Leander Tell
Leander Tell (* 21. Juli 1895 in Norrköping, Schweden; † 1980 ebenda) war ein schwedischer Höhlenforscher, Autor und Esperantist. Er gilt als einer der Begründer der modernen schwedischen Höhlenforschung und gründete die schwedische Höhlenforschervereinigung. Er erforschte und dokumentierte schwedische Höhlen, darunter das Höhlensystem von Lummelunda auf Gotland.[1][2][3][4]
Leben und Werk
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Tell war der Sohn von Carl Johan Tell und Anna Lovisa Samuelsdotter. 1915 legte er sein studentexamen ab. Nachdem er im Ausland Sprachstudien absolviert hatte, war er später als Büroleiter bei der Firma Knut A. K. Wennerström AB tätig und fungierte zudem als Vertreter auf internationalen Messen in Barcelona, Padua und Prag. Von 1923 bis 1935 war er Inhaber und Geschäftsführer des Czechoslovak Bureau, des Pistany Bureau sowie des Pistany Institute. 1926 wurde er Geschäftsführer von Nya AB Biblioteksbokhandeln und ab 1937 bei Centraleuropean Commerce AB und Essinge Bruks Fabriks AB. Zudem war er der Initiator der Buchwoche in Stockholm.[5]
Er heiratete Anna Wilhelmina Andersson, mit der er drei Kinder bekam, Björn Vilhelm Tell (1918), Anna Lillemor (1920) und Erik Karl Axel (später bekannt als Lars) (1921).[6]
Esperantist
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von seinem Bruder erhielt Tell 1906 einen englischen Esperanto-Schlüssel als Weihnachtsgeschenk. Da er keinen schwedischen Esperantisten kannte, wurde er Mitglied der Esperanto Association of Britain. Am 25. Mai 1913 gründete er gemeinsam mit einigen Freunden die Esperanto-Gesellschaft von Norrköping La Esperanta Stelo. 1915 hielt der Schwedische Esperanto-Verband seine Jahrestagung in Norrköping ab. Tell war mehrere Jahre als Rechnungsprüfer für den Verband tätig und nach seinem Umzug nach Stockholm wurde er dort Sekretär der örtlichen Esperanto-Gesellschaft und initiierte die Einrichtung eines Förderfonds. Er war als Sekretär für das Komitee des Bürgermeisters von Stockholm, Carl Lindhagen, tätig, das sich mit der Frage einer Weltsprache befasste und 1920 einen offiziellen Antrag beim Völkerbund einreichte.[7]
Höhlenforschung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1920er Jahren begann Tell, als der damalige Leiter des Tschechoslowakischen Büros in Stockholm, eine Zusammenarbeit mit Karel Absolon von der Akademie in Brünn. Ziel war die Erforschung des heute als klassisches Karstgebiet bekannten Mährischen Karstes (Moravský kras). Diese Kooperation führte später dazu, dass Tell von der Akademie in Brünn die Ehrendoktorwürde verliehen bekam.
Tell interessierte sich für schwedische Höhlen und 1955 erschien sein Buch Underjordens Vackra Värld. Er verfasste Artikel für Zeitungen, publizierte in seiner eigenen Schriftenreihe Archives of Swedish Speleology und veröffentlichte in den Tagungsbänden der Internationalen Kongresse für Höhlenforschung, an deren Initiierung er beteiligt war. Dank seiner sprachlichen Begabung nahm Tell eine zentrale Rolle bei allen Kongressen bis einschließlich des siebten Kongresses 1977 in Sheffield ein. 1963 veröffentlichte er den ersten Teil seines Werks Preliminär katalog över grottor i Sverige (Katalog schwedischer Höhlen) und bis 1974 folgten drei Ergänzungsbände zu diesem Katalog (Tell, 1966, 1970, 1974). Einige der Publikationen von Tell, darunter Die Höhlentypen Schwedens (1962) und Urbergsgrottor, stellen wertvolle Beiträge zum Verständnis der Höhlenentstehung in nicht verkarstungsfähigem Gestein, den sogenannten Pseudokarsthöhlen, dar. Anfang der 1950er Jahre intensivierte Tell seine Forschungen in der Lummelunda-Höhle auf Gotland. Seine Arbeit führte 1959 zur Erschließung der ersten touristisch genutzten Schauhöhle Schwedens.
Er erforschte zahlreiche schwedische Höhlen und gab die Publikation Arkiv för svensk grottforskning (Archiv für schwedische Höhlenforschung) heraus. 1966 gründete er die schwedische Speleologie-Verbindung.[8]
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Underjordens Vackra Värld, Stockholm, 1955.
- Die Höhlentypen Schwedens. Arkiv för Svensk Grottforskning, 2, Norrköping, 1962.
- Preliminär katalog över Grottor i Sverige. Arkiv för Svensk Grottforskning, 3, Norrköping, 1963.
- Supplement nr. 1 till Grottor i Sverige. Arkiv för Svensk Grottforskning, 6, Norrköping, 1966.
- Supplement nr. 2 till Grottor i Sverige. Arkiv för Svensk Grottforskning, 10, Norrköping, 1970.
- Urbergsgrottor. Arkiv för Svensk Grottforskning, 9, Norrköping, 1969.
- Supplement nr. 2 till Grottor i Sverige. Arkiv för Svensk Grottforskning, 10, Norrköping, 1970.
- Supplement nr. 3 till Grottor i Sverige. Arkiv för Svensk Grottforskning, 13, Norrköping, 1974.
- Some Remarks on Swedish Speleology. Geografiska Annaler. Series A, Physical Geography, Vol. 47, No. 1, 1965, S. 61–64.
- Barndomsminnen Fran Norrkoping, Centrocommerce, 1972, ISBN: 9789185022137.
- Sweden: Caves in Crystalline, Insoluble, Igneous Rocks. The NSS Bulletin, Volume 39 Number 4, 1977, S. 110–113, ISSN 1090-6924.
- La Bela subtera mondo, Libro pri grotoj. Scienco kaj tekniko / geologio. J. Régulo. La Laguna. 1959.
- Estigo de la tero kaj de la homo, Scienco kaj tekniko / biologio. J. Régulo. La Laguna. 1971.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ https://www.jamarska-zveza.si/images/Documents/Nase_jame/Nase_jame_22_1980.pdf?utm
- ↑ Berühmte Geologen und Speläologen: Leander Tell. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ 380 (Svenskt författarlexikon / 5. 1961-1965). Project Runeberg, abgerufen am 25. Oktober 2026 (schwedisch).
- ↑ Om Sveriges häftigaste grotta, Lummelundagrottan | Lummelundagrottan. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ 859 (Vem är Vem? / Stockholmsdelen 1945). Project Runeberg, abgerufen am 25. Oktober 2026 (schwedisch).
- ↑ Berühmte Geologen und Speläologen: Leander Tell. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Gefle Esperantoförening, Svenska Esperantoförbundet, Norvega Esperantista Ligo, Rudolf (1895-) Pehrsson: Lâ Espero : officiellt organ för Svenska Esperanto-Förbundet (S.E.F.) : organ för Esperanto-rörelsen i Sverige. Jaro 44, Nr 5 (1956). In: Biblioteka Uniwersytecka KUL. Utgiven au Gefle Esperantoförening, 1956 (kul.pl [abgerufen am 25. Oktober 2026]).
- ↑ https://web.archive.org/web/20100822075801/http://www.speleo.se/ssf/vadar_1.htm
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tell, Leander |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedischer Höhlenforscher, Autor und Esperantist |
| GEBURTSDATUM | 21. Juli 1895 |
| GEBURTSORT | Norrköping, Schweden |
| STERBEDATUM | 1980 |
| STERBEORT | Norrköping, Schweden |