MINICK
MINICK (Kofferwort aus MI & (K)NICK) ist ein 1994 in der Schweiz gegründetes Kommunikationsunternehmen, das inzwischen in Düsseldorf und Hamburg in Deutschland beheimatet ist.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1994 wurde MINICK als Einzelfirma von Michael Kägi und Dominik Brunner in Erlenbach ZH gegründet [1] und 1998 in eine Aktiengesellschaft überführt (MINICK Switzerland AG). Anfänglich handelte die Firma mit PCs und einer Eigenentwicklung, der SMS und Pager Software "Page-It"[2][3]. Bald schon entwickelte sie innovative Lösungen im Bereich der Telekommunikation und da insbesondere im Teilbereich SMS, wo die Firma zu den Pionieren in dieser damals neuen Technologie zählte. MINICK lancierte 1998 einer der weltweit ersten SMS Resultatservice für Eishockey Clubs wie den EV Zug oder den Grasshopper Club Zürich.[4] Mit dem interaktiven Service wie "mobilesound"[5][6] und "mobilefinance.com" gehörte die MINICK zu den ersten Firmen weltweit, die die SMS Technologie mit dem Internet kombinierten.[7][8][9] Die MINICK hielt auch Patente in diesem Bereich.[10][11] Bereits im 1999 kaufte Alexander Falk über das an der Börse notierte Unternehmen Distefora eine Mehrheit an der MINICK. Die 2Tell GmbH, der damalige Mobile Bereich der Distefora, wurde im Jahr 2000 in MINICK (Germany) Ltd. umgetauft und es wurden weitere Filialen in Ländern England und Spanien eröffnet.[12][13][14][15][16]
Nachdem Börsengang (IPO) der Distefora Tochter ISION am den neuen Markt in Frankfurt[17], firmierte sie die MINICK in Distefora Mobile um.[18] Die Distefora geriet allerdings danach selbst in eine finanzielle Schieflage[19][20][21] und begann einzelne operative Einheiten zu veräussern. So auch das Geschäftsfeld Mobile, welches durch das Management der Distefora Mobile aus der Distefora unter der Federführung von Martin Schlatter durch ein Management Buyout (MBO) wieder aus dem Konzern herausgelöst wurde. Als strategischen und finanziellen Partner konnte das Management der Distefora Mobile den amerikanischen Spielehersteller THQ gewinnen. Tero Turunen wurde CEO und Michael Kägi, der ursprüngliche Gründer der MINICK der Verwaltungsratspräsident. Die Distefora Mobile wurde wieder in MINICK umfirmiert und unter de Dach der MINICK Holding AG in Zollikon in der Schweiz weitergeführt.[22][23][24]
Zwar galt die MINICK bereits zu diesem Zeitpunkt als einer der europaweit führender Anbieter von SMS-basierten Spielen, Umfrage- und Chat-Applikationen, zu den Kunden zählten bekannte Unternehmen wie MTV Europe, UBS, RTL, McDonalds[25] oder der britische Channel 4[26][27], aber finanziell stand das Unternehmen nach dem MBO auf wackligen Füssen. Unter der Leitung von Michael Kägi wurde dann die Firma umfassend saniert und restrukturiert und somit auch finanziell wieder auf solide Beine gestellt.[28]
Am 4. Dezember 2006 übernahm die Swisscom die in Zollikon ansässige MINICK Holding AG zu 100%. Verkäufer waren zu gleichen Teilen der US-Spielehersteller THQ sowie das Management und die Mitarbeitenden des Unternehmens.[29][30] MINICK war zu diesem Zeitpunkt ein führender Anbieter für mobile Mehrwertdienste (VAS) und betrieb unter anderem interaktive Plattformen für SMS-Abstimmungen (z. B. bei TV-Shows), Klingeltöne und mobile Internetportale für Mobilfunknetzbetreiber in ganz Europa. Für Swisscom war der Kauf ein strategischer Schritt, um die eigene Kompetenz im Bereich mobiler Inhalte und Applikationen zu stärken. Über den Kaufpreis vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen, die Finanz und Wirtschaft vermutete aber einen Verkaufspreis von etwas über 40 Millionen Schweizer Franken.[31][32][33][34]
Per Ende August 2008 Swisscom verkaufte die die Swisscom dann die MINICK Holding an die net mobile AG, einen Spezialisten für interaktive Anwendungen und Mobile Payment. Im Rahmen der Transaktion erwarb die Swisscom einen Minderheitsanteil an der net mobile AG. Über die Höhe des Kaufpreises wurde wiederum Stillschweigen vereinbart.[35][36][37][38]
Im Jahr 2009 erfolgte die Übernahme der net mobile AG durch den japanischen Mobilfunkriesen NTT Docomo.[39][40]
2017 erfolgte eine Neuausrichtung der DOCOMO Digital Germany GmbH mit Schwerpunkt auf mobilen Zahlungslösungen. Der Geschäftsbereichs B2O (Business to Operator) wurde am 1. Juli 2017 an die INTERNOLIX AG verkauft. Fortführung des B2O-Geschäfts durch das eigenständige Unternehmen net mobile minick GmbH wiederum unter dem Namen MINICK.[41]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Swiss IT Media GmbH: Der Musikliebhaber: Michael Kägi, Klangwandel. Abgerufen am 24. April 2026.
- ↑ MINICKHistory: MINICK im Jahr 1998 - StarTV Netnight mit Page-It & Miss Schweiz S. Berger. 16. März 2012, abgerufen am 25. April 2026.
- ↑ Vreni Wächter: Rundschau - Jobwunder Schweiz - über M. Schlatter und Page-It. In: Schweizer Fernsehen SRF1. 1999, abgerufen am 25. April 2026 (deutsch, /, schweizerdeutsch).
- ↑ MINICKHistory: MINICK im Jahr 1999 - Michael Kägi zu Gast in der Livesendung Bistro auf Tele 24. 15. März 2012, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Dr. Thomas Bürgi: mobileSound - MINICK Switzerland AG. In: E-Business erfolgreich planen und realisieren - Hanser Verlag ISBN 3-446-21616-2. Carl Hanser Verlag München Wien, 2000, abgerufen am 24. April 2026 (deutsch).
- ↑ Christoph Kapalschinski: Minick macht CD-Order per Handy möglich - WELT. In: welt.de. 16. Oktober 2000, abgerufen am 25. April 2026.
- ↑ Matthias Aebischer: Weltneuheit - mobilesound. In: Schweizer Fernsehen SRF1 - Tagesschau. 2000, abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
- ↑ Christian Trottmann: mobilesound / EVZ Sms Resultatserice / GC SMS Resultatservice. In: Livesendung auf Tele 24. 1999, abgerufen am 22. April 2026 (schweizerdeutsch).
- ↑ Bitte bestellen, wenns klingelt. In: m&k. 8. Februar 2001, abgerufen am 25. April 2026 (fr-FR).
- ↑ Michael Kägi / Distefora Mobile (Switzerland) AG: Patent Kurznachrichten-Bestellwesen. In: Patentschrift. Europäisches Patentamt, 5. September 2000, abgerufen am 25. April 2026 (deutsch).
- ↑ KAGI MICHAEL: Short message service ordering system. In: Bibliografische Daten: US2002028686 (A1). Europäisches Patentamt, 7. März 2002, abgerufen am 25. April 2026 (englisch).
- ↑ Beat D. Hebeisen: Zunehmend grössere Synergien – Manager von Falk überzeugen – Aktien bleiben mit Risiken behaftet. Finanz & Wirtschaft, 5. Juli 2000, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Swiss IT Media GmbH: Distefora noch immer im Kaufrausch. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Beat Hebeisen: Die bewegte Geschichte von Distefora und ihrem quirligen Alexander Falk. In: Finanz & Wirtschaft. 17. November 2001, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Bernd Mielke: DaFu - Datenfunk in Deutschland (Datenfunk-Firmenliste). 1. Juni 1998, abgerufen am 25. April 2026 (deutsch).
- ↑ Roland Oels: MINICK Länderniederlassungen. 29. Dezember 2010, archiviert vom am 20. Oktober 2010; abgerufen am 25. April 2026 (englisch).
- ↑ Peter Schuppli: Distefora nutzt IT-Euphorie. In: Finanz & Wirtschaft. 8. März 2000, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Martin Wüthrich: Distefora restruktiert und schafft neuen Konzern. 19. Dezember 2000, abgerufen am 25. April 2026 (deutsch).
- ↑ Selbstauflösung der Distefora. 4. Juni 2002, abgerufen am 25. April 2026.
- ↑ Michael Leitl, manager magazin: Alexander Falk: Einfach planlos. 26. Juni 2002, abgerufen am 25. April 2026.
- ↑ Swiss IT Media GmbH: Distefora: Ende der Fahnenstange. Abgerufen am 25. April 2026.
- ↑ Swiss IT Media GmbH: Distefora Mobile gerettet. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ S. W. I. swissinfo.ch: MBO for Distefora Mobile. In: SWI swissinfo.ch. 20. Juni 2002, abgerufen am 25. April 2026 (englisch).
- ↑ Beat Hebeisen: Distefora verkauft weiter. In: Finanz & Wirtschaft. 19. Juni 2002, abgerufen am 25. April 2026.
- ↑ Distefora Mobile: SMS-Promotion für McDonalds Schweiz lanciert. Persoenlich.com, abgerufen am 25. April 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ Paul Lewis: Day of reckoning in the Big Brother house as Channel 4 faces inquiry by phone line regulator. In: The Guardian. 10. August 2006, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 25. April 2026]).
- ↑ Channel 4 escapes fine over 'misleading' voting twist. 24. April 2026, abgerufen am 25. April 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Einmal New Economy und zurück. 30. Juni 2002, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ moneycab: Swisscom übernimmt die Minick Holding AG. In: Moneycab. 3. Dezember 2006, abgerufen am 22. April 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ Reuters: Swisscom mobile unit buys portal operator Minick. https://www.reuters.com, , abgerufen am 24. April 2026 (englisch).
- ↑ Swiss IT Media GmbH: Swisscom Mobile kauft Minick Holding. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Peter Manhart: Swisscom erwirbt Minick. In: Finanz & Wirtschaft. 6. Dezember 2006, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Christoph Gisiger: «Ausschüttungen werden gestützt». In: Finanz & Wirtschaft. 20. Dezember 2006, abgerufen am 24. April 2026.
- ↑ ats/hof: Swisscom fait une acquisition stratégique - RTS. In: Radio Télévision Suisse | RTS. 4. Dezember 2006, abgerufen am 24. April 2026 (französisch).
- ↑ AP: Swisscom verkauft Minick an «net mobile». In: NZZ. Neue Zürcher Zeitung, 1. September 2008, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Hans Jörg Maron: Minick bekommt ein weiteres Mal neue Besitzer: Swisscom verkauft die Minick Holding. In: INSIDE IT. 1. September 2008, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Swisscom verkauft Minick Holding an die Net Mobile AG | Netzwoche. 1. September 2008, abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Bettina Tschumi: Swisscom vend Minick à Net Mobile. In: ICTjournal. 1. September 2008, abgerufen am 24. April 2026 (französisch).
- ↑ Net Mobile-Übernahme durch NTT Docomo - Angebot annehmen. In: Finanznachrichten.de. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ it-times: net mobile: Neue Chancen nach der Übernahme. Abgerufen am 24. April 2026.
- ↑ net mobile minick GmbH | Die Lösung macht den Unterschied. Abgerufen am 22. April 2026.