Lorentzsluizen

Die Lorentzsluizen liegen bei Kornwerderzand in der niederländischen Provinz Friesland. Sie sind der kleinere der beiden Sielkomplexe im Abschlussdeich, der das IJsselmeer von der Nordsee trennt. Der Komplex besteht aus zwei gleichartigen Sielanlagen und einem Durchlass für die Schifffahrt und wurde 1928 bis 1932 errichtet. Sein Name leitet sich ab von dem Physiker und Nobelpreisträger Hendrik Antoon Lorentz, der die Auswirkungen der Eindeichung der ehemaligen Zuiderzee untersucht hatte.
Sielanlagen
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Wie auf der Westseite besteht jede Sielanlage aus jeweils fünf 12 m breiten Sieldurchlässen. Jedes Siel (ndl.: spuisluis, Plural sluizen) hat zwei Hubtore, wobei das südliche das eigentliche Sieltor ist. Es wird zur Abfuhr des überschüssigen Wassers aus dem IJsselmeer regelmäßig bei Ebbe geöffnet und bei Flut geschlossen. Die nördlichen Tore werden nur bei Sturmflut geschlossen, weshalb der Komplex auch als Sturmflutsperrwerk wirkt.
Schleusen
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Der Durchlass für die Schifffahrt besteht aus
- dem tidefreien Binnenhafen auf der Ijsselmeerseite,
- zwei Kammerschleusen:
- große Schleuse für die Berufsschifffahrt: 137 m lang, 14 m breit und mindestens 3,50 m tief, zulässige Tauchtiefe bis 3,20 m
- kleine Schleuse für Freizeitschiffer: 67 m lang, und 9 m breit, Tiefen wie bei der großen Schleuse
- dem tideabhängigen, aber noch südlich des Deichs gelegenen Vorhafen
- der 15,75 m breiten Durchfahrt durch den Deich mit zwei Drehbrücken
- dem nur durch seitliche Molen geschützten Buitenhaven (Außenhafen)
Die drei Hafenbecken im Verlauf des Durchlasses dienen nur als Wartebereiche.
Zukunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit dem Project Afsluitdijk wird der komplette Damm für die Jahre bis 2050 gegen die erwarteten Hochwasserereignisse ertüchtigt. Im Rahmen dieser Arbeiten erfolgt in Kornwerderzand der Bau eines Sturmflutsperrwerks, das im Normalfall geöffnet bleibt. Ergänzend wird eine dritte größere Schifffahrtsschleuse mit 25 Meter Breite und 150 Meter Länge errichtet, damit größere Neubauten der Werften im IJsselmeer passieren können. Zu diesem Zweck soll auch die Fahrrinne ins IJsselmeer vertieft werden. Auch die Sielkonstruktionen werden verstärkt und die Verschlüsse in den Durchlässen erneuert.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Cultureel Erfgoed – Cultuurhistorie: De Afsluitdijk (PDF, niederländisch)
Koordinaten: 53° 4′ 19″ N, 5° 20′ 9″ O