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Laura Fermi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Laura und Enrico Fermi am Institute for Nuclear Studies in Los Alamos, 1954

Laura Capon Fermi (* 16. Juni 1907 in Rom; † 26. Dezember 1977 in Chicago) war eine italienisch-US-amerikanische Autorin und politische Aktivistin. Sie war die Ehepartnerin des Physikers und Nobelpreisträgers Enrico Fermi.

Lalla „Laura“ Capon wurde 1907 in Rom als zweites Kind von Admiral Augusto Capon (1872–1943 in Auschwitz) und Costanza Romanelli (1880–vor 1943) geboren.[1][2][3] Sie hatte eine ältere und eine jüngere Schwester sowie einen jüngeren Bruder. Capon begegnete Enrico Fermi in ihrer Zeit als Studentin der Allgemeinen Naturwissenschaft an der Universität La Sapienza in Rom. Sie heiratete Fermi 1928.

Sie hatten zwei Kinder: Tochter Nella (1931–1995) und Sohn Giulio (1936–1997), der nach Enricos 1915 verstorbenem älteren Bruder benannt war. Als ihr Ehemann es leid wurde, Übersetzungsstellen bei den Verlagshäusern für Laura ausfindig zu machen, fragte er sie, weshalb sie kein eigenes Buch schriebe.[4] Dies setzte sie mithilfe des physikalischen Wissens ihrer Freundin Ginestra Amaldi in die Tat um und veröffentlichte ihr Buch, in welchem sie Alchemie und Transmutation miteinander in Bezug setzt, bei einem Mailänder Verlagshaus.[5]

In 1938 wanderten die Fermis in die Vereinigten Staaten aus, um den anti-jüdischen Gesetzen der faschistischen Regierung Benito Mussolinis zu entgehen, da Laura selbst Jüdin war. Sie reisten nach Stockholm, um Fermis Nobelpreis entgegenzunehmen, und verließen Schweden gen Vereinigte Staaten, wo Fermi eine Stelle an der Columbia University angenommen hatte.[6] Die Einbürgerung der Familie fand 1944 statt.

1954 nahm Laura das Schreiben wieder auf. Ihr Buch Atoms in the Family über ihr Leben mit Enrico Fermi erschien, kurz bevor er an Magenkrebs verstarb.

Im August 1955 reiste Laura zur Genfer Atomkonferenz, in deren erweiterter Folge die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) gegründet wurde. Dabei war Laura Fermi die offizielle Historikerin der Konferenz und veröffentlichte in diesem Zuge Atoms for the World.[7]

Ihr Buch Illustrious Immigrants thematisiert die große Zahl qualifizierter Fachkräfte, die zwischen 1930 und 1941 aus Europa nach Amerika einwanderten, und legt hierbei einen besonderen Fokus auf positive wissenschaftliche und kulturelle Errungenschaften, die Europäer in die Vereinigten Staaten importiert haben.[8][9]

Laura Fermi verstarb 1977 an Herzstillstand.[10]

Veröffentlichungen

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  • Lawrence Badash, J.O. Hirschfelder & H.P. Broida editors (1980) Reminiscences of Los Alamos 1943–1945 (Studies in the History of Modern Science), Springer,  .
  • Ruth Grodzins: Laura Fermi, 1907–1977. In: Bulletin of the Atomic Scientists. 34. Jahrgang, Nr. 5, Mai 1978, S. 2–3, doi:10.1080/00963402.1978.11458498
Commons: Laura Fermi – Sammlung von Bildern
  1. Madeline Whitacre, Amy Belotti: How science earned Enrico Fermi a Nobel Prize (and saved his Jewish wife and children). In: discover.lanl.gov. Los Alamos National Laboratory, 27. Januar 2022, archiviert vom Original am 21. August 2023; abgerufen am 21. August 2023 (englisch).
  2. Lalla Fermi (Capon). In: geni.com. Geni. A MyHeritage Company, 4. August 2023, abgerufen am 21. August 2023 (englisch).
  3. Sandra Linguerri: Capon Fermi Laura. In: scienzaa2voci.unibo.it. Università di Bologna, abgerufen am 21. August 2023 (italienisch).
  4. Laura Fermi: Atoms in the Family: My Life with Enrico Fermi. University of Chicago Press, 1954, ISBN 0-88318-524-5, S. 109–110 (englisch).
  5. Ginestra Amaldi, Laura Fermi: Alchimia del tempo nostro. Hoepli, Milan 1936 (italienisch).
  6. Giuseppe Bruzzaniti: Enrico Fermi: The Obedient Genius. Springer, 2016, ISBN 978-1-4939-3533-8 (englisch, google.com).
  7. Book Reviews, Sites, Romance, Fantasy, Fiction. Abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).
  8. Laura Fermi: Illustrious Immigrants, Theintellectual Migration From Europe 1930-41. 1930 (englisch, Online [abgerufen am 14. Mai 2026]).
  9. Alice Kimball Smith: The Transplantation of European Intellectuals. In: Science. 10. Mai 1968, doi:10.1126/science.160.3828.636 (englisch).
  10. "Obituary", The Village Crier, vol. 10, no. 1, January 5, 1978, archived from the original on August 14, 2020, retrieved December 15, 2018 – via Fermilab History and Archives Project