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Louis Rollin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Porträtfoto schwarz-weiß
Louis Rollin, 1929

Louis Rollin (geboren am 27. März 1879 in Uzerche; gestorben am 3. November 1952 in Paris) war ein französischer Politiker der Dritten und Vierten Republik.

Nach dem Gymnasium in Limoges und einem Jurastudium in Paris wurde Louis Rollin Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Zivilrecht. Als Anhänger konservativer Überzeugungen trat er der Fédération républicaine bei und begann 1910 seine politische Laufbahn, als er zum Generalrat des Départements Seine und zum Stadtrat des 5. Arrondissements von Paris gewählt wurde. Als Kandidat bei den Parlamentswahlen 1914 in seinem Wahlkreis unterlag er in der zweiten Runde Paul Painlevé. Einige Monate später meldete er sich freiwillig zum Dienst im Ersten Weltkrieg. Für seine militärischen Verdienste wurde er mit dem Croix de guerre und der Ehrenlegion ausgezeichnet.[1][2]

1919 wurde er als Kandidat der Union républicaine et démocratique zum Abgeordneten gewählt und behielt dieses Amt bis zum Ende der Dritten Republik bei. 1920 wurde er auch in den Vorstand der Ligue des Patriotes gewählt.[3] In der Kammer gehörte er nach der Union républicaine et démocratique der Alliance démocratique und dem Centre républicain an; allesamt eher konservative Fraktionen. Zwischen 1929 und 1940 übernahm er in mehreren Regierungen Ministerposten; dabei war er für die Handelsmarine, für den Handel, Fernmeldeeinrichtungen und schließlich für die Kolonien zuständig.[2]

Obwohl er 1940 ein Gegner des Waffenstillstands war und eine Fortsetzung des Kriegs befürwortete, stimmte er am 10. Juli 1940 für die diktatorischen Vollmachten für Philippe Pétain. Dennoch stand er während der Deutschen Besetzung Frankreichs der Résistance näher als dem Vichy-Regime. Er stand in Kontakt mit dem Netzwerk Ceux de la Libération und unterstützte Résistants mit Informationen, Papieren und Unterkünften.[4]

Nachdem er zunächst wegen seiner Stimme für Pétain als unwählbar erklärt worden war, erreichte er dank der Fürsprache von Résistants wieder seine Zulassung zu Wahlen. 1946 zog er in die konstituierende Nationalversammlung ein. Der Nationalversammlung gehörte er bis zu seinem Tod an. In der Versammlung war er zunächst Teil der Parti républicain de la liberté[5]; danach fungierte er als unabhängiger Abgeordneter.[4]

Neben dem oben erwähnten Croix de guerre und der Ehrenlegion war er Träger des Ordre du Mérite maritime (den er selbst geschaffen hatte und der Kraft Gesetzes allen Ministern für die Handelsmarine zustand) und des Ordre du Mérite commercial[6].

Commons: Louis Rollin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Rollin. In: Base Léonore. Abgerufen am 9. September 2026 (französisch).
  2. 1 2 Jean Jolly: Dictionnaire des parlementaires français (1889–1940). PUF, 1960 (assemblee-nationale.fr).
  3. ↑ La Presse vom 28. Mai 1920; À la L.D.P. auf Gallica
  4. 1 2 Siehe Biographie de la IVe République im Weblink Assemblé nationale>
  5. ↑ Laurent de Boissieu: Parti Républicain de la Liberté (PRL). In: France Politique. Abgerufen am 9. September 2026 (französisch).
  6. ↑ Ordre du Mérite commercial et industriel. In: Société des amis du musée de la Légion d’honneur et des ordres de chevalerie. Abgerufen am 9. September 2026 (französisch).
VorgängerAmtNachfolger

Georges Leygues
Charles Daniélou
Minister für die Handelsmarine
02.11. 1929 – 21.02. 1930
02.03. 1930 – 04.12. 1930

Charles Daniélou
Charles Daniélou

Louis Loucheur
selbst
selbst
Fernand Gentin
Minister für Handel und Industrie
27.01. 1931 – 13.06. 1931
13.06. 1931 – 12.01. 1932
14.01. 1932 – 06.02. 1932
21.03. 1940 – 18.05. 1940

selbst
selbst
selbst
Léon Baréty


für Handel: selbst
für Post etc.: Charles Guernier
Minister für Handel, Post,
Telegraphie und Telefonie

20.02. 1932 – 03.06. 1932


für Handel: Julien Durand
für Post etc.: Henri Queuille

Pierre Laval
selbst
selbst
selbst
Georges Mandel
Kolonialminister
09.10. 1934 – 08.11. 1934
08.11. 1934 – 31.05. 1935
01.06. 1935 – 04.06. 1935
07.06. 1935 – 22.01. 1936
18.05. 1940 – 16.06. 1940

selbst
selbst
selbst
Jacques Stern
Albert Rivière