Der Latumer Bruch, lokal auch Lohbruch genannt, ist ein Bruchwald- und Feuchtgebiet im Südosten der Stadt Krefeld, welches unter gleichem Namen das zweitgrößte Naturschutzgebiet der Stadt bildet (Nr. KR-001).[1][3]
Der Bruch liegt am südlichen Rand des Krefelder Stadtteils Linn. Im Nordwesten grenzt das Gebiet an Oppum, im Nordosten an Gellep-Stratum, im Südwesten und Südosten liegen die Meerbuscher Stadtteile Ossum-Bösinghoven und Lank-Latum. Benannt ist der Latumer Bruch nach dem Haus Latum, einem Gutshof am Ortsrand von Lank-Latum, zu dessen Ländereien das Gebiet historisch gehörte.
Seit 1982 steht der Latumer Bruch mit seinen Bruch- und Auwäldern, wechselfeuchten Gräben, Tümpeln und naturnahem Grünland unter Naturschutz.[1][2] Zum Naturschutzgebiet zählen neben dem eigentlichen Latumer Bruch (auch Lohbruch) auch das kleinere Waldstück Der tolle Bend,[2] die wilden Uferstreifen entlang des Stratumer Buschgrabens und des Lohbruchgrabens sowie einige extensiv landwirtschaftlich genutzte Wiesen und Äcker.[3][2]
Zusammen mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet Die Buersbach, dem Burg- und Stadtgrabensystem der Burg und Altstadt Linn, dem Greiffenhorstpark mit dem Linner Mühlengraben, dem Trinkwassergewinnungsgebiet Elt und dem Römersee bildet das NSG Latumer Bruch ein fast 300ha großes Natura-2000-/FFH-Gebiet (Nr. DE-4605-301: Latumer Bruch mit Buersbach, Stadtgraeben und Wasserwerk).[6][4] Weiterhin ist das Naturschutzgebiet eingebunden in den Biotopverbund Krefelder Süden.[7]
Der Latumer Bruch mit seinen Rückzugsgebieten bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere, darunter einige seltene und bedrohte Arten.[2] Es findet sich eine reiche Vogelfauna[11], hier brüten u.a. zahlreiche Wasser- und Wiesenvögel (z.B. Weißstorch[10]) sowie andere seltene Arten (z.B. Schwarzmilan). Viele Zugvögel nutzen das nahrungsreiche Gebiet als Ruhestation. Die Feuchtbereiche sind Lebensraum und Laichgebiet für diverse Amphibien, darunter auch der Kammmolch.[1] Unter den zahlreichen Insekten sind insbesondere der Schwarzblaue und der Große Moorbläuling[1] sowie der Veränderliche Edelscharrkäfer[12] erwähnenswert.
Extensiv bewirtschaftete Weiden östlich des Latumer Bruches
123456789Der Oberbürgermeister der Stadt Krefeld (Hrsg.):Naturschutzgebiet Latumer Bruch (=Naturschutz in Krefeld. Faltblatt Nr. 3/6). Stadt Krefeld, Krefeld Januar 2007 (online[PDF]).
12Landschaft Erholung.Stadt Krefeld,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am15.Mai 2012;abgerufen am 11.Juni 2012.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.krefeld.de
12Der Landrat des Rhein-Kreis Neuss (Hrsg.):EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Umsetzungsfahrplan der Kooperation Linke Rheinzuflüsse Neuss-Uerdingen (PE_RHE_1200). Amt für Umweltschutz, Untere Wasserbehörde, Grevenbroich März 2012 (Volltext[PDF]).