Kurt Hamann

Kurt Hamann (* 26. September 1898 in Berlin; † 13. Oktober 1981) war ein deutscher Jurist (Dr. jur.) und Vorstandsvorsitzender.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hamann war promovierter Jurist und Landgerichtsrat a. D.
Er arbeitete zunächst im Reichswirtschaftsministerium und bei der Export-Kreditversicherung, bis er 1932 zur Victoria-Versicherung wechselte.[1]
Als Generaldirektor (seit 1935) war er Vorsitzender des Vorstands der Victoria zu Berlin Allgemeinen Versicherungs AG, der Victoria Feuer-Versicherungs-AG und der Victoria Rückversicherungs AG, alle Berlin. Zudem war Hamann Mitglied verschiedener Aufsichtsräte.[2]

Er wurde 1935 Vorstandsvorsitzender als Nachfolger seines Förderers Emil Herzfelder, der als Jude 1935 nach Großbritannien ins Exil gehen musste. Unter seiner Leitung fuhr die Victoria-Versicherung einen ambivalenten Kurs der Anpassung an das nationalsozialistische Regime. Zunächst bemühte man sich, jüdische Mitarbeiter möglichst lange zu halten. Später beteiligte sich das Unternehmen an der Enteignung jüdischer Immobilienbesitzer im Zuge der sogenannten „Arisierungen“ und machte Gewinne beim Rückkauf der Lebensversicherungen von Exilanten. Bei Kriegsende wurde Hamann den Alliierten von seinem Vorgänger Herzfelder als politisch zuverlässig empfohlen; einer der Gründe, warum er seine Leitungsposition weiter ausfüllen konnte.[3] In seiner weiteren Amtszeit gelang der Victoria-Versicherung der Wiederaufbau des nach dem Krieg daniederliegenden Geschäfts.
Hamann blieb bis 1968 Vorstandsvorsitzender der Victoria-Versicherung[4].
Kurt Hamann starb 1981 im Alter von 83 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem St.-Annen-Kirchhof in Berlin-Dahlem.[5]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1953 – Großes Bundesverdienstkreuz
- 1978 – Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
Dr. Kurt-Hamann-Stiftung[6]
Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erzwingung von Zuzahlungen auf Aktien eines notleidenden Unternehmens. Marburg 1926 (zugleich juristische Dissertation)
- Hundert Jahre Viktoria Versicherungen: 1853–1953. Berlin 1953. Bei google.books
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. XV. Ausgabe von Degeners wer ist's?, Berlin 1967, S. 653.
- ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche who’s who. XII. Ausgabe von Degeners Wer ist’s?, Berlin 1955, S. 401.
- ↑ Johannes Bähr: Rolle und Wirken von Dr. Kurt Hamann. Abschlussbericht. Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V., Frankfurt am Main 2018 (uni-mannheim.de [PDF]).
- ↑ Daniela Breitbart: Dinas Kampf ums Erbe. Abgerufen am 2. Juli 2017.
- ↑ Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 562.
- ↑ Dr. Kurt-Hamann-Stiftung Stifter: Dr. Kurt Hamann, Generaldirektor VICTORIA Versicherung AG (gest.) & Heinz Schmöle, Generaldirektor VICTORIA Versicherung AG (gest.). Universität Mannheim, archiviert vom am 2. Juli 2017; abgerufen am 2. Juli 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hamann, Kurt |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Vorstandsvorsitzender |
| GEBURTSDATUM | 26. September 1898 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 13. Oktober 1981 |