Louisa Knightley, Baroness Knightley


Louisa Mary Knightley, Baroness Knightley, geborene Bowater (* 25. April 1842 in City of Westminster, London; † 2. Oktober 1913 in Fawsley, Northamptonshire), war eine englisch-britische Frauenrechtlerin.[1]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Knightley war das einzige Kind von General Edward Bowater und Emilia Mary, geborene Barne. Sie wurde zu Hause unterrichtet. Ab dem Alter von vierzehn Jahren führte sie ein Tagebuch, das nach ihrem Tod in Teilenvon der Histroikerin Julia Cartwright Ady veröffentlicht wurde.[2] Der Vater war mehr als drei Jahrzehnte lang Mitglied des königlichen Haushalts und Knightley wurde Hofdame bei der Eheschließung von Prinz Leopold, 1. Duke of Albany, und Prinzessin Helene zu Waldeck und Pyrmont. 1869 heiratete sie Sir Rainald Knightley, 3. Baronet (1819–1895), einen Unterhausabgeordneten der Conservative Party, der 23 Jahre älter war als sie. Als Gattin eines Baronet, führte sie fortan den Titel Lady Knightley.
Knightley widmete einen Großteil ihrer Zeit der Church of England und fungierte als nationale Vizepräsidentin sowie als Präsidentin der Girls’ Friendly Society in der der Diözese Peterborough. 1877 war sie eines der Gründungsmitglieder des Komitees der Working Ladies’ Guild, die von Mary Feilding ins Leben gerufen worden war.[3] Sie zeigte auch Interesse an Politik, und als 1883 die Primrose League gegründet wurde, trat sie ihr bald bei; von 1885 bis 1907 gehörte sie deren Ladies’ Grand Council an. Entsprechend den Zielen der Organisation war sie sehr aktiv in der Mobilisierung von Frauen zur Unterstützung der Conservative Party. Sie war Leiterin des Wahlkampfkomitees für die Wiederwahl ihres Mannes bei den Parlamentswahlen von 1885 und 1886 zu sichern. Die Erfahrung der Mitwirkung an einem Wahlkampf ohne selbst wählen zu dürfen überzeugte sie von der Notwendigkeit des Frauenwahlrechts. Um 1888 wurde sie in den Gemeinderat von Badby, Northamptonshire, gewählt und übernahm später den Vorsitz des Gremiums.
Wahrscheinlich auch aufgrund von Knightleys Lobbyarbeit wurde Rainald Knightley 1892 als „Baron Knightley“ zum erblichen Peer erhoben, wodurch sie den Titel „Baroness Knightley“ erhielt. Nach seinem Tod 1895 widmete Knightley noch mehr Zeit den Frauenrechten. Sie war Gründungsmitglied der National Union of Women Workers, diente ab 1906 als Vizepräsidentin, war außerdem Mitglied des Leitungsgremiums der Freedom of Labour Defence League und Präsidentin der Northamptonshire Society for Promoting the Return of Women as Poor Law Guardians.
Knightley engagierte sich auch für Imperialismus, war Präsidentin der South African Colonisation Society und gab von 1901 bis 1913 deren Zeitschrift Imperial Colonist heraus. In ihren letzten Lebensjahren war sie zudem Mitglied des Northamptonshire Higher Education Committee und von 1908 bis 1910 fungierte sie als Gründungspräsidentin der Conservative and Unionist Women’s Franchise Association.[4]
Knightley wurde am 7. März 1900 zur Lady of Grace des Order of Saint John ernannt.[5]
Knightley starb 1913 in auf dem Familiensitz Fawsley Hall' in Fawsley, Northamptonshire, wo sie auf dem St Mary's Churchyard begraben ist.[6] Sie hinterließ keine Kinder.
Tagebücher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- The Journals of Lady Knightley of Fawsley (full text via the Wayback Machine)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Louisa Mary Bowater auf thepeerage.com
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Sofern nicht explizit anders angegeben folgt die Darstellung Peter Gordon: Knightley [née Bowater], Louisa Mary, Lady Knightley (1842–1913). In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Band 31: Keabell–Knowlys. Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861381-4; doi:10.1093/ref:odnb/38806 (Lizenz erforderlich), Stand: 23. September 2004.
- ↑ Julia Cartwright Ady (Hrsg.): The journals of Lady Knightley of Fawsley. John Murray, London 1915.
- ↑ Jane Garnett: Feilding, Lady Mary (1823–1896). In: H. C. G. Matthew und Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography. Oxford 23. September 2004, doi:10.1093/ref:odnb/59482.
- ↑ Martin Pugh: The March of the Women: A Revisionist Analysis of the Campaign for Women’s Suffrage, 1866–1914. Oxford University Press, Oxford 2000, ISBN 978-0-19-820775-7, S. 116 (google.de).
- ↑ London Gazette. Nr. 27172, HMSO, London, 9. März 1900, S. 1628 (Digitalisat, englisch).
- ↑ Lady Louisa Mary Bowater Knightley in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 3. März 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Knightley, Louisa, Baroness Knightley |
| ALTERNATIVNAMEN | Knightley, Louisa Mary, Baroness Knightley; Bowater, Louisa Mary (Geburtsname); Knightley, Louisa Mary, Lady |
| KURZBESCHREIBUNG | englisch-britische Frauenrechtlerin |
| GEBURTSDATUM | 25. April 1842 |
| GEBURTSORT | City of Westminster, London |
| STERBEDATUM | 2. Oktober 1913 |
| STERBEORT | Fawsley, Northamptonshire |