Ladakh
| Ladakh लद्दाख़ ལ་དྭགས་ | |||
| Status | Unionsterritorium[1] | ||
| Hauptstadt | Leh | ||
| Fläche | 59.146 km² | ||
| Einwohner | 274.289 (2011)[2] | ||
| Bevölkerungsdichte | 4,9 Einwohner je km² | ||
| Sprachen | Tibetisch, Ladakhi, Hindi | ||
| Gouverneur | Radha Krishna Mathur | ||
| Website | ladakh.nic.in | ||
| ISO-Code | IN-LA | ||
| Gebiet | Fläche (km²) | Einwohner | Bev.-dichte (Ew./km²) |
|---|---|---|---|
| Distrikt Kargil | 14.036 | 140.802 | 10,03 |
| Distrikt Leh | 45.110 | 133.487 | 2,96 |
| Gesamt | 59.146 | 274.289 | 4,64 |
Sprache
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ladakhische Sprache ist eine altertümliche Variante der tibetischen Sprache, in der sich viele frühere Formen erhalten haben. Im Ladakhi sind zahlreiche Konsonanten erhalten, die im Zentraltibetischen ausgefallen sind. Beispiele: Die Entsprechung des deutschen „ja“ wird auf Tibetisch klas geschrieben und im Ladakhi auch so ausgesprochen, in Zentraltibet hingegen la. Auch die ursprüngliche Aussprache von Lama hat sich in Ladakh erhalten, hier sagt man bla ma. Die ladakhische Sprache hat ungefähr 100.000 Sprecher in Indien und vielleicht 12.000 Sprecher in Tibet. Die drei gebräuchlichsten Dialekte sind Leh, Shamma und Nubra.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen Ladakh und Tibet bestehen viele kulturelle und religiöse Beziehungen, beruhend auf dem tibetischen Buddhismus.
Nicht zuletzt durch ihre Konzentration im Distrikt Kargil bilden allerdings mit 45 % schiitische Muslime die größte Gruppe in Ladakh, gefolgt von ca. 40 % Buddhisten und ca. 12 % Hindus.[5] Dagegen ist im Distrikt Leh der Buddhismus dominierend, er erreicht dort 66 %.[6]
In Ladakh existieren seit der Ankunft von Missionaren der evangelischen Herrnhuter Brüdergemeine aus Sachsen im 19. Jahrhundert kleine christliche Kirchen.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Haupteinnahmequelle ist heute der Tourismus, insbesondere nachdem er im muslimischen Kaschmir aufgrund des Kaschmir-Konfliktes zusammengebrochen ist und die indische Regierung ihn fördert. Früher dominierte die landwirtschaftliche Selbstversorgung als Wirtschaftsform, heute steigt einerseits der Anteil der Bewohner, die an Reisenden verdienen, anderseits auch die Zahl der Arbeitslosen.
In den Regionen oberhalb 4000 Metern versorgen die Nomaden ihre Kaschmirziegen. Haupthandelsgut ist die hochwertige Kaschmirwolle. Auf dem Rücken von Maultieren, Yaks oder Eseln wird die Wolle zu Tal gebracht.
Aufgrund der abgeschiedenen und verkehrsfeindlichen Lage der Region sind weder bergbauliche Aktivitäten vorhanden noch hat sich Industrie angesiedelt.
Tourismus
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Die Hauptreisezeit für Touristen ist von Juni bis August. Bereits von der Hauptstadt Leh aus kann man zahlreiche Trekkingtouren unternehmen, die sich teils über mehrere Wochen erstrecken können. Bei Routen über 6000 m ü. d. M. ist eine Genehmigung erforderlich.
Flora und Fauna
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1870er Jahren ging der österreichische Asienforscher, Zoologe, Botaniker und Paläontologe Ferdinand Stoliczka daran, die Tier- und Pflanzenwelt Ladakhs zu erforschen.
Die Tierwelt hat viel gemein mit der Zentralasiens und teilweise auch Tibets.[7] Zugvögel verbringen den Sommer im kühleren Ladakh. Finken, Drosseln und Rotschwänze sowie der Wiedehopf sind zu finden. Die Braunkopfmöwe sucht die Wasser des Indus und Seen Changthangs auf. Rost- und Streifengänse sowie die seltenen Schwarzhalskraniche sind an den Gewässern Ladakhs beheimatet, ebenso Tibetkönigshühner, Chukarhühner und Rabenvögel. An Greifvögeln finden sich Bartgeier und Steinadler. In Gewässernähe lebt stellenweise die seltene Ladakh-Kröte (Bufotes latastii).[8]
Unter den Paarhufern gibt es ein reichliches Vorkommen von Blauschafen. Die bestens angepassten Sibirischen Steinböcke treten in den westlichen Regionen Ladakhs auf.[9][10][11] Argalis finden sich in einer Stückstärke von 400 Tieren. Sie bevorzugen offenes Terrain, da sie im Gegensatz zu Artgenossen die Flucht vor Feinden nicht durch Kletterei ergreifen.[12] Tibetantilopen sind berühmt für ihre Königswolle Shahtoosh, die nach Erlegung des Tieres gezupft wird. Im östlichen Grenzgebiet zu Tibet leben Tibetgazellen. In Konkurrenz um die Weidegründe leben die Kiang mit den Nomaden.[13] Vornehmlich im Hemis-Nationalpark leben vereinzelte Schneeleoparden, Eurasische Luchse und tibetische Wölfe. Pfeifhasen, Wühlmäuse, Murmeltiere und Tibetfüchse als Feind der erstgenannten, leben in enger Nachbarschaft.
An Pflanzen setzen sich Sanddorn, Kümmel, Brennnesselgewächse und Wildrosen durch. Kapern, Katzenminzen, Kugeldisteln, Meerträubel, Rhabarber, Wucherblumen und die Steppenraute sowie weitere Sukkulenten wachsen in Ladakh. Wacholder wächst wild und in kultivierten Landschaften. Schwarz- und Balsam-Pappeln, Maulbeeren, Walnüsse, Weiden und Ulmen sowie Robinien und Zypressen sind anzutreffende Bäume.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Blanche C. Olschak, Augusto Gansser, Emil M. Bührer: Himalaya – Wachsende Berge, Lebendige Mythen, Wandernde Menschen. vgs, ISBN 3-8025-2218-4.
- Jürgen C. Aschoff: Tibet, Nepal und der Kulturraum des Himalaya (mit Ladakh, Sikkim und Bhutan). Kommentierte Bibliographie deutschsprachiger Bücher von 1627 bis 1990 (Aufsätze bis zum Jahre 1900). Garuda Verlag, Dietikon/Schweiz 1992, ISBN 3-906139-07-7.
- Anneliese Keilhauer, Peter Keilhauer: Ladakh und Zanskar. Lamaistische Klosterkultur im Land zwischen Indien und Tibet. DuMont, Köln 1987, ISBN 3-7701-1181-8.
- Heike Hoppstädter-Borr, Markus Borr: Ladakh. Trekking im indischen Himalaya, Eine Reiseerzählung durch das Land der hohen Pässe. Books on Demand, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-9845-9.
- Janet Rizvi: Ladakh: Crossroads of High Asia. Oxford University Press, Delhi 1999, ISBN 0-19-564546-4.
- Heinrich Harrer: Ladakh: Götter und Menschen hinter dem Himalaya. Erstauflage 1978. Ullstein, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-548-32016-3.
- Helena Norberg-Hodge: Faszination Ladakh. Herder, Freiburg i. Breisgau 2004, ISBN 3-451-05484-1.
- Heinrich Harrer: Ladakh. Der Vorhof zum Nirwana. In: Geo. 12/1976, S. 6–32.
Filmdokumentationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Das Alte Ladakh (Ladakh – In Harmony with the Spirit) bei IMDb Deutscher Dokumentarfilm, Teil 1 der „Buddhismus-Trilogie“ von Clemens Kuby (Buch und Regie) aus dem Jahr 1986.
- Im Schatten des Himalaya. Ladakh – Im Land der hohen Pässe. Deutsche TV-Dokumentation von Peter Weinert aus dem Jahr 2003.
- Einsteins Erben und das Rätsel von Ladakh. TV-Dokumentation von Peter Prestel und Gisela Graichen aus dem Jahr 2005.
- Himalaya – Reich des Windpferdes. Teil 1 Ladakh (Teil 2 Spiti, Teil 3 Mustang). TV-Dokumentation von Hajo Bermann aus dem Jahr 2011.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Christoph S. Sprung: Krisenherd Ladakh? Analyse auf suedasien.info vom 25. Juni 2006
- Bernhard Peter: Natur und Kultur in Ladakh. Bildergalerien über Ladakh: Klöster, Berge und Menschen
- Oliver Stebler: Im Dunstkreis des Himalajas. ( vom 1. Februar 2012 im Internet Archive) In: Neue Zürcher Zeitung, 23. Oktober 2008 (PDF; 439 kB)
- Monasteries in Ladakh (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Article 370 revoked Updates: Jammu & Kashmir is now a Union Territory, Lok Sabha passes bifurcation bill. In: www.businesstoday.in. (englisch).
- ↑ District Handbook Ladakh. Census of India, abgerufen am 24. Januar 2021.
- ↑ Bharti Jain: Govt releases new political map of India showing UTs of J&K, Ladakh auf timesofindia.indiatimes.com vom 2. November 2019, abgerufen am 24. November 2019
- ↑ District Census 2011. Census of India, abgerufen im Jahr 2021 (englisch).
- ↑ Kamaljit Kaur Sandhu: Government planning to redraw Jammu and Kashmir assembly constituency borders: Sources. In: indiatoday.in. 4. Juni 2019, abgerufen am 8. August 2025 (englisch).
- ↑ Leh District Religion Data - Hindu/Muslim. Census of India, 2011, abgerufen am 8. August 2025 (englisch).
- ↑ Flora & Fauna of Ladakh. In: india-travel-agents.com.
- ↑ Matthias Stöck et al.: Ladakh Toad | Bufotes latastii. In: iucnredlist.org. 30. April 2004, abgerufen am 8. August 2025 (englisch).
- ↑ T. Namgail, J. L. Fox, Y. V. Bhatnagar: Habitat segregation between sympatric Tibetan argali Ovis ammon hodgsoni and blue sheep Pseudois nayaur in the Indian Trans-Himalaya. In: Journal of Zoology (London). 262, 2004, S. 57–63.
- ↑ T. Namgail: Winter Habitat Partitioning between Asiatic Ibex and Blue Sheep in Ladakh, Northern India. In: Journal of Mountain Ecology. 8, 2006, S. 7–13.
- ↑ T. Namgail: Trans-Himalayan large herbivores: status, conservation and niche relationships. Report submitted to the Wildlife Conservation Society, Bronx Zoo, New York 2006.
- ↑ T. Namgail, J. L. Fox, Y. V. Bhatnagar: Habitat shift and time budget of the Tibetan argali: the influence of livestock grazing. In: Ecological Research. 22, 2007, S. 25–31.
- ↑ Y. V. Bhatnagar, R. Wangchuk, H. H. Prins, S. E. van Wieren, C. Mishra: Perceived conflicts between pastoralism and conservation of the Kiang Equus kiang in the Ladakh Trans-Himalaya. In: Environmental Management. 38, 2006, S. 934–941.
Koordinaten: 34° 9′ N, 77° 31′ O

