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Litschen

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Steinkreuz in Litschen

Litschen, obersorbisch Złyčinⓘ/?, ist ein Dorf in der Oberlausitz und Ortsteil der Gemeinde Lohsa im sächsischen Landkreis Bautzen. Es zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen.

Zusammen mit den Ortsteilen Friedersdorf und Mortka bildet es die Ortschaft Litschen. Diese hat nach der Sächsischen Gemeindeordnung gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.[2]

Litschen befindet sich etwa einen Kilometer von Friedersdorf entfernt. Im Osten ist Driewitz der nächstgelegene Ort. Die Driewitz-Milkeler Heiden grenzen an den Ort, mit etwa 20 km² eines der größten unbesiedelten Waldgebiete der Lausitz.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1343 als Litzen. Der Ort ist aber vermutlich wesentlich älter, was durch Ausgrabungsfunde bei Lohsa vermutet wird. Im ausgehenden Mittelalter siedelten sich Holzarbeiter an. Die Existenz des Rittergutes Litschen ist für das Jahr 1509 belegt.

Am Lohsaer Bauernaufstand im Jahr 1794, der durch den Wegfall eines Feiertages ausgelöst wurde, waren auch Litschener beteiligt.

Infolge des Wiener Kongresses musste 1815 ein Teil Sachsens an Preußen abgegeben werden, auch der Teil der Oberlausitz, in dem Litschen lag. Durch Bildung des Landkreises Hoyerswerda kam Litschen 1825 von der Provinz Brandenburg zur Provinz Schlesien.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam Litschen wieder an das Land Sachsen, wurde bei der Verwaltungsreform von 1952 jedoch mit dem verkleinerten Kreis Hoyerswerda dem Bezirk Cottbus zugeschlagen. Bis 1994 blieb Litschen eine eigenständige Gemeinde, seitdem gehört es zu Lohsa.[3]

Urkundlich überlieferte Formen des Ortsnamens sind Litzen (1343), Lytczschin (1516), Litschen (1533), Litzschen (1537), Litzschen (1551) und schließlich Litzschen (1791). Leider lässt sich heute kein genauer Zeitpunkt mehr bestimmen, ab wann der Ort seinen heutigen Namen bekommen hat.

Bevölkerung und Sprache

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Litschen
Złyčin
Gemeinde Lohsa
Koordinaten: 51° 22′ N, 14° 25′ OKoordinaten: 51° 22′ 6″ N, 14° 24′ 35″ O
Höhe: 147 m ü. NN
Fläche: 8,85 km²
Einwohner: 275 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 02999
Vorwahl: 035724
Datum Einwohner
1825262
1871313
1885268
1905247
1905237
1925246
1939271
1946330
1950636
1964631
1990784
2007312
2009294
2016275

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 276, darunter 268 Sorben (97 %) und nur acht Deutsche.[4] Gemäß amtlicher Volkszählung 1910 waren damals 87,5 % der Litschener Bevölkerung Sorben; bis 1925 fiel der Anteil leicht auf 78,9 %.[5] Ernst Tschernik zählte 1956 in der Gemeinde Litschen einen sorbischsprachigen Anteil von noch 65,5 % der Bevölkerung.[6] Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen im Ort weiter stark zurückgegangen.

In Litschen sind zahlreiche Kleinunternehmer ansässig. Es gibt viele Teiche, die zur Fischzucht genutzt werden, außerdem viel Wald, der forstwirtschaftlich genutzt wird.

Die Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau verläuft unmittelbar in der Nähe des Ortes. Der nächste Haltepunkt befindet sich in Lohsa.

Persönlichkeiten

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Der sorbische Komponist und zeitweilige Vorsitzende der Domowina Jan Paul Nagel (Jan Pawoł Nagel, 1934–97) lebte lange Zeit in Litschen.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Meldeamt der Gemeinde Lohsa.
  2. ↑ Hauptsatzung. (PDF; 154 kB) § 17. In: Webauftritt. Gemeinde Lohsa, abgerufen im März 2026.
  3. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  4. ↑ Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
  5. ↑ Michael Richter: Wendische/sorbische Mehrheiten? Umstrittene Volkszählungen zwischen 1925 und 1951. In: Lětopis 1/2018, S. 21–46, hier S. 43.
  6. ↑ Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 244.
Commons: Litschen/Złyčin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien