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Heckseitenansicht eines Lotus Seven Serie 2 mit Überrollbügel bei einem RennenCockpit eines Seven Serie 2 mit Tacho auf der Beifahrerseite[4]
Der Lotus Seven ist ein zweisitziges, offenes Sportwagenmodell von Lotus Cars. Der spartanisch ausgestattete, leichte und verhältnismäßig kleine Sportwagen wurde zwischen 1957 und 1972 als Lotus produziert.[3]
Der Lotus Seven wurde 1957 auf den Markt gebracht, nachdem bereits der Lotus Eleven in limitierter Stückzahl produziert worden war. Basierend auf Chapmans erstem in Serie hergestellten Sportwagen, dem Lotus6, wurde der Seven von einem 40bhp[3] starken Ford-Seitenventilmotor mit 1172cm³ Hubraum angetrieben. Der Wagen war damit hauptsächlich für günstige Club-Rennen auf kurzen Strecken ausgelegt.[5] Schon 1958 erschien der erste, stärkere Super Seven.[6][7]
1960 folgte die Serie2 (S2) und 1968 die Serie3 (S3). 1970 veränderte Lotus das Design des Autos deutlich; es entstand die etwas konventioneller proportionierte Serie4 (S4) mit einer eckigeren GFK-Karosserie, die den bisherigen Aluminiumaufbau größtenteils ersetzte. Mit der Serie4 bot der Seven auch erstmals serienmäßige Komfortmerkmale wie ein Heizgebläse. Sie wurde 1970 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt.[8] Das S4-Modell erfüllte[9] nicht die Verkaufserwartungen von 2000 Exemplaren,[8][10] wenn es auch gelungen war, an jedem Fahrzeug Geld zu verdienen.[9]
Durch das damalige Steuersystem (Purchase Tax, Verbrauchssteuer) konnte das Auto günstiger verkauft werden, indem man es als Kit Car anbot, da so der Steueraufschlag entfiel, der bei fertig montierten Fahrzeugen angefallen wäre. Die Steuergesetze besagten jedoch, dass den Bausätzen keine Bauanleitungen beigelegt werden durften. Lotus nutzte jedoch eine Lücke im Gesetzestext und lieferte den Kunden Demontageanleitungen, welche zur Montage des Fahrzeugs nur noch in umgekehrter Reihenfolge befolgt werden mussten. Mit dem Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EWG am 1.Januar 1973 musste die britische Regierung die Verbrauchssteuer durch die Mehrwertsteuer ersetzen. Damit entfielen die steuerlichen Vorteile, und die Lotus-Seven-Bausatzfahrzeuge fanden ihr Ende.
1973 entschied Lotus, das „Kit-Car-Image“ vollständig abzulegen und sich stattdessen auf limitierte Renn- und Sportwagen zu konzentrieren. Lotus verkaufte deshalb die Produktionsrechte des Seven[3] an seinen letzten verbliebenen Vertragshändler Caterham Cars. Nachdem Caterham bis Juni 1974 von der Serie4 noch 38 Stück gebaut hatten[9] (darunter fiel auch die Montage verbliebener Lotus-Kits), führten sie ihre Version des Serie-3-Modells ein. Diese wird seitdem als Caterham Seven weiterproduziert[1] und ständig überarbeitet. Daneben haben sich viele weitere Betriebe gefunden, die der Idee des kleinen, leichten Sportwagens folgen und sehr ähnliche Fahrzeuge anbieten, darunter Irmscher (D),[11]Westfield (GB), Dax (GB), Sylva Autokits (GB), Locust (GB), Robin Hood Engineering (GB), Donkervoort (NL), HKT (D), VM (D), Rush (D) und RCB Fahrzeug GmbH (Edling, D)[12].
Der Lotus7 stellt in der Geschichte der Lotus-Modelle eine Besonderheit dar. Bis in die heutige Zeit erhielten alle Straßenmodelle eine mit „E“ beginnende Modellbezeichnung, alle Rennwagen dagegen wurden mit einer fortlaufenden Nummer versehen. Nur der Lotus Seven trug eine Nummer, obwohl er ein Straßenfahrzeug war, wenn auch als Rennwagen konstruiert.[5]
Bei etwa 2500 von Lotus hergestellten Seven sind die Roadster inzwischen begehrte Oldtimer, wobei dies ganz besonders für die erste Serie gilt.[10][13]
Der Lotus Seven ist ein leichter zweisitziger Sportroadster mit längs eingebautem Vierzylinder-Viertaktmotor, je nach Ausführung mit seitlicher oder obenliegender Nockenwelle, Hubraum 0,95 bis 1,6 Liter. Das Fahrgestell ist ein mit Aluminium beplankter Gitterrohrrahmen, das Fahrwerk hat Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern und Feder-Dämpfer-Einheiten vorn und eine Starrachse mit Längslenkern, Querstabilisator, Schraubenfedern und hydraulischen Stoßdämpfern hinten. Die Fußbremse wird hydraulisch betätigt, vorn Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen. Die Lenkung war bis zum ersten Super Seven 1958 eine Schnecken-Rollen-Lenkung, danach wurden Zahnstangenlenkungen verwendet.[14][15][4] Der Radstand des Seven beträgt je nach Quelle 2235 mm oder 2250 mm, die Spurweite vorn und hinten 1190mm bzw. 1245mm, die Länge je nach Ausführung 3120 und 3360 mm.
Die technischen Daten können je nach Quelle erheblich voneinander abweichen. Die hier genannten sind dem Motorkatalog des Gilde-Verlags, Alfeld 1963 und 1964, sowie der Website Zwischengas.com, und den Katalogen Die Automodelle 1963/64 und Die Automodelle 1967/58, Motorbuch Verlag, entnommen.
Teilweise stammten neben manchen Motoren und Getrieben Komponenten von Ford,[5] beispielsweise die Hinterachsen der Serien 3 und 4.[16][9]
1976 hatte der Super7 seinen berühmtesten Medienauftritt in der britischen Kult-Fernsehserie The Prisoner/Nummer 6 (1969 im ZDF). Im Vorspann fährt der Protagonist „Nummer Sechs“, gespielt von Patrick McGoohan, damit durch die Londoner City auf dem Weg zu seinem Vorgesetzten, um ihm sein Rücktrittsschreiben zu übergeben. In einer Episode (Herzlichen Glückwunsch/Many Happy Returns) berichtet „Nummer6“ davon, wie er den Wagen gebaut hat und deswegen perfekt kennt. McGoohan hatte sich das Modell selbst ausgesucht, um das Individualistische an der Figur zu unterstreichen. Graham Nearn, der damalige Eigentümer des Unternehmens, ist in der letzten Episode „Demaskierung“ selbst kurz als Mechaniker zu sehen, als er Nummer Sechs’ Lotus vor dessen Haus abstellt.[19]
↑Holbay Race Engine Specialists.In:holbayengineering.com.1.Januar 1970,abgerufen am 25.Januar 2026(englisch). „... founded in 1958 by Roger Dunnel ...“