Leonardo Simão
Leonardo Santos Simão (; geboren am 5. Juni 1953) ist ein mosambikanischer Politiker. Er war von 1994 bis 2005 Gesundheitsminister seines Landes. 2023 wurde er zum UN-Sonderbeauftragten für Westafrika und den Sahel ernannt.
Biographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leonardo Simão kam 1953 zur Welt. Er studierte bis 1980 an der Eduardo-Mondlane-Universität in Maputo Medizin und absolvierte anschließend ein Postgraduiertenstudium an der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Er trat 1982 der Regierung der FRELIMO als Gesundheitsdirektor in der Zambezia bei.[1] 1986 wurde er von Präsident Joaquim Chissano zum Gesundheitsminister ernannt. Bei den Wahlen 1994 wurde Simão ins Parlament gewählt und in der Folge Außenminister von Mosambik. Als Armando Guebuza im Februar 2005 die Präsidentschaft übernahm, wurde Simão durch Oldemiro Balói ersetzt.
Zwischen 2009 und 2014 leitete er das Technische Friedensmediationsteam für Madagaskar der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC).[2]
Leonardo Santos Simão war von 2021 bis 2022 Sonderbeauftragter der mosambikanischen Regierung für die Kandidatur für einen nichtpermanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat für die Periode 2023–2024.[2]
Im Jahr 2023 wurde Leonardo Santos Simão als Nachfolger des Tschaders Mahamat Saleh Annadif zum Sonderbeauftragten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Westafrika und den Sahel ernannt.[3] Er wurde daneben Vorsitzender der gemischten Kamerun-Nigeria-Kommission, die entscheidende Vereinbarungen in einem langjährigen Grenzkonflikt erreichen konnte.[2]
In seinem Bericht 2024 vor den Mitgliedern des Sicherheitsrats beschrieb Simão die Situation in Westafrika als geprägt von „zunehmender Unsicherheit, sich verschärfenden humanitären Krisen und mangelnder enger Zusammenarbeit zwischen den Staaten“. Schätzungsweise sieben Millionen Menschen seien innerhalb des Landes vertrieben oder sind über die Grenzen geflohen und Millionen seien Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Auf der anderen Seite würdigte er demokratischen Fortschritte in der Subregion wie die erfolgreichen Präsidentschaftswahlen in Senegal, Liberia und Mauretanien die Umsetzung des Nationalen Einheitsabkommens von Sierra Leone. Er bedauerte den Austritt von Burkina Faso, Mali und Niger aus der ECOWAS. Simão betonte, wie wichtig aus seiner Sicht eine stärkere Beteiligung von Frauen auf allen politischen Ebenen für die Weiterentwicklung der Gesellschaften ist.[4]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Leonardo Simão on Africa Database
- Media Mais TV (Hrsg.): 40 ANOS SADC | Leonardo Simão : 40 Anos de integração regional na SADC (04 de 05). 9. September 2020 (portugiesisch, youtube.com).
- Media Mais TV (Hrsg.): MÊS DE ÁFRICA : Leonardo Simão - Marcos Importantes da Evolução da OUA | 04 de 05. 13. Juli 2020 (portugiesisch, youtube.com).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Leonardo Simão, Special Representative of the Secretary-General| Secretary-General. In: www.un.org. 23. Mai 2023, abgerufen am 26. Januar 2026 (englisch).
- 1 2 3 Mr. Leonardo Santos Simão, new Special Representative of the Secretary-General for West Africa and the Sahel. 30. Mai 2023, abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
- ↑ Dr Leonardo Santos Simão appointed as UNOWAS Special Representative. In: EDCTP. Abgerufen am 26. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ At the United Nations Security Council, Special Representative Simão pledges to continue working with regional and international partners to consolidate peace, security and democracy in West Africa and the Sahel. 12. Juli 2024, abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Simão, Leonardo |
| ALTERNATIVNAMEN | Simão, Leonardo Santos |
| KURZBESCHREIBUNG | mosambikanischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 5. Juni 1953 |