Erstmals entdeckt wurde Lenait in der Silber-Antimon-Quecksilber-LagerstätteKhachakchan im Werchojansker Gebirge in der zur Russischen Föderation gehörenden Republik Sacha (Jakutien). Die Erstbeschreibung erfolgte 1995 durch V. A. Amuzinskii, Yu. Ya. Zhdanov, N. V. Zayakina und N. V. Leskova, die das Mineral nach dem in der Nähe des Fundortes verlaufenden Flusses Lena benannten.
Da der Lenait erst 1995 entdeckt und als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der zuletzt 1982 aktualisierten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz nicht verzeichnet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Lenait ebenfalls in die Abteilung der „Metallsulfide, M:S=1:1 (und ähnliche)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den an der Verbindung beteiligten Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Zink (Zn), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Silber (Ag) usw.“ zu finden ist, wo es zusammen mit Chalkopyrit, Eskebornit, Gallit, Laforêtit und Roquesit ebenfalls die „Chalkopyritgruppe“ mit der System-Nr.2.CB.10a bildet.
Als sehr seltene Mineralbildung konnte Lenait nur in wenigen Proben nachgewiesen, wobei bisher weniger 10 Fundorte weltweit dokumentiert sind (Stand 2018).[10] Außer an seiner Typlokalität in der Silber-Antimon-Quecksilber-Lagerstätte Khachakchan trat das Mineral in Russland noch in der nahe gelegenen, gleichartigen Lagerstätte Nochnoe sowie in der Grube Privolnoye in der Republik Sacha, bei Rodnikovoe auf der Halbinsel Kamtschatka, im Gulinskii-Massiv nahe den Flüssen Maimetscha und Kotui in der Region Krasnojarsk und in der Gold-Silber-Lagerstätte Teploe bei Omsuktschan im Flusstal des Kolyma im Föderationskreis Ferner Osten.
Weitere gesicherte Fundorte sind die Lagerstätte Kiziltepe bei Sındırgı in der türkischen Provinz Balıkesir sowie die epithermale Gold-Silber-Tellur-Lagerstätte Geis Mine (auch Gies Mine) im Bezirk Warm Springs (Fergus County) im US-Bundesstaat Montana.[11]
Die weiteren Fundorte Grube St. Anna bei Annaberg in Niederösterreich, Grube Yatani bei Yonezawa in der Präfektur Yamagata auf der japanischen Insel Honshū und Grube Tynebottom bei Garrigill in Westmorland and Furness (Grafschaft Cumbria) sowie zwei weitere Lagerstätten in Russland konnten bisher nicht verifiziert werden.[11]
V. A. Amuzinskii, Yu. Ya. Zhdanov, N. V. Zayakina, N. V. Leskova:Lenaite, AgFeS2, a new mineral species. In: Zapiski Vserossiyskogo Mineralogicheskogo Obshchestva. Band124, Nr.5, 1995, S.85–91 (russisch, minsoc.ru[PDF; 85kB; abgerufen am 14.Januar 2019] Kurzbeschreibung in Englisch).
John L. Jambor, Vladimir A. Kovalenker, Jacek Puziewicz, Andrew C. Roberts:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band81, 1996, S.1282–1286 (englisch, minsocam.org[PDF; 482kB; abgerufen am 14.Januar 2019]).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.77 (englisch).
↑David Barthelmy:Lenaite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 14.Januar 2019(englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12John Leslie Jambor, Vladimir A. Kovalenker, Jacek Puziewicz, Andrew C. Roberts:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band81, 1996, S.1282–1286 (englisch, minsocam.org[PDF; 482kB; abgerufen am 14.Januar 2019]).
↑Lenaite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 14.Januar 2019(englisch).
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Lenaite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 14kB; abgerufen am 4.Februar 2023]).