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Leopold Kny

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Leopold Kny

Carl Ignaz Leopold Kny (* 6. Juli 1841 in Breslau; † 26. Juni 1916 in Berlin) war ein schlesisch-preußischer, deutscher Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Kny“.

Kny studierte Botanik in Breslau, München (ab 1860, bei Carl Wilhelm von Nägeli) und in Berlin, wo er 1863 promoviert wurde. In Berlin wurde er insbesondere von Alexander Braun beeinflusst. Nach der Promotion war er aus Gesundheitsgründen mehrere Jahre in Sizilien und auf Madeira und studierte dort die Flora. 1867 wurde er in Berlin habilitiert. 1873 wurde er außerordentlicher Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und Direktor des neu gegründeten Instituts für Pflanzenphysiologie. Er leitete auch ab 1876 Mikroskopierkurse am Landwirtschaftlichen Lehrinstitut in Berlin. An der dortigen Landwirtschaftlichen Hochschule wurde er 1880 Professor für Botanik. Außerdem wurde er 1880 Leiter des Botanischen Instituts der Universität Berlin und 1908 ordentlicher Professor der Universität. Laut Vorlesungsverzeichnis vom Sommersemester 1881 las er an der Landwirtschaftlichen Hochschule über „Experimental-Physiologie der Pflanzen“ in Verbindung mit dem Angebot „Mikroskopischer Cursus für Geübtere, mit besonderer Rücksicht auf Pflanzenkrankheiten“.[1]

Mit fast 70 Jahren bat er zum 1. April 1911 um Versetzung in den Ruhestand.[2]

Leopold Kny (Mitte links) im Darwin-Album von 1877 - Blatt 9 (Berlin I)

Leopold Kny bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[3] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Professor L. Kny wurde er auf Blatt 9 (Berlin I) in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[4]

Er befasste sich mit der Morphologie von Kryptogamen und Pilzen.

Von ihm stammen 1875 bis 1911 beim Paul Parey Verlag erschienene handkolorierte botanische Wandtafeln für den Unterricht (insgesamt 117 Tafeln).

1873 wurde er Mitglied der Leopoldina.[5]

Ab 1860 war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Aenania München.

1875 hatte er in Breslau Marie Lentze (1856–1918), Tochter des Eisenbahndirektionspräsidenten Ludwig Lentze, geheiratet. Die Tochter Anna heiratete den späteren Präsidenten der Eisenbahndirektion Berlin, Alexander Wulff, und Hedwig (1888–1971) heiratete Erich Klausener.

  • Symbola ad Hepaticarum frondosarum evolutionis historiam, 1863
Wikisource: Leopold Kny – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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  1. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 20075, fol. 130 r
  2. Vgl. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 31929, fol. 183 r
  3. Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
  4. Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)
  5. Mitgliedseintrag von Leopold Kny bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 23. Mai 2016.