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Lin Arison

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lin Arison, Aufnahme von 2008

Lin Arison (geboren am 10. Mai 1937 in New York City als Marilyn Barbara Hersh; gestorben am 1. Oktober 2025[1]) war eine US-amerikanische Autorin, Filmproduzentin, Philanthropin und Kunstsammlerin. Sie war Mitbegründerin der National YoungArts Foundation und des Orchester New World Symphony, die sich beide der Nachwuchsförderung im Kulturbereich widmen.[2]

Lin Arison wuchs im New York Stadtteil Washington Heights auf. Ihr Interesse für Kultur wurde bereits früh geweckt. So erhielt sie durch ihre Mutter Zugang zur Literatur und ein Besuch als 10-Jährige mit der Schulklasse im Metropolitan Museum of Art regte ihr Interesse für die bildenden Künste an.[3] Über ihren familiären Hintergrund und ihre Ausbildung ist öffentlich nichts bekannt. 1957 zog sie im Alter von 20 Jahren nach Miami.[4]

Ehe mit Ted Arison

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1967 heiratete sie den israelischen Reeder Ted Arison. Aus einer früheren Beziehung brachte sie den 1961 geborenen Sohn Michael mit in die Ehe, der von Ted Arison adoptiert wurde. Das Paar hatte keine weiteren gemeinsamen Kinder. Ted Arison war zuvor mit Mina Sapir Wasserman verheiratet. Die Ehe wurde 1966 geschieden. Aus dieser Ehe stammen Lin Arisons Stiefkinder Micky Arison und Shari Arison, die später beide als Unternehmer erfolgreich wurden.[5] Ted Arison gründete 1972 das Kreuzfahrtunternehmen Carnival Cruise Line, wodruch die Familie sehr vermögend wurde.[3] Das Paar zog 1990 nach Israel, wo Ted Arison 1999 verstarb. Lin Arison kehrte anschließend in die Vereinigten Staaten zurück.[4]

Philantrophisches Engagement

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Über mehrere Jahrzehnte engagierte sich Lin Arison im Bereich der Förderung und künstlerischen Ausbildung junger Menschen.[3] In ihren ersten Jahren in Miami bemängelte sie das dort fehlende kulturelle Angebot[3], insbesondere die Förderung von talentierte High-School-Absolventen. 1981 begründete sie mit ihrem Mann die National Foundation for Advancement in the Arts, die später in National YoungArts Foundation umbenannt wurde.[3] Ziel der Stiftung ist es, mit College-Stipendien und Geldpreisen angehende Künstler in den Bereichen Literatur, Theater, Tanz, Musik und bildende Künste zu fördern.[6] Sitz des YoungArts ist das ehemalige Baccardi-Gebäude in Miami.[3] Lin Arison trat darüber hinaus als Filmproduzentin der HBO-Reihe YoungArts MasterClass und weiterer Filme im kulturellen Bereich in Erscheinung.[7]

Darüber hinaus begründete sie mit ihrem Mann das Orchester New World Symphony.[3] Die Idee hierzu entstand während eines London-Aufenthaltes von Ted und Lin Arison, als ihr Freund Georg Solti das Jugendorchester der Europäischen Union in Croydon dirigierte.[3] Begeistert vom Können der Nachwuchsmusiker beschloss das Paar ebenfalls ein Ausbildungsorchester zu gründen. Mitbegründer und langjähriger künstlerischer Leiter des Orchesters wurde der mit den Arisons befreundete Dirigent Michael Tilson Thomas. Heimstätte des Orchesters ist seit 2011 das von Frank Gehry entworfene New World Center im Miami. Lin Arison unterstützte den Bau durch den Erlös aus der Versteigerung von zwei bedeutenden Kunstwerken ihrer Privatsammlung.[4]

Lin Arison erhält die National Medal of Arts 2012 von Präsident Barack Obama, Aufnahme von 2013

Für ihre Verdienste in der Förderung junger Künstler wurde ihr 2012 der Arts Education Award der Americans for the Arts zuerkannt.[8] Am 10. Juli 2013 erhielt Lin Arison im Weißen Haus[9] aus der Hand von Präsident Barack Obama die National Medal of Arts.[2]

Literarische Werke

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Nach dem Tod ihres Mannes unternahm Lin Arison zusammen mit ihrer Ekeltochter Sarah im Jahr 2000 eine Frankreichreise. Dabei besuchten sie Orte, an denen die Maler des Impressionismus gewirkt hatten und sahen in den Museen die entsprechenden Werke. Im Folgejahr entstand das Buch Travels with Van Gogh and the Impressionists: Discovering the Connections in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Neil Folberg. Dessen Aufnahmen von den Wirkungsstätten Vincent van Goghs in Arles und Auvers-sur-Oise, sowie von Claude Monets Wohnort Giverny und dessen Umgebung und von der Gebirgslandschaft Montagne Sainte-Victoire bei Aix-en-Provence in Paul Cézannes Heimat, werden im Buch den berühmten Gemälden der Künstler gegenübergestellt. In ihren begleitenden Texten verbindet Arison eigene Reiseberichte mit kunstgeschichtlichen Hintergrundinformationen.[9]

Arison veröffentlichte 2002 mit A Love Story in Mediterranean Israel ihre biografischen Erinnerungen. Sie beschreibt darin die Ehejahre, die sie mit ihrem Mann in Caesarea in Israel verbachte. Neben persönlichen Eindrücken beschrieb sie hierin auch die Geschichte und Landschaft der Küstenregion. Das Buch wurde mit Fotos von Neil Folberg illustriert.

Es folgte 2010 die Veröffentlichung Feast for the senses: a musical odyssey in Umbria. Das zusammen mit der Autorin Diana C. Stoll verfasste Buch fasst Reiseerinnerungen durch Umbrien zusammen, die bei einem gemeinsamen Italienaufenthalt mit Michael Tilson Thomas und dem Orchester New World Symphony entstanden. So werden verschiedene Orte, typische Speisen, das örtliche Handwerk und das Brauchtum der Region vorgestellt. Der Band wurde durch zahlreiche Fotos von Neil Folberg illustriert. Zudem liegen dem Buch drei DVDs mit Aufnahmen des Orchesters, eine Dokumentation über Musiker in Umbrien und ein Gespräch zwischen Michael Tilson Thomas und dem Architekten Frank Gehry bei. 2016 erschien ihr letztes Werk The Desert and the Cities Sing: Discovering Today’s Israel: A Treasure Box, ebenfalls in Zusammenarbeit mit Diana C. Stoll. Hierin beschreiben die beiden Autorinnen die vielfältige Kultur in Israel.

Zusammen mit ihrem Mann trug Lin Arison eine bedeutende Kunstsammlung zusammen. 2010 ließ sie im Auktionshaus Sotheby’s in New York zwei Werke der Sammlung versteigern. Das Seerosenmotiv Le Bassin Aux Nymphéas von Claude Monet erzielte dabei 24, 7 Millionen US-Dollar, das Frauenbildnis Jeanne Hébuterne au chapeau von Amedeo Modigliani wurde für 19,1 Millionen US-Dollar verkauft. Der Erlös kam der von den Arisons gegründeten Stiftung YoungArts zu Gute.[10] Weitere Werke der Sammlung kommen aus dem Nachlass von Lin Arison im Mai 2026 im Auktionhaus Christie’s in New York zur Versteigerung. Dazu gehören die Gemälde Pivoines dans une bouteille von Édouard Manet, Baigneuse au pouf rouge und Deux femmes von Pablo Picasso und Nu aux babouches rouges von Pierre Bonnard. Hinzu kommt die Zeichnung Nature morte, fougères et grenades von Henri Matisse.[11]

Veröffentlichungen

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  • A Love Story in Mediterranean Israel, Tehabi Books, San Diego 2002, ISBN 1-931688-00-1.[12]
  • Feast for the senses: a musical odyssey in Umbria, zusammen mit Diana C. Stoll, Chronicle Books, San Francisco 2010, ISBN 978-0-9845316-1-5.[12]
  • Travels with Van Gogh and the Impressionists, Abbeville Press, New York, ISBN 0-7892-0932-2.[9]
  • The Desert and the Cities Sing: Discovering Today’s Israel: A Treasure Box, zusammen mit Diana C. Stoll, Chronicle Books, San Francisco 2016, ISBN 978-1-4521-5425-1.

Einzelnachweise

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  1. Marilyn Arison Obituary, Onlineartikel im Miami Herald vom 5. Oktober 2025.
  2. 1 2 NWS remembers Co-Founder Lin Arison, Mitteilung zum Tod von Lin Arison vom 3. Oktober 2025 auf der Website des New World Symphony.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 Lin Arison, Informationen auf der Website des National Endowment for the Arts.
  4. 1 2 3 Hannah Sampson: YoungArts founder Lin Arison’s New Life, Artikelim Miami herad vom 7. Oktober 2012.
  5. Today’s Jewish Birthday: Ted Arison, Artikel vom 24. Februar 2024 in der San Diego Jewish World.
  6. Informationen zur Stiftung YoungArts auf deren Website.
  7. Eintrag zu Lin Arison in der Filmdatenbank IMDB.
  8. Informationen zu den Preisträgern nach Jahr auf der Website der Americans for the Arts.
  9. 1 2 3 Angaben des Verlages Abbeville Press.
  10. Andrew Decker: Art market watch, Artikel auf www.artnet.com
  11. Lasting Impression. The Collection of Marilyn Arison, Pressemitteilung von Christie’s vom 10. April 2026.
  12. 1 2 Eintrag zu Lin Arison bei Jewish Book Council