Kushinagar liegt im Nordosten Uttar Pradeshs, nahe der Grenze zu Nepal im Distrikt Kushinagar, rund 53 km (Fahrtstrecke) östlich von Gorakhpur bzw. rund 227 km nordöstlich von Varanasi in einer Höhe von knapp 80m. Durch Kushinagar führt die nationale Fernstraße NH 28, die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Deoria (35 km südlich) und Gorakhpur. Aus touristischen Gründen verfügt die Kleinstadt seit dem Jahr 2020 über einen Flughafen (Kushinagar Airport).
Viele Überreste der einstigen Bedeutung der Stadt als Zentrum des Malla-Reichs und Metropole des Maurya-Reichs sind erhalten. Im 5.nachchristlichen Jahrhundert sank die Bedeutung Kushinagars jedoch, und spätestens mit dem Vordringen und der Etablierung des Islam in Indien geriet der Ort in Vergessenheit. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde er durch den Indologen Alexander Cunningham wiederentdeckt.
Bedeutung hat der Ort vor allem als eine der vier wichtigsten Pilgerstätten des Buddhismus, da der Überlieferung nach Gautama Buddha in einem nahegelegenen Salbaum-Hain starb bzw. nach buddhistischem Verständnis das Parinirvana erreichte.[2] Die Verortung Kushinagars als Sterbeort Buddhas ist jedoch unter Historikern und Archäologen umstritten.
In Kushinagar finden sich die Überreste mehrerer alter Stupas und Klöster sowie moderne Tempel und Klöster, die von Buddhisten aus Südost- und Ostasien gestiftet wurden. Der Ramabhar-Stupa stammt aus der Regierungszeit des Kaisers Ashoka und wurde vom Gupta-Herrscher Kumaragupta I. (reg. 414–455) vergrößert. Er wurde im Jahr 1867 von den Briten ausgegraben und 1927 von burmesischen Buddhisten restauriert. Der Paranirvana-Stupa enthält eine neuzeitliche, ca. 6 m lange vergoldete Statue des ruhenden Buddha. Ringsherum befinden sich die Ruinen von vier Klöstern.