Külte
Külte Stadt Volkmarsen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 24′ N, 9° 4′ O |
| Höhe: | 201 m ü. NHN |
| Fläche: | 10,03 km²[1] |
| Einwohner: | 813 (30. Juni 2019)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 81 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. August 1972 |
| Postleitzahl: | 34471 |
| Vorwahl: | 05691 |
Külte von Südwesten | |
Külte ist eine ehemals selbständige Gemeinde und seit dem 1. August 1972 ein Ortsteil der nordhessischen Stadt Volkmarsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der Ort ist nach Einwohnerzahl und Fläche nach der Kernstadt der größte der fünf Ortsteile von Volkmarsen.
Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Westen und Süden ist der Ort von den Ausläufern des Waldecker Berglandes eingerahmt; im Norden und Osten öffnet sich die Landschaft zur Volkmarser Börde, die dann in die Warburger Börde übergeht.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von den Anfängen bis zur Gebietsreform in Hessen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Külte erfolgte unter dem Namen Culti, in finibus im Jahr 1036 im Codex Eberhardi des Reichsklosters Fulda.[2] Vermutlich war der Ort jedoch schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt: am „Kleekopf“ in Richtung Herbsen findet man noch Reste von ehemaligen Hügelgräbern.
1036 wird das Bauerndorf Culete oder Culite als Besitz des Hochstifts Paderborn erwähnt. 1135 wurden Ortsadelige „de Culite“ genannt. Seit 1276 befand sich der Ort im Besitz der Grafen von Waldeck. Im 14. und 15. Jahrhundert hatten die Familien von Brobeck und von Mederike hier Besitzungen als waldecksches Lehen. 1533 wurden die Herren von Gudenberg zu Elmarshausen mit einem Lehen erwähnt. 1537 besaßen die Waldecker Grafen den Zehnten, den man nach Wetterburg lieferte. 1678 ist eine kleine Industrie mit Blech-Hammerwerk und Tuchfabrik erwähnt. Külte gehörte zum Amt Wetterburg.
Im Gogericht Külte, zu dem auch die kleine Siedlung Leiborn westlich von Mengeringhausen sowie die Wüstung Reigerlütersen gehörte, hatten die Grafen von Waldeck spätestens seit 1236 den Vorsitz. Später gehörte Külte zum Freigericht in Landau, dann zum Freistuhl Mengeringhausen.[3]
Hessische Gebietsreform
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zum 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Külte im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Volkmarsen eingemeindet.[4][5] Für Külte wurde, wie für alle nach Volkmarsen eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[6]
Staats- und Verwaltungsgeschichte im Überblick
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Külte angehörte:[2][7]
- 1495: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Wetterburg und Kurköln, Herzogtum Westfalen, Amt Koglenberg (strittige Ansprüche)
- ab 1510: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Wetterburg
- ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Landau
- ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Landau
- ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Diemel
- ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Twiste
- ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis der Twiste[Anm. 1]
- ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis der Twiste
- ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste
- ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste
- ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Twiste
- ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Volkmarsen
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einwohnerstruktur 2011
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Külte 855 Einwohner. Darunter waren 24 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 168 Einwohner unter 18 Jahren, 263 zwischen 18 und 49, 180 zwischen 50 und 64 und 147 Einwohner waren älter.[8] Die Einwohner lebten in 351 Haushalten. Davon waren 87 Singlehaushalte, 102 Paare ohne Kinder und 120 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 237 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.[8]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quelle: Historisches Ortslexikon[2]
- 1541: 29 Häuser
- 1738: 59 Häuser
- 1770: 79 Häuser, 474 Einwohner
- 1961: 864 Einwohner, davon 780 evangelische (= 90,28 %), 59 katholische (= 6,83 %)
| Külte: Einwohnerzahlen von 1770 bis 2019 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1770 | 474 | |||
| 1800 | ? | |||
| 1834 | 656 | |||
| 1840 | 714 | |||
| 1846 | 644 | |||
| 1852 | 721 | |||
| 1858 | 687 | |||
| 1864 | 668 | |||
| 1871 | 592 | |||
| 1875 | 563 | |||
| 1885 | 575 | |||
| 1895 | 652 | |||
| 1905 | 631 | |||
| 1910 | 700 | |||
| 1925 | 710 | |||
| 1939 | 698 | |||
| 1946 | 1.065 | |||
| 1950 | 1.065 | |||
| 1956 | 924 | |||
| 1961 | 864 | |||
| 1967 | 808 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2010 | 864 | |||
| 2011 | 855 | |||
| 2015 | 814 | |||
| 2019 | 813 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: bis 1970[2]; Stadt Volkmarsen[1]; Zensus 2011[8] | ||||
