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Langspil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zeichnung einer Langspil, 1811
Þórður Tómasson aus Skógar beim Spiel der Langspil
Langspil mit Bogen und zwei Saiten: eine Melodiesaite, eine Bordunsaite

Langspil (isländisch) ist eine isländische Bauform der Bordunzither.

Die Langspil besteht aus einem länglichen, etwa 80 Zentimeter langen Kasten und besitzt eine Melodiesaite und ein bis fünf (meist zwei) Bordunsaiten aus Metall. Die Saiten können gezupft, mit einem Bogen gestrichen, oder auch mit einem Hammer angeschlagen werden. Die Melodiesaite ist über einem Griffbrett mit Bünden gespannt.

Die Langspil existiert in zwei hauptsächlichen Korpusformen: gerade und bauchig.

Da Holz in Island aus Mangel an Bäumen lange hauptsächlich in Form von Treibholz verfügbar war, verwendete man verschiedenste Holzarten zum Bau des Instruments.[1]

Der isländische Name der Zither ist eine Wortzusammensetzung aus dem Adjektiv lang als Bestimmungs- und dem Substantiv spil als Grundwort.[2] Das Grundwort ist Kognat mit deutsch „Spiel“ und erscheint in mehreren Instrumentennamen.[3]

Das isländische Wort langspil ist ein Neutrum. Wie andere isländische Neutra kann der Name des Instruments im Deutschen deshalb als „das Langspil“ wiedergegeben werden. Aber auch das Femininumdie Langspil“ kommt vor, unter anderem im musikwissenschaftlichen Nachschlagewerk Die Musik in Geschichte und Gegenwart.[4]

Herkunft und Verbreitung

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Die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen der Langspil stammen aus dem 18. Jahrhundert, in denen das Instrument als eine längliche, sich zu einem Ende verbreiternde Kiste beschrieben wird, die mit einer bis sechs Saiten bespannt ist. Im 19. Jahrhundert tauchte eine Version mit bauchigem Korpus auf, die verbesserte Klangeigenschaften besitzt.

Im Jahr 1855 erschien das Buch Leiðarvísir til að spila á langspil („Anleitung zum Spiel der Langspil“)[5], das auch eine Bauanleitung des Instruments enthielt, wenngleich diese einen Druckfehler bezüglich der Bünde aufwies. Das Buch trug sehr zur Beliebtheit der Langspil bei. Dennoch verlor das Instrument anschließend wieder an Bedeutung und wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts kaum mehr gespielt.[6]

In den 1960er Jahren erkannte die Sängerin Anna Þórhallsdóttir, dass die Langspil aus der isländischen Musiktradition zu verschwinden drohte, und übernahm eine führende Rolle bei seiner Wiederbelebung.[7] Heute ist die Langspil wieder im Bestand verschiedener isländischer Bands und Einzelmusiker. Es hat auch eine tragende Rolle im jährlichen Folk-Festival von Siglufjörður.[8] Touristen können es in verschiedenen Museen in Island sehen, und im Museum von Skógar spielte der Museumsdirektor Þórður Tómasson (1922–2022) gelegentlich Besuchern darauf vor.

Die isländische Fiðla besitzt einen ähnlich länglichen Korpus, aber im Unterschied zur Langspil kein Griffbrett. Von den zwei oder mehr Saiten wird eine Saite zur Melodiebildung von unten mit einem Finger der linken Hand berührt, während die rechte Hand den Bogen über alle Saiten streicht. Nahe verwandt mit der Langspil ist die norwegische Langeleik.

  • Amanda M. Burt: Langspil. In: Grove Music Online, 11. Februar 2013
Commons: Langspil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. David G. Woods: Íslenska langspilið. In: Árbók hins íslenzka fornleifafélags. 1993. S. 109–128.
  2. langspil. In: Halldóra Jónsdóttir, Þórdís Úlfarsdóttir (Hrsg.): Íslensk nútímamálsorðabók. Stofnunar Árna Magnússonar í íslenskum fræðum, 2020, ISSN 3118-9970 (isländisch, arnastofnun.is [abgerufen am 1. Juni 2026]).
  3. Ásgeir Blöndal Magnússon: spil. In: Halldóra Jónsdóttir, Þórdís Úlfarsdóttir (Hrsg.): Íslensk orðsifjabók. 1989 (arnastofnun.is [abgerufen am 1. Juni 2026]).
  4. Árni Heimir Ingólfsson, Hallgrímur Helgason, Göran Bergendal: Island. In: MGG Online. Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Bärenreiter-Verlag Karl Vötterle, J. B. Metzler, Répertoire International de Littérature Musicale Inc., 2021, ISSN 2510-4284 (mgg-online.com).
  5. Ari Sæmundssen: Leiðarvísir til að spila á langspil. Akureyri. 1855.
  6. David G. Woods: Íslenska langspilið. In: Árbók hins íslenzka fornleifafélags. 1993. S. 109–128.
  7. Anna Þórhallsdóttir: Langspil. In: Tíminn. 19. August 1961, S. 11.
  8. Þjóðlagahátíðin á Siglufirði (Memento vom 10. März 2012 im Internet Archive)