Leisingit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt meist hexagonale, tafelige Kristalle mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen, die einzeln stehen oder in büscheligen und rosettenartigen Aggregaten gruppiert sein können. Die durchsichtigen bis durchscheinenden Kristalle sind von hellgelber bis orangegelber Farbe und auch seine Strichfarbe ist hellgelb.
Entdeckt wurde Leisingit in der „Centennial Eureka Mine“ in den Tintic Mountains (Juab County) im US-Bundesstaat Utah und beschrieben 1996 durch Andrew C. Roberts, Lee A. Groat, Joel D. Grice, Robert A. Gault, Martin C. Jensen, Elizabeth A. Moffatt und John A. R. Stirling, die das Mineral nach Joseph F. Leising (1949–) benannten, um seine Mithilfe bei der Sammlung der Sekundärminerale von den Abraumhalden der „Centennial Eureka Mine“ zu würdigen.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunzschen Mineralsystematik ordnet den Leisingit ebenfalls in die Klasse der „Oxide und Hydroxide“, dort allerdings in die Abteilung der „Hydroxide (ohne V oder U)“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit von Kristallwasser und der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung und seinem Aufbau in der Unterabteilung der „Hydroxide mit H2O±(OH); Lagen kantenverknüpfter Oktaeder“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 4.FL.65 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Leisingit dagegen in die Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort in die Abteilung der „Selenate und Tellurate“ ein. Hier ist er einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 33.02.09 innerhalb der Unterabteilung der „Selenate und Tellurate mit A+(B2+)mXO6Zq × x(H2O), x kann gleich 0 sein“ zu finden.
Andrew C. Roberts, Lee A. Groat, Joel D. Grice, Robert A. Gault, Martin C. Jensen, Elizabeth A. Moffatt, John A. R. Stirling:Leisingite, Cu(Mg,Cu,Fe,Zn)2Te6+O6·6H2O, a new mineral species from the Centennial Eureka mine, Juab County, Utah. In: Mineralogical Magazine. Band60, 1996, S.653–657 (englisch, rruff.info[PDF; 332kB; abgerufen am 7.Oktober 2019]).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.246 (englisch).
↑Sean M. Margison, Joel D. Grice, Lee A. Groat:The crystal structure of Leisingite, (Cu2+,Mg,Zn)2(Mg,Fe)Te6+O6·6H2O. In: The American Mineralogist. Band35, 1997, S.759–763 (englisch, rruff.info[PDF; 440kB; abgerufen am 6.September 2022]).
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Leisingite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 67kB; abgerufen am 7.Oktober 2019]).
1234Leisingite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 7.Oktober 2019(englisch).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.