Kołbacz
| Kołbacz | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Gryfino | |
| Gmina: | Stare Czarnowo | |
| Geographische Lage: | 53° 18′ N, 14° 49′ O | |
| Einwohner: | 1400 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 91 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZGR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 120: Gryfino–Kobylanka | |
| Eisenbahn: | PKP-Bahnstrecke Posen–Stettin Bahnstation: Reptowo | |
| Nächster int. Flughafen: | Stettin-Goleniów | |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | 30 Feuerstellen (Haushaltungen)[15] |
| 1818 | 361 | davon 126 auf dem königl. Vorwerk und 235 auf dem privaten Gutsbezirk[16][17][18] |
| 1831 | 407 | Dorf in zwei Anteilen: a) Anteil bestehend aus dem Justizamt und dem Domänenamt des Orts, mit zehn Häusern und 124 Einwohnern; b) Anteil mit einem Gut, 38 Häusern, 283 Einwohnern und einem Patrimonialgericht, adlige Besitzung[19] |
| 1862 | 318 | auf einer Gemarkungsfläche von 3363 Morgen und 55½ Quadratruten, in 27 Wohngebäuden[20] |
| 1867 | 567 | am 3. Dezember, davon 309 im Dorf und 258 im Gutsbezirk[21] |
| 1871 | 539 | am 1. Dezember, davon 266 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 273 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)[21] |
| 1910 | 550 | am 1. Dezember, davon 117 im Dorf, 76 im Amts-Gutsbezirk und 357 auf der Domäne[22][23] |
| 1925 | 472 | davon 428 Evangelische und 44 Katholiken,[12] nach anderen Angaben 543 Einwohner[24] |
| 1933 | 352 | [24] |
| 1939 | 364 | [24] |
Kirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dorfkirche
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Die Dorfkirche war seit der Reformation mehr als 400 Jahre lang evangelische Pfarrkirche. In älterer Zeit hatte sie den Swantiboriden als Grablege gedient. Nach 1945 wurde das Kirchengebäude zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet und am 20. Oktober 1945 umgewidmet; es erhielt den Namen ‚Kościół pw. Najświętszego Serca Pana Jezusa‘.
Kirchspiel bis 1945
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bevölkerung von Kolbatz war bis 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Kolbatz war „Vereinigte Muttergemeinde“ zu Neumark, wo das Pfarramt seinen Sitz hatte. Zum Kirchspiel Neumark gehörte außerdem noch die Kirchengemeinde Dobberphul, lange Zeit auch Seelow.
Im Jahre 1940 gehörten zur Kirchengemeinde Kolbatz 770 Gemeindeglieder von 2060 in der gesamten Parochie. Sie war Teil des Kirchenkreises Kolbatz (Sitz zuletzt in Neumark) im Westsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Emil Priewe, der auch das Superintendentenamt bekleidete. Die Kirchenbücher waren bis 1847 in der Mutterkirche zu Naumark aufbewahrt worden, wo ihr Bestand bis 1776 zurückreichte.[25]
Kirchspiel seit 1945
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils katholischer Konfession. Nach 1945 errichtete die Römisch-katholische Kirche in Polen das Dekanat Kołbacz, das zum Erzbistum Stettin-Cammin gehört. Ihm sind die sechs Pfarreien Bielice (Beelitz), Kobylanka (Kublank), Kołbacz, Ryszewko (Klein Rischow), Stare Czarnowo (Neumark) und Żabów (Sabow) zugeordnet. Zur Pfarrei Kołbacz gehören die Filialkirchen Dębina (Hofdamm) und Żelewo (Seelow).
Heute hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören zur Pfarrei der St. Trinitatiskirche in Stettin in der Diözese Breslau der polnischen Evangelisch-Augsburgischen Kirche.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Vom ehemaligen Zisterzienserkloster Kolbatz sind die im 13./14. Jahrhundert erbaute backsteingotische Klosterkirche sowie einige Nebengebäude erhalten, wie das heute als Bibliothek genutzte um 1350 erbaute Abtshaus.
- Das klassizistische Gutshaus Kolbatz wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut.
- Klosterkirche
- Westgiebel der Klosterkirche
- Gebäuderest des Klosters
- Bibliothek, ehemaliges Abthaus
- Gefängnisturm (Ruine)
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch den Ort führt die Woiwodschaftsstraße 120, die die Kreisstadt Gryfino (Greifenhagen, an der Landesstraße 31) mit Stare Czarnowo (Neumark, an der Landesstraße 3, ehemalige deutsche Reichsstraße 112) und Kobylanka (Kublank, an der Landesstraße 10, ehemalige Reichsstraße 104) verbindet. Die nächste Bahnstation ist das neun Kilometer entfernte Reptowo (Karolinenhorst) an der PKP-Bahnstrecke Posen–Stettin. Die 1898 gebaute Kleinbahnstrecke der Greifenhagener Bahnen von Finkenwalde (heute polnisch: Szczecin-Zdroje) nach Neumark (Stare Czarnowo) mit Halt in Kolbatz hat nach 1945 den Betrieb eingestellt.
Durch den Ort verläuft die touristisch attraktive Zisterzienserstraße (poln. Szlak Cystersów).
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter des Ortes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wilhelm von Dönniges (1814–1872), deutscher Historiker und Diplomat im Dienste des Königreichs Bayern
Mit dem Orte verbunden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Friedrich Wilhelm Krause (1765–1840), deutscher Kaufmann und Reeder, war seit 1816 Eigentümer des Gutes Kolbatz (mit Hofdamm und Heidchen) und verstarb am 23. Dezember 1840 in Kolbatz und hat hier seine Grabstätte
- Karl von Scheven (1882–1954), deutscher evangelischer Theologe und späterer Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, war von 1924 bis 1928 Pfarrer der Kirchengemeinden Neumark, Kolbatz und Dobberphul
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kolbatz, Dorf und zwei Gutsbezirke (Amt und Domäne), Kreis Greifenhagen, Regierungsbezirk Stettin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kolbatz und des Madüsees, 1 ½ km südöstlich des Dorfkerns der ‚prähistorische Wohnplatz‘ (meyersgaz.org).
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 119–120, Ziffer (2) (Google Books).
- Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht. Nicolai, Berlin / Stettin 1827, S. 198–199, Ziffer 1 (Google Books).
- Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Bearbeitet von Heinrich Berghaus. Zweiten Teils dritter Band: Kreise Greifenhagen und Piritz. Anklam 1868, S. 325–328; Textarchiv – Internet Archive.
- Eduard Georg Heinrich Zietlow: Kolbatz vor 700 Jahren, Beitrag zu: Heinrich Berghaus, Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 3, Anklam 1868, S. 154–156 (Google Books).
- Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Augsburg 1996, ISBN 3-86047-181-3, S. 178–180.
- Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 1, Stettin 1903.
- Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Bearbeitet von Heinrich Berghaus. Zweiten Teils dritter Band: Kreise Greifenhagen und Piritz. Anklam 1868, S. 38–166; Textarchiv – Internet Archive.
- Martin Zeiller: Colbatz. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae (= Topographia Germaniae. Band 13). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1652, S. 39 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kolbatz beim Heimatkreis Greifenhagen
- Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Kolbatz im ehemaligen Kreis Greifenhagen in Pommern. (2011).
- Amtsbezirk Kolbatz (Territorial.de).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Madüsee, östlich des Dorfs Kolbatz, Kreis Greifenhagen, Regierungsbezirk Stettin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung des Madüsees (meyersgaz.org).
- ↑ Kolbatz, Dorf und zwei Gutsbezirke (Amt und Domäne), Kreis Greifenhagen, Regierungsbezirk Stettin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kolbatz und des Madüsees, 1 ½ km südöstlich des Dorfkerns der prähistorische Wohnplatz (meyersgaz.org).
- ↑ Emil Walter: Praehistorische Funde in Pommern zwischen Oder und Rega, Druck von Herrcke & Lebeling, Stettin 1889, S. 17, Ziffer 132 (Google Books).
- ↑ Eduard Georg Heinrich Zietlow: Kolbatz vor 700 Jahren, Beitrag zu: Heinrich Berghaus, Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 3, Anklam 1868, S. 154–156 (Google Books).
- ↑ Ludwig Giesebrecht: Die Gräber des Greifengeschlechtes heidnischer Zeit. In: Baltische Studien, Band 10, Heft 2, Stettin 1844, S. 76–120, insbesondere S. 77 (Google Books).
- ↑ Rose: Die Ortsnamen, insbesondere die slavischen, des Kreises Greifenhagen, in: Monatsblätter der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, Elfter Jahrgang, Stettin 1897, S. 145–152, insbesondere S. 151–152 (Google Books).
- ↑ Schmidt: Colbaz, in: Monatsblätter der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, Zwanzigster Jahrgang, Stettin 1906, S. 112–118 (Google Books).
- ↑ Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Bearbeitet von Heinrich Berghaus. Zweiten Teils dritter Band: Kreise Greifenhagen und Piritz. Anklam 1868, S. 80; Textarchiv – Internet Archive.
- ↑ Heinrich Berghaus, 1868, ebenda, S. 136 (Google Books).
- ↑ Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 394, 5. Kreis Greifenhagen, Ziffer 17 und Ziffer 18 (Google Books).
- ↑ Amtsbezirk Kolbatz (Territorial.de).
- 1 2 Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Kolbatz im ehemaligen Kreis Greifenhagen in Pommern (2011).
- ↑ Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1048 (Google Books).
- ↑ Gemeinde Kolbatz ( des vom 25. September 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. im Informationssystem Pommern.
- ↑ Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 119–120, Ziffer (2) (Google Books).
- ↑ Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 2: G–Ko. Halle 1821, S. 374, Ziffer 3737 (Google Books).
- ↑ Johann Daniel Friedrich Rumpf und Heinrich Friedrich Rumpf: Vollständiges topographisches Wörterbuch des preußischen Staates. Band 1: A bis H, Berlin 1820, S. 200, rechte Spalte (Google Books).
- ↑ Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht. Nicolai, Berlin / Stettin 1827, S. 198–199, Ziffer 1 (Google Books).
- ↑ Georg Friedrich Krause: Handbuch zu dem Atlas von Preußen in 27 Karten; oder: geographisch-statistisch-topographische Beschreibung der preußischen Mönarchie. Zweite Hälfte: Verzeichniß sämmtlicher Städte, Flecken, Dörfer, Weiler, Vorwerke etc. der Monarchie. Band I: A – E, Müller, Erfurt 1835, S. 576 (Google Books).
- ↑ Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 3. Anklam 1868, S. 325–328; Textarchiv – Internet Archive.
- 1 2 Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staats und ihre Bevölkerung. Teil III: Provinz Pommern, Berlin 1874, S. 34–35, Ziffer 20 (Google Books), und S. 36–37, Ziffer 86 (Google Books).
- ↑ Kolbatz, Dorf und zwei Gutsbezirke (Amt und Domäne), Kreis Greifenhagen, Regierungsbezirk Stettin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kolbatz und des Madue-Sees (meyersgaz.org).
- ↑ Landkreis Greifenhagen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 13. Februar 2023; abgerufen am 20. Februar 2026.
- 1 2 3 Michael Rademacher: Landkreis Greifenhagen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Martin Wehrmann: Die Kirchenbücher in Pommern, in: Baltische Studien, Band 42, Stettin 1892, S. 201–280, insbesondere S. 224 (Google Books), und S. 248 (Google Books).




