | 8 l | 12 l | 11 l (Reserve: 2 l) | ||
| Höchstgeschwindigkeit | 75 km/h | 80 km/h | 85 km/h | ||
Rennsport
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Noch 1949 entwickelten der in der MZ-Versuchsabteilung tätige Ingenieur Kurt Kämpf und der ehemalige Werksfahrer Hermann Scherzer aus der RT eine Rennsportversion, die erstmals im Juli des Jahres beim „Stralsunder Bäderrennen“ eingesetzt wurde. 1950 wurde als bemerkenswerter Erfolg der 3. Platz in der Wertung zur gesamtdeutschen Straßenmeisterschaft in der Klasse bis 125 cm³ auf einer Rennsport-RT errungen.[13]
Für die speziellen Anforderungen an den Straßenrennsport wurde ab 1952 in der neu gegründeten MZ-Rennsportabteilung ein gänzlich neues Fahrwerk konstruiert sowie die Maschinen insgesamt sukzessive weiterentwickelt und in ihrer Leistung gesteigert. Mit den frühen RT-Rennsportversionen hatte diese nichts mehr gemein.[14]
Weiteres
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Preise für die RT 125 bewegten sich zwischen 1680 und 1875 Mark. Die größere und stärkere AWO 425 kostete etwa 2500 Mark. Die Preise für ein Auto lagen bei 8500 (IFA F 8) und 12.000 Mark (IFA F 9).[15] Somit war die RT 125 in der DDR das günstigste zulassungspflichtige Kraftfahrzeug und entsprechend stark verbreitet.
Mit einem zusätzlichen Gebläse zur besseren Kühlung ausgestattet wurde der Motor der RT 125 auch in die ab 1955 bei IWL gebauten Motorroller Pitty, Wiesel und Berlin, beim Letzteren mit auf 150 cm³ vergrößertem Hubraum, eingebaut. Auch viele andere Teile der RT wurden in den Rollern übernommen. Das nachfolgende Modell Troll erhielt den Motor der MZ ES 150. Alle 125- und 150-cm³-Motoren von MZ basierten bis 1985 auf dem Motor der RT 125. Erst mit der ETZ-125/150-Baureihe wurde ein gänzlich neuer Motor eingeführt; das Bohrung/Hub-Verhältnis wurde aber auch hier beibehalten.

Zwischen 1996 und 1998 vermarktete das in Zschopau ansässige Unternehmen MZ-B ein Motorrad mit der Bezeichnung RT 125 Classic. Die Bezeichnung „Classic“ ist insofern irreführend, als dieses Modell optisch nichts mit der RT gemein hat. Technisch basierte es auf dem Fahrwerk der ETZ 251/301 und nutzte auch Tank und Seitendeckel dieser Baureihe.[16]
Von 2000 bis 2008 baute die MZ Motorrad- und Zweiradwerk GmbH ein Motorrad mit dem traditionellen Namen MZ RT 125. Es hat einen modernen Vierventil-Einzylinder-Viertaktmotor mit DOHC-Ventilsteuerung und 124,4 cm³ Hubraum. Dieses Motorrad hat mit der klassischen RT 125 außer dem Namen nichts gemeinsam.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Frieder Bach, Woldemar Lange, Siegfried Rauch: DKW – MZ: Motorräder aus Zschopau und Ingolstadt. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-613-01395-9.
- Frank Rönicke: Schrader-Motor-Chronik exklusiv, DDR-Motorräder: historische Dokumente aus vier Jahrzehnten. Schrader, Stuttgart 2000, ISBN 3-613-87203-X.
- Halwart Schrader: Motorräder aus der DDR. 5. Auflage. Schrader, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-87176-9.
- Andy Schwietzer: Typenkompass MZ – Motorräder seit 1950. 2. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02121-8.
- Andy Schwietzer: DDR-Motorradklassiker. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02314-8.
- Claus Uhlmann: RT 125 – Das kleine Wunder aus Zschopau – Geschichte und Technik der RT-Motorräder. Verlag Bergstrasse, Aue 2005
- Manfred Woll: IFA/MZ-Renngeschichte 1949–1961. Heel Verlag, Königswinter 2001, ISBN 3-89880-011-3.
- Betriebsanleitung für MZ-Motorrad 125/3 Ausgabe 1962 Motorradwerk Zschopau 11. Auflage Fachbuchhandel Leipzig 1962 - III/18/65
- Jens Kraus: Der genetische Code. In: Oldtimer-Praxis. 4/2005, S. 66–70. (Beitrag zu selbstgebauten Rennmotorrädern auf Basis der IFA DKW RT 125)
- Klaus Ullrich: Auf Gute Nachbarschaft! In: Oldtimer-Praxis. 3/1995, S. 11–13. (Beitrag über die MZ 125/3)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Internetportal rund um die RT mit kostenlosem Downloadangebot von Betriebsanleitungen, Ersatzteillisten, Schaltplänen etc.
- Seite über die Restaurierung einer MZ 125/3
- Technische Daten der IFA- und MZ-Modelle
- Geschichte der MZ RE 125
- MZ RT 125 Seiten von ostmotorrad.de mit Betriebsanleitungen, Ersatzteillisten,Bildern Schaltplänen und weiteren Infos ( vom 14. März 2005 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ IFA RT 125 - 0 Wissenswertes - DDRMoped.de, abgerufen am 14. April 2025.
- ↑ DKW RT 125 mit Hinterradfederung. In: Neues Kraftfahrzeug Fachblatt. Nr. 9, 1949, S. 250.
- ↑ Die RT 125 – das leistungsfähige und wirtschaftliche Kraftrad der IFA. In: Kammer der Technik Fachverband Fahrzeugbau und Verkehr (Hrsg.): Kraftfahrzeugtechnik. 1. Jahrgang, Nr. 6. VEB Verlag Technik Berlin, 1951, ISSN 0023-4419, S. 141–144.
- 1 2 3 Kurt Kämpf: Das neue IFA-Motorrad RT 125-1. In: Kammer der Technik Fachverband Fahrzeugbau und Verkehr (Hrsg.): Kraftfahrzeugtechnik. 4. Jahrgang, Heft 3. VEB Verlag Technik Berlin, 1954, ISSN 0023-4419, S. 76–81 (Online).
- ↑ Beyer: Kraftfahrzeuge auf der Leipziger Messe 1953. In: Kammer der Technik Fachverband Fahrzeugbau und Verkehr (Hrsg.): Kraftfahrzeugtechnik. 3. Jahrgang, Heft 11. VEB Verlag Technik Berlin, 1953, ISSN 0023-4419, S. 342–343.
- ↑ Patent DE932772C: Kettenschutzgehäuse für Krafträder- und andere Kettentriebe. Angemeldet am 28. April 1954, veröffentlicht am 8. September 1955, Anmelder: VEB Motorradwerk Zschopau, Erfinder: Walter Heydenreich, Alfred Liebers.
- ↑ Weiterentwicklung der MZ 125/2. In: Kammer der Technik Fachverband Fahrzeugbau und Verkehr (Hrsg.): Kraftfahrzeugtechnik. 8. Jahrgang, Heft 4. VEB Verlag Technik Berlin, 1958, ISSN 0023-4419, S. 154, 156.
- ↑ Das neue Motorrad MZ 125/3. In: Kammer der Technik Fachverband Fahrzeugbau und Verkehr (Hrsg.): Kraftfahrzeugtechnik. 9. Jahrgang, Heft 12. VEB Verlag Technik Berlin, 1958, ISSN 0023-4419, S. 495.
- ↑ Der volkseigene Kraftfahrzeugbau auf der Leipziger Herbstmesse 1959. In: Kammer der Technik Fachverband Fahrzeugbau und Verkehr (Hrsg.): Kraftfahrzeugtechnik. 9. Jahrgang, Heft 9. VEB Verlag Technik Berlin, 1959, ISSN 0023-4419, S. 368–369.
- ↑ Kraftfahrzeugtechnik Messeredaktion berichtet. In: Kammer der Technik Fachverband Fahrzeugbau und Verkehr (Hrsg.): Kraftfahrzeugtechnik. 12. Jahrgang, Heft 4. VEB Verlag Technik Berlin, 1962, ISSN 0023-4419, S. 141.
- 1 2 RT 125 Das kleine Wunder aus Zschopau von DKW bis MZ - Claus Uhlmann mit Details zur MZ 125/4 (ab 0:39:01) auf YouTube, 6. Dezember 2024, abgerufen am 2. April 2025 (Videomitschnitt des Fördervereins August Horch Museum e. V.).
- ↑ http://www.ddrmoped.de/forum/index.php?showtopic=10285
- ↑ Zschopau – Die Motorradstadt, abgerufen am 16. November 2021.
- ↑ Arthur Rosenhammer: 160 PS/l. – „MZ“ stärkster Zweitakter der Welt. In: transpress VEB Verlag für Verkehrswesen (Hrsg.): Der deutsche Straßenverkehr. 18. Jahrgang, Heft 6. VEB Verlag Technik Berlin, 1958, ISSN 0012-0804, S. 198–199 (Online).
- ↑ Claus Fritsche: Die Troll-Dynastie und ich ( vom 5. November 2013 im Internet Archive), S. 7 (PDF; 5,3 MB)
- ↑ MZ-B RT 125 Classic im Bestand des Fahrzeugmuseums Staßfurt. In: museum-digital.de. Abgerufen am 11. Februar 2021.
