Zum Inhalt springen

Limbe Botanic Garden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Limbe Botanic Garden (Limbe Botanical Gardens, französisch Jardin botanique de Limbé, LBG) ist der bedeutendste botanische Garten Kameruns. Er wurde 1892 während der deutschen Kolonialzeit in „Victoria“ (dem früheren Namen von Limbe) zwischen der Küste der Bucht von Bonny und dem Kamerunberg angelegt. Ursprünglich für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, hat er sich zu einer der wichtigsten Erholungs- und Touristenattraktionen der Region Sud-Ouest entwickelt.

Der Botanische Garten von Limbe liegt an der Küste der Morton-Bucht in Limbe, an der Mündung des Flusses Limbe, der durch den Garten fließt. Er befindet sich im Bezirk Fako der Südwestprovinz Kameruns.[1] Heute ist die komplette Umgebung bebaut. Im Westen grenzen Hafen und Pier Bota an, das Park Hotel Miramar liegt mitten im Zentrum des Gartens und im Osten grenzen die historischen Gebäude Victoria Governor House und Victoria Doctor’s House, sowie das Atlantic Beach Hotel an. Im Norden grenzt das Limbe Centenary Stadium an.

Der Garten wurde 1892 von Deutschen unter der Leitung von Paul Rudolph Preuss angelegt. Ursprünglich diente er als Versuchsgarten, ein Zentrum für Experimente und die Akklimatisierung nützlicher tropischer Pflanzenarten wie Kautschuk, Kaffee, Kakaobaum, Ölpalmen, Bananen, Teak und Zuckerrohr, welche für Kamerun und andere deutsche Kolonien bestimmt waren. In seiner Blütezeit galt er als einer der bedeutendsten tropischen botanischen Gärten der Welt.[2]

1920 übernahmen die Briten den Garten in Zusammenarbeit mit den Royal Botanic Gardens (Kew), deren Mitarbeiter Beratung und Schulungen anboten. Nach ihrem Abzug 1932 und bis 1958 wurde der Garten direkt von kamerunischen Mitarbeitern verwaltet, bevor er 1961 nach der Unabhängigkeit von der Regierung übernommen wurde.[2]

1988 ermöglichte eine Partnerschaft mit dem Vereinigten Königreich die Renovierung und Weiterentwicklung des Botanischen Gartens. Ursprünglich für die Landwirtschaft gedacht, konzentriert er sich heute auf Naturschutz, Bildung, Wissenschaft, Tourismus und Freizeit.[2]

Heute umfasst der Garten, der ursprünglich 250 Hektar (620 Acres) groß war, nur noch etwa 48 Hektar (120 Acres).[3] Einige Gebäude, darunter das Labor und die Bibliothek, wurden vor einiger Zeit in ein Krankenhaus umgewandelt. Heute befindet sich dort ein Luxushotel.[4]

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direktoren:

Hubert Winkler arbeitete 1904 bis 1905 und Carl Ludwig Ledermann 1908 im Botanischen Garten.

Der Garten verfügt über rund 1.500 Taxa (1.000 krautige und 500 Gehölze).[1] Es gibt seltene oder bedrohte Pflanzen: 150 endemische, 100 aus SoudOuest, darunter Calamus, Prunus africana und Gnetum. Einige Arten sind Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit, insbesondere die afrikanischen Palmen, die Endemiten des Mount Cameroon und der Bananen (Musa). Andere werden zu Erhaltungszwecken kultiviert: Irvingia gabonensis, Garcinia kola, Afrostyrax kamerunensis, Cola spp., Prunus africana, Gnetum, Pterocarpus soyauxii, Diospyros, Rauvolfia vomitoria, Nauclea diderrichii, Terminalia spp., Annickia chlorantha, Eremomastax speciosa, Bryophyllum spp. und Physostigma venenosum.[5]

Der botanische Garten beherbergt auch ein Herbarium, welches im Jahr 2001 rund 21.000 und in jüngerer Zeit 30.000 Exemplare umfasste.[5][1] Die Abkürzung im Index Herbariorum ist SCA.[6]

Militärfriedhof

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

m Botanischen Garten befinden sich die Gräber mehrerer Soldaten des Commonwealth of Nations, vier aus dem Ersten Weltkrieg und sechzehn aus dem Zweiten Weltkrieg.[7][8]

Gartenplan
Jungle Theatre

Ein Besucherzentrum namens „Dschungeldorf“ (Jungel Village) wurde eingerichtet und dient als Rahmen für die Organisation kultureller Veranstaltungen zur Unterhaltung der Touristen.[9] Mehrere angelegte Wege ermöglichen den Zugang innerhalb des Gartens:

  • der Küstenweg (coastal track), von dem aus man einen Blick auf den westlichen Teil des Gartens hat;
  • Der Biodiversitätspfad (biodiversity trail), der den Besuchern einen Einblick in die gesamte Artenvielfalt des Gartens ermöglicht;
  • Der Bota-Pfad (Bota trail), um große Bäume und Wildtiere zu entdecken;
  • Ein Weg, der am Fluss entlangführt, wo Bäume und Pflanzen wachsen, die über hundert Jahre alt sind.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 Limbe Botanic Garden. Botanic Gardens Conservation International (BGCI), abgerufen am 12. Oktober 2021 (englisch).
  2. 1 2 3 Limbe Botanic Garden, Cameroon: History and Development. In: BGCI News vol. 2, Nr. 3. 1994, archiviert vom Original am 16. August 2017 (englisch).
  3. ↑ Alain Pierre Koagne: Limbe Botanic Garden. (video, 14 min 10 s) via YouTube, 22. Juli 2011 (französisch, englisch).
  4. ↑ H. W. Lack: Damals in Afrika. Das Modell der Regierungsplantage Victoria im Botanischen Museum. In: Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin. Abgerufen am 12. Oktober 2021.
  5. 1 2 Cameroon Total no. of Botanic Gardens recorded in Cameroon: 4 Convention on Biological Diversity. 10. Juli 2001 (englisch).
  6. ↑ Limbe Botanical & Zoological Gardens. In: Index Herbariorum. NYBG Steere Herbarium, abgerufen am 16. September 2017 (englisch).
  7. ↑ Commonwealth War Graves Limbe Botanical Gardens. In: Tracesofwar. (englisch).
  8. ↑ Cemetery details: Limbe Botanical Gardens Burial Ground. In: Commonwealth War Graves Commission. Abgerufen am 3. Juli 2026 (englisch).
  9. ↑ Emmanuel Agwe Njang: Limbe tourist guide and yellow pages. Limbe 1999: S. 22.
  • Frank Nigel Hepper: Limbe (Victoria) Botanic Gardens, SW Cameroon. In: Kai Larsen, Brian Morley, Gustav Schoser: International Association of Botanic Gardens: Proceedings: Tenth General Meeting and Conference 2–7 August 1987, Palmengarten, Frankfurt/M., F.R. Germany. International Association of Botanical Gardens, Koch 1989: S. 75–85.
  • Adolf Engler: Victoria und Buea in Kamerun als zukünftige botanische Tropenstationen. In: Notizblatt des Königlichen botanischen Gartens und Museums zu Berlin. vol. 3, Nr. 21. 17. Januar 1900: S. 1–3 doi:10.2307/3994162 JSTOR:3994162
  • Sylvia Howe, Sarah A. Laird, ill. Karen Sidwell: Medicinal Plants of the Limbe Botanic Garden. Mount Cameroon Project 1996. oclc=70217811
  • Le Jardin botanique. In: Étude des performances touristiques de la région du Mont Fako, Province du Sud-Ouest, Cameroun. Université de Ngaoundéré Cameroun, 2003; (französisch).
  • Sara Oldfield |title=Great botanic gardens of the world |publisher=New Holland |location=London |date=2008 |isbn=978-1-84537-593-5 (preface by Charles, Prince of Wales)
Commons: Limbe Botanical Gardens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 4° 0′ 48,2″ N, 9° 12′ 43,2″ O