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METRA

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METRA
Basisinformationen
Unternehmenssitz Chicago
Webpräsenz metra.com
Eigentümer Bundesstaat Illinois durch Northern Illinois Transit Authority (NITA) (ab 2026)
Gründung 1984
Geschäftsführung James M. Derwinski
Linien
Eisenbahn 11
Statistik
Fahrgäste 37,95 Mio. (2025)[1]
Einzugsgebiet Metropolregion Chicagodep1
Einwohner im
Einzugsgebiet
9,6 Mio.
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 145 kmdep1
Netzplan
Netzplan
METRA-Streckennetz

Metra, auch METRA, ist ein System des Schienennahverkehrs in der Metropolregion Chicago im Nordosten des US-Bundesstaats Illinois. Mit elf Linien und über 200 Stationen bildet Metra das Rückgrat der Verkehrsströme zwischen Chicago und den Vororten (Pendlergemeinden). Metra ist eine Abkürzung für Metropolitan Rail.

Die Northeast Illinois Regional Commuter Railroad Corporation ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die die Metra-Verkehrsleistungen unter dem Dach der Regional Transportation Authority (bis 2026) bzw. der Northern Illinois Transit Authority (ab 2026) erbringt und beauftragt.

Im Jahr 2025 gab es knapp 38 Millionen Fahrgäste,[1] im Jahr 2023 rund 31,9 Millionen[2]. Vor einem Einbruch der Fahrgastzahlen durch die Corona-Krise ab 2020 beförderten 2019 die Metra-Züge rund 74,04 Millionen Fahrgäste, 2017 78,62 Millionen, 2015 81,63 Millionen und 2013 82,26 Millionen Fahrgäste. In den 1990er-Jahren wurden jeweils um 70 Millionen Fahrgäste pro Jahr befördert, im Jahr 1983 56,5 Millionen.[3][4]

Metra-Lokomotive Nummer 192 ist eine EMD F40PHM-3 (Aufnahme 2018)

In den 1970er Jahren war absehbar, dass die privaten Eisenbahngesellschaften ihre Vorortverkehre um Chicago einstellen würden. Ähnliche Entwicklungen infolge von Massenmotorisierung, Suburbanisierung und Luftverkehr fanden auch in den anderen Ballungsräumen insbesondere des früheren Manufacturing Belt der Vereinigten Staaten statt und führten dort zum Ende bisheriger öffentlicher Verkehrsangebote. Die Illinois General Assembly, der Gesetzgeber des Bundesstaates Illinois, schuf 1974 die Regional Transportation Authority (RTA) als Nahverkehrsgesellschaft und Dachorganisation, um verschiedene Formen des öffentlichen Verkehrs zu konsolidieren, mit Steuermitteln aufrechtzuerhalten und die Fahrpreise festzulegen.

Die RTA gründete 1980 die Northeast Illinois Regional Commuter Railroad Corporation, um ab 1. Juni 1981 selbst die Nahverkehre der bankrotten privaten Gesellschaften Chicago, Milwaukee, St. Paul and Pacific Railroad (kurz Milwaukee Road) und Chicago, Rock Island and Pacific Railroad (kurz Rock Island) weiter zu betreiben. Die finanzielle Lage und die Zuständigkeit der RTA war seit ihrer Gründung nicht zufriedenstellend geklärt. Mit dem RTA Amendatory Act im Jahre 1983 stellte der Bundesstaat zusätzliche Mittel bereit und reformierte 1985 die RTA zu einer Organisation, die die in drei Betriebsorganisationen (englisch „Service Boards“) aufgeteilten Nahverkehrssysteme beaufsichtigen und mit öffentlichen Mitteln finanzieren sollte:

  • Die Northeast Illinois Regional Commuter Railroad Corporation mit der Metra,
  • die Chicago Transit Authority (CTA) als Betreiberin der Chicago Elevated und von Stadtbussen in Chicago und der unmittelbaren Umgebung,
  • Pace Suburban Bus (PACE) mit Busverkehren in den Vororten.

Durch den 2025 verabschiedeten Northern Illinois Transit Authority (NITA) Act änderte der Gesetzgeber die Organisation des Nahverkehrs insbesondere im nordöstlichen Illinois. An die Stelle der Regional Transportation Authority tritt 2026 die Northern Illinois Transit Authority. Die drei Betriebsorganisationen wurden nicht verändert.

Das Metra-Netz besteht aus Eisenbahnstrecken der BNSF Railway, der Union Pacific Railroad und solchen im Eigentum der Metra. Die Verkehrsstationen gehören den Kommunen oder Metra.[5]

Ab der Gründung der Metra hatten Union Pacific und BNSF bzw. deren Vorgängergesellschaften die Verkehrsleistungen auf den eigenen Strecken im Auftrag der Metra erbracht, während Metra auf anderen Strecken die Verkehre in Eigenregie betrieb. Die Frachteisenbahnen gaben in der Folge viele ihrer Verkehre an Metra ab. Mit einem seit 2023/2024 geltenden Verkehrsvertrag gingen alle Leistungen der Union Pacific an Metra über.[6] Mit einem 2026 für zunächst fünf Jahre abgeschlossenen Verkehrsvertrag bleibt BNSF Railway nur auf der als „BNSF Line“ bekannten Verbindung Betreiber im Auftrag der Metra.[7]

Metra ist Eigentümer des Rollmaterials.[5] Die Eigentümerkennzeichnung (AAR-reporting mark) lautet METX.

Ogilvie Transportation Center
Doppelstockzug der Metra Electric Line links und Wagen der South Shore Line rechts

Es finden sich vier zentrale Knotenpunkte in der Innenstadt von Chicago, die die jeweiligen Endhaltestellen des METRA-Systems darstellen:

Heritage Corridor

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Union Station – Joliet

BNSF Railway Line

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Union Station – Aurora

Die BNSF Railway Line wurde noch in den 1980er Jahren mit F-Lokomotiven des BNSF-Vorgängers Burlington Northern bedient

Milwaukee District/West Line

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Union Station – Big Timber Road

Milwaukee District/North Line

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Union Station – Fox Lake

Southwest Service

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Union Station – Manhattan

North Central Service

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Union Station – Antioch

Metra Electric Line

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Die Metra Electric ist im zentralen Abschnitt viergleisig ausgebaut und wird mit Doppelstockzügen des Typs Highliner mit Gallery-Innenraumaufteilung betrieben.

  • Millennium Station – South Chicago
  • Millennium Station – Blue Island
  • Millennium Station – University Park

Rock Island District

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LaSalle Street Station – Joliet

Metra hat 2024 für diese Strecke Akkutriebzüge des Typs Flirt Akku bei Stadler Rail bestellt.

Union Pacific/North Line

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Ogilvie Transportation Center – Kenosha, Wisconsin

Union Pacific/Northwest Line

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Ogilvie Transportation Center – Harvard, McHenry

Union Pacific/West Line

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Ogilvie Transportation Center – Elburn

Modernisierte F40PH vor Gallery-Wagen
Die Elektrotriebzüge des Typs „Highliner II“ gleichen den Gallery-Wagen im Aussehen

Wie für den Vorortverkehr der USA typisch, setzt Metra vor allem mit Diesellokomotiven bespannte Doppelstock-Wendezüge ein. Die Lokomotiven sind mehrheitlich EMD F40PH und EMD F59PH in verschiedenen Varianten. In den 2000er Jahren wurden zudem 27 MP36PH von MotivePower beschafft. Die letzte Beschaffung von 42 überholten Lokomotiven des Typs EMD SD70MACH erfolgte 2022 und 2023. Diese von Progress Rail aufgearbeiteten Fahrzeuge, wobei ursprünglich von Kansas City Southern stammend, wurden beschafft, um hauptsächlich die ältesten Lokomotiven des Typs F40PH mit schlechten Umweltwerten zu ersetzen.[8] Dadurch ist METRA wieder eine von wenigen Eisenbahngesellschaften im Personenverkehr, die sechsachsige Lokomotiven einsetzt.

Die Doppelstockwagen sind nach dem „Gallery“-Konzept gebaut, bei dem sich das Obergeschoss links und rechts über dem Mittelgang befindet. Diese Gestaltung des Fahrgastraums wurde primär in den 1950er Jahren bei diversen Vorgängerunternehmen von METRA zur Verringerung von Personalkosten eingeführt, so dass durch den Durchbruch im Boden der oberen Etage die Fahrscheine der Passagiere von der unteren aus kontrolliert werden können.

Auf den Strecken von Metra Electric werden Doppelstock-Elektrotriebwagen des Typs Highliner in zwei Generation eingesetzt. Die neuere Generation wurde ab 2005 von Nippon Sharyo im Stil der Gallery-Wagen gefertigt. Diese Züge verkehren teilweise auf der Interurban der South Shore Line.

Für die Rock Island Division beschafft Metra Akkutriebzüge des Typs Flirt Akku bei Stadler Rail. Acht Zweiwagenzüge mit zusätzlichen Technikwagen in der Mitte sollen ab 2027 den Betrieb aufnehmen.[9]

Commons: METRA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Metra (Offizielle Website)

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Public Transportation Ridership Report Fourth Quarter 2025. (PDF; 1,1 MB) In: apta.com. American Public Transit Association, 20. Februar 2026, S. 5, abgerufen am 7. Mai 2026 (englisch).
  2. PUBLIC TRANSPORTATION RIDERSHIP REPORT. Juli 2024, abgerufen am 20. November 2024 (englisch).
  3. Ridership Trends December 2019. (PDF; 692 KB) METRA, Januar 2020, abgerufen am 17. September 2020 (englisch).
  4. Commuter Rail System Ridership Trends Annual Report 2015. (PDF; 1610 KB) METRA, 2016, S. 2, abgerufen am 17. September 2020 (englisch).
  5. 1 2 What is Metra? In: metrarail.com. METRA, 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. März 2019; abgerufen am 17. September 2020 (englisch): „Under those contracts, the carriers use their employees and own or control the rights-of-way and most of the other facilities required for operations. Metra owns the rolling stock and in conjunction with local municipalities is responsible for most stations“
  6. Justin Franz: Union Pacific to Transfer Commuter Service to Metra. In: Railfan & Railroad Magazine. 31. März 2023, abgerufen am 13. Mai 2026 (englisch).
  7. Justin Franz: BNSF, Metra Ink Commuter Service Agreement. In: Railfan & Railroad Magazine. 17. April 2026, abgerufen am 13. Mai 2026 (englisch).
  8. New Metra locomotive debuts. 12. Oktober 2022, abgerufen am 27. Juni 2024 (englisch).
  9. Chicago’s Metra places $154m order for eight Stadler BEMUs. In: Railway Technology. Abgerufen am 23. Februar 2024 (englisch).