Zum Inhalt springen

Louis Marvy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Louis Marvy

Louis Marvy (geboren 15. Mai 1815 in Jouy-en-Josas; gestorben 15. November 1850 in Paris) war ein französischer Illustrator, Kupferstecher und Radierer.

Marvy arbeitete zunächst als Textilmaler in einer Manufaktur der Toile-de-Jouy in Jouy-en-Josas. Er ging dann nach Paris und erlernte die grafischen Techniken bei dem Kupferstecher Nyon. Er verfeinerte seine Fertigkeiten und versuchte, seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Etiketten für Händler und andere kleineren Arbeiten zu verdienen.[1] Er wandte für seine Radierungen unter anderem die Kaltnadel- und Weichgrundradierund an. Mit letzterer schuf er zahlreiche kleine Landschaften, die sich oftmals sehr ähneln. Seine Geschicklichkeit in der Weichgrundätzung ermöglichte ihm ein schnelles Arbeiten. Seine Radierungen stellte er ab 1842 im Salon de Paris zum Verkauf aus. Zehn Jahre lang wurden seine Radierungen regelmäßig die Zeitschrift L’Artiste abgedruckt und trugen so zur Bekanntheit der abgebildeten Werke der Maler bei. So reproduzierte er für diese Zeitschrift beispielsweise das Gemälde Allée de Châtaigniers von Théodore Rousseau, das 1841 vom Salon abgelehnt worden war. Seine Arbeit reichte kaum aus, um ihn und seine Familie zu ernähren.[2] 1847 fertigte Marvy er vier Interpretationen von Zeichnungen Victor Hugos für eine von Madame Hugo organisierte Wohltätigkeitslotterie an. Einer seiner Schüler war Léo Drouyn. 1848 hielt er sich in London auf.

Werke (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Charles Perrault: Contes du temps passé. Paris 1843 (gallica.bnf.fr).
  • Camille Leynadier: Histoire des peuples et des révolutions de l’Europe depuis 1789 jusqu’à nos jours. Band 4, Henri Morel, Paris 1847 (mit 40 Radierungen von Th. Guérin, Eugène Leguay und Louis Marvy).
  • Sketches after English Landscape Painters. Text William Makepeace Thackeray. D. Bogue, London 1850.
Commons: Louis Marvy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Janine Bailly-Herzberg: Marvy Louis (1815–1850). In: Dictionnaire de l’estampe en France, 1830–1950. Arts et métiers graphiques : Flammarion, Paris 1985, ISBN 2-08-012013-1, S. 217–218 (französisch, Textarchiv – Internet Archive Leseprobe).
  2. Henri Beraldi: Marvy (Louis). In: Les graveurs du 19e siècle; guide de l’amateur d’estampes modernes. L. Conquet, Paris 1885, S. 234–238 (französisch, Textarchiv – Internet Archive).