LHB VT 2E
| LHB dieselelektrischer Doppeltriebwagen | |
|---|---|
VT/VS 2E, SGP VT 70, VTE (v. l. n. r.) | |
| Hersteller: | Linke-Hofmann-Busch, Simmering-Graz-Pauker |
| Baujahr(e): | 1976–1993 |
| Ausmusterung: | ab 2011 (erste Serie, GKB-Serie) |
| Achsfolge: | Bo’2’Bo’ |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Höhe: | 3,5 m |
| Installierte Leistung: | 2 × 228 kW – 485 kW |
| Leistungsübertragung: | elektrisch |
| Fahrmotoren: | 4 (je 75 kW – 125 kW) |
| Antrieb: | 1 oder 2 Dieselmotoren |
| Bremse: | Knorr Scheibenbremse, Elektromotorische Widerstandsbremse, Magnetschienenbremse; elektrische Bremsansteuerung |
| Kupplungstyp: | Scharfenberg |
| Zugbeeinflussung: | PZB |
| Steuerung: | Mehrfachtraktion möglich |
| Sitzplätze: | 88–110 |
| Fußbodenhöhe: | 1,2 m |
Der VT 2E ist ein dieselelektrischer Doppeltriebwagen des Herstellers Linke-Hofmann-Busch (LHB, heute Teil von Alstom Transport Deutschland) für den Nahverkehr. Die Fahrzeuge werden im deutschen Fahrzeugeinstellungsregister als Baureihe 0609.0 bzw. 0133.2 geführt. In Österreich fertigte Simmering-Graz-Pauker (SGP) den VT 70 in Lizenz.
Entstehung und technische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Erneuerung ihres Fahrzeugparkes ließ die AKN Eisenbahn Mitte der 1970er Jahre von LHB einen neuen Triebwagen entwickeln. Bei der Konstruktion nahm man Anleihen bei dem ebenfalls von LHB gebauten elektrischen U-Bahn-Triebwagen DT2/DT3 der Hamburger Hochbahn (hergestellt ab 1962) bzw. der ersten Baureihe (Serien M1–M3) der Metro Amsterdam (hergestellt ab 1973), die viele ähnliche Teile verwendeten. Außerdem gibt es in der Gestaltung des Fahrzeugäußeren Ähnlichkeiten zur DB-Baureihe 627.0, an deren Herstellung LHB zwei Jahre zuvor ebenfalls beteiligt war. Bei gleichbleibendem Grundaufbau wurde jede Bauserie an die Gegebenheiten des Einsatzgebiets (etwa in Motorisierung oder Einstiegshöhe) angepasst und die jüngeren Serien gegenüber der vorherigen jeweils technisch weiter entwickelt.
Es entstand ein zweiteiliger Triebwagen mit dieselelektrischem Antrieb. Die beiden in Leichtbauweise gefertigten Triebwagenhälften stützen sich auf einem gemeinsamen antriebslosen Jakobs-Drehgestell ab, das mit einer Magnetschienenbremse ausgestattet ist. Hier befindet sich auch bei den in Deutschland eingesetzten Fahrzeugen die Indusi-Spule. Die Enddrehgestelle werden von je zwei Gleichstrommotoren (letzte Serie: Drehstrom-Asynchronmotoren) angetrieben. Bei den ersten beiden Varianten ist in jeder Hälfte ein Dieselmotor mit Drehstromgenerator und nachgeschaltetem Gleichrichter installiert, bei den letzten beiden nur ein Dieselmotor mit etwa doppelter Leistung. Wie die U-Bahn-Vorgänger sind die Fahrzeuge mit einer elektrischen Widerstandsbremse über die Fahrmotoren und einer Federspeicherbremse ausgestattet. Zur Unterstützung kann bei schlechter Witterung gesandet werden. Die anfallende Wärme der elektrischen Bremse wird über Lüfter direkt nach außen abgeleitet oder zum Heizen des Fahrgastraums verwendet, geheizt werden kann ferner mit vom Dieselgenerator erzeugtem Strom. Dabei läuft im Stand der Dieselmotor mit höherer Drehzahl.
Jede Fahrzeughälfte verfügt beidseitig über zwei pneumatisch betätigte außen-laufende Doppelschiebetüren. Damit der Triebfahrzeugführer von seinem Sitz aus die Türen überwachen kann, befindet sich in jeder der vier Fahrzeugecken ein pneumatisch ausklappbarer Rückspiegel. Als Farbe wurden zunächst Gelb- und Orangetöne gewählt, später die jeweiligen Unternehmensfarben. Charakteristisch ist die nicht lackierte gesickte Außenverblechung unterhalb der Seitenfenster ähnlich der der DT2/DT3, die erst bei der letzten Serie nicht mehr verwendet wurde. Als Zugzielanzeige dienten Rollbänder oder tauschbare Schilder über der Frontscheibe, die später durch LED- oder LCD-Anzeigen ersetzt wurden.
Bauarten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]VTE der AKN
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| LHB VTE (AKN) | |
|---|---|
VTE in Barmstedt | |
| Nummerierung: | VT 2.31 – VT 2.46 |
| Anzahl: | 16 (2020: noch 5) |
| Baujahr(e): | 1976/1977 |
| Ausmusterung: | 2015 (bei der AKN) |
| Länge über Kupplung: | 30,13 m |
| Breite: | 2,93 m |
| Leermasse: | 51,9 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 88 km/h |
| Installierte Leistung: | 2 × 228 kW[1] 2 × 242 kW |
| Motortyp: | MAN D 3256 BTYUE Cummins M11 |
| Fahrmotoren: | 4 (je 78 kW) |
| Bremse: | Kbr XI-ELF-P-Mg (D) |
| Steuerung: | bis zu 4 in Mehrfachtraktion |
| Sitzplätze: | 88 |
| Fußbodenhöhe: | 1180 mm |
| SGP VT 70 | |
|---|---|
VT 70.05 in Graz Hauptbahnhof | |
| Nummerierung: | VT 70.01 bis VT 70.13 |
| Anzahl: | 13 |
| Hersteller: | Simmering-Graz-Pauker in Lizenz von Linke-Hofmann-Busch |
| Baujahr(e): | 1980 und 1986 |
| Ausmusterung: | 2011–2013 |
| Länge über Kupplung: | 30,18 m |
| Breite: | 2,93 m |
| Leermasse: | 54 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 90 km/h |
| Installierte Leistung: | 2 × 235 kW |
| Motortyp: | MAN, mit Ladeluftkühlung |
| Fahrmotoren: | 4 (je 78 kW) |
| Steuerung: | bis zu 5 in Mehrfachtraktion |
| Sitzplätze: | 110 |
Die Graz-Köflacher Eisenbahn (GKE) in Österreich beschaffte eine Weiterentwicklung dieses Triebwagens, die in Lizenz bei Simmering-Graz-Pauker (SGP) in Graz gebaut wurde. Änderungen gab es in der Ausstattung: Eine Triebwagenhälfte verfügt über eine Toilette, die Sitzplätze sind in 2+3-vis-a-vis-Abteilen angeordnet. Auch wurde ein anderer, etwas stärkerer Dieselmotor verwendet, um die im Vergleich zur Region Hamburg größeren Steigungen bewältigen zu können. Dieser wurde zwischenzeitlich zweimal ausgetauscht, zuletzt 2001.[9]
Fünf Einheiten wurden in der ersten Serie 1980/1981 beschafft (VT 70.01 – 05), acht Einheiten 1986 nachbestellt (VT 70.06 – 13). Die Serien konnten ursprünglich an den Seitenfenstern unterschieden werden (1. Serie Klappfenster, 2. Serie Übersetzfenster), später wurden aber die Fenster getauscht, so dass alle Triebwagen über beide Fenstertypen verfügten. Weiter sind die Sitze unterschiedlich, die Befestigung des Scheibenwischers ist bei der ersten Serie oben, bei der zweiten unten.
Um auch den Anforderungen des Betriebs bei Schnee gerecht zu werden, wurden die Triebwagenhälften an den äußeren Enden durch einen fest mit dem Wagenkasten verbundenen Schneepflug ergänzt.
Im Jahr 2011 wurden die Triebwagen durch neue Stadler GTW ersetzt, einige VT 70 blieben als Reserve im Fuhrpark der GKB. Im Laufe des Jahres 2013 wurden alle Triebwagen der Reihe VT 70 ausgeschieden. Ein geplanter Verkauf der Altfahrzeuge nach Polen[10] kam nicht zustande.
- 3+2-Bestuhlung im Innenraum eines VT 70
- VT70 mit dem neuen GKB-Logo
- 5070 003 kurz vor der Verschrottung in Graz (Mai 2022)
VT/VS 2E von FKE/VHT
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| LHB VT/VS 2E (FKE/VHT) | |
|---|---|
VT2E der HLB in Köppern | |
| Nummerierung: | VT2E.1 A/B bis 9 A/B und VT2E.11 A/B bis 21 A/B |
| Anzahl: | 8 und 12 |
| Baujahr(e): | 1987 und 1992 |
| Ausmusterung: | 2020-2022 |
| Länge über Kupplung: | 32.620 mm |
| Breite: | 3.033 mm (über Türen) |
| Höhe: | 3.550 mm |
| Drehzapfenabstand: | 12.460 mm |
| Drehgestellachsstand: | 2.100 mm |
| Raddurchmesser: | 870-800 mm |
| Leermasse: | 55 t |
| Dienstmasse: | 65 t |
| Radsatzfahrmasse: | 11 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 100 km/h |
| Installierte Leistung: | 485 kW Generator: 435 kW |
| Anfahrzugkraft: | 95 kN |
| Bremskraft: | 40 kN (E-Bremse) |
| Motortyp: | Daimler-Benz OM 444 LA |
| Motorbauart: | 12-Zylinder-V-Motor mit Abgasturbolader und Ladeluftkühlung, 4-Takt, wassergekühlt, unterflur |
| Nenndrehzahl: | 2.100 min−1 |
| Fahrmotoren: | 4 × BBC ERG 2040, 93 kW (Tatzlager-Gleichstrommotoren) |
| Bremse: | K-P-A-E-Mg (D) el |
| Kleinster Halbmesser: | 100 m |
| Zugbeeinflussung: | Indusi I 60 R |
| Steuerung: | bis zu 4 in Mehrfachtraktion |
| Sitzplätze: | 78+14 (2./1. Klasse) bis 2006: 122 |
| Stehplätze: | 152 |
| Fußbodenhöhe: | 1,22 m |
| Tankinhalt: | 1.100 l |
| Logos: | |
| LHB VTA (AKN) | |
|---|---|
VTA im Haltepunkt Hörgensweg | |
| Nummerierung: | VT 2.51 bis VT 2.68 |
| Anzahl: | 18 |
| Baujahr(e): | 1993 |
| Ausmusterung: | ab 2024 |
| Länge über Kupplung: | 32,62 m |
| Breite: | 3,03 m |
| Leermasse: | 55,4 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 105 km/h |
| Installierte Leistung: | 485 kW |
| Motortyp: | Cummins KTA-19-R2 |
| Motorbauart: | 6-Zylinder-Diesel |
| Stromübertragung: | Stromschiene (s. u.) |
| Fahrmotoren: | 4 (je 125 kW) ABB Asynchron |
| Steuerung: | bis zu 4 in Mehrfachtraktion |
| Sitzplätze: | 96 |
| Besonderheiten: | 8 Zweikraftfahrzeuge |
1993 beschaffte schließlich die AKN noch einmal 18 Triebwagen, die wiederum in der Länge den FKE-Fahrzeugen entsprachen. Auf die gesickte Außenverblechung wurde erstmals verzichtet. Es wurde ein neuer, leistungsstärkerer Motor gewählt, und Antriebssteuerung und Motoren gänzlich auf Drehstrom umgestellt. Die Fahrzeuge bekamen die Nummern VT 2.51 bis VT 2.68.
Die neuen Triebzüge konnten mit den VTE der ersten Serie gekuppelt werden, dabei sorgte eine Sicherheitsschaltung dafür, dass die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nicht überschritten wurde.
Acht Triebzüge (VT 2.51 – 57 und 2.68) wurden mit Stromabnehmern an Drehgestellen für die seitliche Stromschiene des Hamburger S-Bahn-Systems nachgerüstet. So können sie als Zweikrafttriebwagen auch ohne Dieselmotor auf den S-Bahn-Strecken verkehren.
Die Baureihe wurde später mit modernen Zugzielanzeigen und LED-Rückleuchten ausgestattet.
2024 wurde das Fahrzeug VT2.60 in Neumünster Süd abgestellt.
Die Fahrzeuge VT2.60 und VT2.62 wurden im September 2025 in Lübeck verschrottet
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Internetseite über den VT2E
- Internetpräsenz der AKN (mit Fotos)
- Fahrzeugbeschreibung auf der Website der Hesseischen Landesbahn. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 18. Mai 2022; abgerufen am 16. Dezember 2022.
- Datenblatt über den VT/VS 2E der Hessischen Landesbahn. (PDF; 824 kB) Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 5. August 2013; abgerufen am 27. Dezember 2015.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Grundlegende Modernisierung der AKN. In: Der Stadtverkehr, Heft 11/12-1976, S. 442–444, Verlag Werner Stock, Bielefeld 1976
- ↑ AKN-Hauptwerkstadt: „Klinik“ für Triebwagen. In: Fahr mit uns, Kundenzeitschrift der HHA, Ausgabe 2/1990
- ↑ AKN-Verkauf: Triebwagen gefällig? Meldung des Norddeutschen Rundfunks. 6. August 2015, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 11. Mai 2016; abgerufen am 11. Mai 2016.
- ↑ BEM: VT2E-Triebwagen fahren am 24. April 2016 auf der Strecke Nördlingen – Dinkelsbühl – Feuchtwangen
- ↑ Fotos u. a. des Sondereinsatzes auf der Fotoseite bahnbilder.de
- ↑ Thema im Forum Drehscheibe Online
- ↑ Nebenbahn Staßfurt-Egeln e. V. – Unser Fahrzeug. In: nebenbahn-stassfurt-egeln.com. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2017; abgerufen am 20. Februar 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Endstation Schrottplatz: Züge im Schredder. Meldung des Norddeutschen Rundfunks. 12. April 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 29. August 2017; abgerufen am 11. Mai 2016.
- ↑ Drehscheibe der GKB, Ausgabe April 2006 (PDF; 1,5 MB)
- ↑ Österreich: GKB setzt VT 70 außer Betrieb. Meldung auf eurailpress.de vom 3. Juli 2013, abgerufen am 18. Dezember 2016
- ↑ Foto
- ↑ Drehscheibe Online Foren :: 08/01 - Auslandsforum "classic" :: [HU] Erster VT2E der HLB in Ungarn gesichtet. Abgerufen am 11. Dezember 2022.
- ↑ Drehscheibe Online Foren :: 01 - News :: Taunusbahn: Die letzten fünf VT 2 E haben den Taunus verlassen. Abgerufen am 23. Juni 2023.







