Kukuli Velarde
Kukuli Velarde (* 1962 in Cusco) ist eine peruanische Künstlerin, die mit Keramik, Malerei, Zeichnung und Installation arbeitet.[1][2] Ihre Arbeiten nutzen präkolumbische und andine Formen und thematisieren Kolonialismus, kulturelles Überleben, Identität, Feminismus und Körperbilder.[3][4]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Velarde wuchs in Peru auf.[1][4] Sie zeichnete bereits im Kindesalter und trat bald als Künstlerin in Erscheinung.[4][5] Im Jahr 1984 ging sie nach Mexiko, nachdem sie an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos ein Jahr lang Kunstgeschichte studiert hatte.[5] Später zog sie nach New York, studierte am Hunter College und schloss dort 1992 ab.[1][5] Die räumliche Distanz zu Peru machte für sie die kolonial geprägten ästhetischen und kulturellen Hierarchien Lateinamerikas deutlicher und wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt ihres künstlerischen Schaffens.[6][5] Velarde lebt und arbeitet heute in Philadelphia.[1][7]
Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu Velardes Arbeiten gehört der im Jahr 1992 veröffentlichte Essay We, the Colonized Ones, in dem sie die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Ankunft Christoph Kolumbus’ in Amerika als Verdrängung von Gewalt und Völkermord kritisierte.[1] 1994 war sie in der Ausstellung Beyond the Borders: Art by Recent Immigrants im Bronx Museum of the Arts vertreten, wobei ihre Arbeiten eine Auseinandersetzung mit Migration, peruanischer Kultur und der Kritik an lateinamerikanischer Geschichte darstellten.[6]
In ihren Keramiken greift Velarde präkolumbische Gefäß- und Figurenformen auf, vergrößert und verändert sie und setzt oftmals ihr eigenes Gesicht oder ihren eigenen Körper in historische Formmodelle ein.[3] Die Ausstellung Plunder Me, Baby im American Museum of Ceramic Art in Pomona zeigte Skulpturenserien, eine medienübergreifende Arbeit und Videos, die präkolumbische Keramikformen mit einer postkolonialen Kritik an der Unterdrückung und Entmenschlichung indigener Vorfahren kombinierten.[3] In der Malereiserie The Complicit Eye arbeitete Velarde mit Selbstporträts, die klassische Meisterwerke, Comics und Popkultur aufgriffen und stereotype Rollenbilder von Frauen sowie westliche Schönheitsnormen kritisierten.[4][8] Die Ausstellung war 2018/2019 im Taller Puertorriqueño in Philadelphia zu sehen und wurde als ihre erste größere Präsentation von Gemälden in ihrer Wahlheimat beschrieben.[4][8]
Für Corpus bezog sie sich auf die Fronleichnamsprozession in Cusco und entwickelte fünfzehn Keramikskulpturen mit zugehörigen Tapisserien, die synkretische religiöse Traditionen und das Überleben indigener Weltbilder unter kolonialen Bedingungen thematisieren.[5][2]
Zu ihren Ausstellungen gehören Kukuli Velarde: The Complicit Eye in Philadelphia, Kukuli Velarde: Plunder Me, Baby in Pomona und Corpus bei der Gyeonggi International Ceramics Biennale in Südkorea.[7] Velarde erhielt den Joan Mitchell Foundation Grant (1997), den Anonymous Was A Woman Award (2000), die Pew Fellowship in Visual Arts (2003), die United States Artists-Knight Fellowship (2009), die John Simon Guggenheim Fellowship (2015) und für Corpus 2013 den Grand Prize der Gyeonggi Ceramics Biennale.[7][9] Werke von ihr befinden sich in den Sammlungen des Museo de Arte Contemporáneo de Lima, des Museum of Fine Arts, Houston, und der Pennsylvania Academy of the Fine Arts.[2]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 We, the colonized ones. In: ICAA Documents Project. Abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 Kukuli Velarde: CORPUS. In: Colorado Springs Fine Arts Center at Colorado College. 14. Januar 2022, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 Review: ‘Plunder Me, Baby’: One artist’s wild, defiant stand against the oppression of indigenous people. In: Los Angeles Times. 13. Januar 2018, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 5 ‘Freedom is very intoxicating’ says artist behind ‘The Complicit Eye’. In: WHYY. 26. November 2018, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 5 Kukuli Velarde: "La colonización nos ha fregado a todos". In: El Comercio. 30. Juni 2017, abgerufen am 25. Mai 2026 (spanisch).
- 1 2 ART; Redefining 'Immigrant' In the Bronx. In: The New York Times. 20. Februar 1994, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 Kukuli Velarde: In Search of a Connection: Which Aesthetics Belong to Me? In: Museum of Art and Design at Miami Dade College. 20. April 2022, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 In Philly galleries, three must-see shows for December. In: The Philadelphia Inquirer. 5. Dezember 2018, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Recipients to Date. In: Anonymous Was A Woman. Abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Velarde, Kukuli |
| KURZBESCHREIBUNG | peruanische Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1962 |
| GEBURTSORT | Cusco |