Gladenbach (Gemeinde)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 46′ N, 8° 35′ O | |
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Gießen | |
| Landkreis: | Marburg-Biedenkopf | |
| Höhe: | 262 m ü. NHN | |
| Fläche: | 72,28 km² | |
| Einwohner: | 12.415 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 172 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 35075 | |
| Vorwahl: | 06462 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MR, BID | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 34 010 | |
| Stadtgliederung: | 15 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Karl-Waldschmidt-Straße 3 35075 Gladenbach | |
| Website: | www.gladenbach.de | |
| Bürgermeister: | Peter Kremer (parteilos) | |
| Lage der Stadt Gladenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf | ||
Gladenbach ist eine verwaltungspolitische Gemeinde im Westen des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf. Sie besteht aus 15 Ortsteilen, ist nach ihrem zentralen Ortsteil und Verwaltungssitz Gladenbach, in dessen Tradition sie die Bezeichnung „Stadt“ führt, benannt und entstand in ihrer heutigen Form als Großgemeinde in den 1970er-Jahren im Zuge der Hessischen Gebietsreform (siehe dazu Abschnitt „Gemeindebildung“). Die Gemeinde Gladenbach liegt im Westen des Hessischen Hinterlandes und wird gemeinhin als eine von sieben „Hinterlandkommunen“ bezeichnet.
Gladenbach ist als Luftkurort und Kneippheilbad ausgezeichnet[2] und ist die nach Einwohnerzahl zweitgrößte Gemeinde des Hessischen Hinterlandes.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadtgemeinde Gladenbach liegt an einem östlichen Ausläufer des (naturräumlichen) Westerwaldes, der nach seiner zentralen Stadt Gladenbacher Bergland genannt wird, im Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Das heutige Stadtgebiet stimmt weitgehend mit dem Gebiet des „Untergerichtes“ des historischen Amtes Blankenstein überein. Das Untergericht umfasste den ostsüdöstlichen Teil des ehemaligen Landkreises Biedenkopf.
In den Gemarkungen der südlichen Stadtteile Weidenhausen, Erdhausen, Gladenbach und Mornshausen fließt von Westen die auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Endbach entspringende Salzböde durch das Stadtgebiet und dann östlich weiter in die Gemeinden Lohra, Fronhausen und Lollar, wo sie bei Odenhausen in die Lahn mündet. Die Gemarkungen der weiter nördlich gelegenen Stadtteile Runzhausen, Bellnhausen, Sinkershausen, Frohnhausen und Friebertshausen durchquert ebenfalls weitgehend west-östlich die Allna, die im weiteren Verlauf im Gebiet der Gemeinde Weimar (Lahn) dann bereits oberhalb der Salzböde in die Lahn mündet. Weitershausen liegt am wichtigsten Allna-Zufluss Ohe. Beide Flussläufe sind durch Höhenrücken auch in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet für kleinere Zuflüsse deutlich voneinander getrennt.
Naturräumliche Zuordnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Stadtgebiet liegt ganz in Naturräumen der Haupteinheit 320 – Gladenbacher Bergland. Alle Ortsteile, die im Einzugsgebiet der Salzböde liegen, werden, inklusive der Kernstadt, zum Naturraum Salzbödetal gerechnet, wobei Rachelshausen bereits an der Nahtstelle zum Hochplateau der Bottenhorner Hochflächen liegt.
Demgegenüber werden die nördlichen Ortsteile an der Allna zum Naturraum Damshäuser Kuppen gezählt. Die ganz im Osten, am Unterlauf der Allna bzw. deren Einzugsgebiet gelegenen Friebertshausen und Rüchenbach werden zur Elnhausen-Michelbacher Senke gerechnet. Im Süden trifft die Gemarkung der Stadt auf den Höhenzug der Zollbuche, wo auf Gladenbacher Gemarkung über 450 m über NN erreicht werden.
Höchste Erhebung des Stadtgebiets ist der 552 m hohe Berg Daubhaus nordwestlich von Rachelshausen am Ostrand der Bottenhorner Hochflächen.
Stadtgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Stadtgebiet von Gladenbach ist in 15 Stadtteile gegliedert:
Weiterhin gibt es einige wüst gefallene Orte, darunter Idenshausen und Seibertshausen.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gladenbach grenzt im Norden an die Gemeinde Dautphetal, im Nordosten an die Stadt Marburg, im Osten an die Gemeinde Weimar (Lahn), im Südosten an die Gemeinde Lohra (alle im Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Südwesten an die Gemeinde Bischoffen (Lahn-Dill-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinde Bad Endbach (Landkreis Marburg-Biedenkopf).
- Blick auf Gladenbach vom Koppeturm
- Gladenbach von der B 255 aus gesehen. Im zentralen Hintergrund der 357 m hohe Lammerich, links der nördliche Fuß des 361 m hohen Kirchberges.
- Blick vom Lammerich (Naumburg) über Gladenbach, Mornshausen, Lohra, Damm ins untere Salzbödetal
- Daubhaus (552 m, links der Mitte) und Allberg (528 m) am äußersten Ostrand der Bottenhorner Hochflächen. Im Vordergrund Runzhausen
- Der Ortsteil Gladenbach von Süden. Rechts der Kirchberg
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeindebildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 1. April 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin eigenständige Nachbargemeinde Runzhausen als Ortsteil zum heutigen Hauptort eingegliedert. Am 1. Juli 1974 folgte durch Landesgesetz der Zusammenschluss der bisherigen Gemeinde Gladenbach mit den Gemeinden Bellnhausen, Diedenshausen, Erdhausen, Friebertshausen, Frohnhausen b. Gladenbach, Kehlnbach, Mornshausen a. S., Rachelshausen, Römershausen, Rüchenbach, Sinkershausen, Weidenhausen und Weitershausen zu heutigen Gemeinde Gladenbach.[3][4] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kerngemeinde Gladenbach wurden Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einwohnerstruktur 2011
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Gladenbach 12.227 Einwohner. Darunter waren 699 (5,7 %) Ausländer, von denen 165 aus dem EU-Ausland, 440 aus anderen europäischen Ländern und 94 aus anderen Staaten kamen.[5] Von den deutschen Einwohnern hatten 14,0 % einen Migrationshintergrund.[6] Nach dem Lebensalter waren 2043 Einwohner unter 18 Jahren, 5067 zwischen 18 und 49, 2508 zwischen 50 und 64 und 2610 Einwohner waren älter. In 1113 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 3273 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[7] Die Einwohner lebten in 5045 Haushalten. Davon waren 1468 Singlehaushalte, 1424 Paare ohne Kinder und 1600 Paare mit Kindern, sowie 421 Alleinerziehende und 102 Wohngemeinschaften.[7]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Gladenbach: Einwohnerzahlen von 1972 bis 2020 | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | ||||||||||
| 1972 | 4.315 | ||||||||||
| 1975 | 11.087 | ||||||||||
| 1980 | 11.157 | ||||||||||
| 1985 | 11.030 | ||||||||||
| 1990 | 11.341 | ||||||||||
| 1995 | 12.151 | ||||||||||
| 2000 | 12.674 | ||||||||||
| 2005 | 12.543 | ||||||||||
| 2010 | 12.190 | ||||||||||
| 2011 | 12.227 | ||||||||||
| 2015 | 12.166 | ||||||||||
| 2020 | 12.285 | ||||||||||
| Quellen: LAGIS[8]; 1972:[9]; ab 1975:[10]; Zensus 2011[5] Zwischen 1972 und 1974 nur einschließlich Runzhausen, ab 1974 dann mit allen heutigen Ortsteilen. | |||||||||||
| Quelle: | Historisches Ortslexikon[8] |
| • 2011: | 7620 evangelische (= 63,0 %), 1540 katholische (= 12,7 %), 680 freikirchliche (= 5,7 %), 120 orthodoxe (= 1,0 %), 320 andersgläubig (= 2,7 %), 1810 sonstige (= 14,9 %) Einwohner[11] |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stadtverordnetenversammlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[12] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[13][14][15]
| Parteien und Wählergemeinschaften | 2021 | 2016 | 2011 | 2006 | 2001 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | ||
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 32,7 | 12 | 31,3 | 12 | 45,7 | 17 | 50,9 | 19 | 43,8 | 16 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 29,4 | 11 | 36,5 | 13 | 37,8 | 14 | 34,8 | 13 | 34,6 | 13 |
| FW | Freie Wähler Gladenbach | 27,0 | 10 | 25,0 | 9 | 6,3 | 2 | 6,5 | 2 | 7,5 | 3 |
| JL/Grüne | Junge Liste/Bündnis 90/Die Grünen | 10,9 | 4 | 7,3 | 3 | 10,2 | 4 | 4,4 | 2 | 5,6 | 2 |
| ÜPL | Überparteiliche Liste | — | — | — | — | — | — | 3,4 | 1 | 8,5 | 3 |
| Gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | |
| Ungültige Stimmen in % | 1,9 | — | 3,6 | — | 3,4 | — | 3,3 | — | 1,9 | — | |
| Wahlbeteiligung in % | 48,1 | 47,8 | 47,5 | 49,6 | 59,9 | ||||||
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten](parteilos)
(parteilos)
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Gladenbach neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und neun weitere Stadträte angehören.[16] Bürgermeister ist seit dem 1. Oktober 2014 der parteiunabhängige Peter Kremer.[17] Er wurde als Nachfolger von Klaus-Dieter Knierim (CDU), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 25. Mai 2014 im ersten Wahlgang bei 53,7 Prozent Wahlbeteiligung mit 59,3 Prozent der Stimmen gewählt. Eine Wiederwahl folgte, pandemiebedingt verschoben, im November 2020.[18] Durch die verschobene Wahl verschob sich der Beginn der Amtszeit auf den 1. März 2021.[17]
- Amtszeiten der Bürgermeister[19]
- 2014–2027 Peter Kremer[17]
- 2002–2014 Klaus-Dieter Knierim (CDU)
- 1990–2002 Klaus Bartnik (SPD)
- 1978–1990 Siegfried Dellnitz (CDU)
- 1951–1978 Karl Waldschmidt (CDU)
Am Ende des Zweiten Weltkriegs zogen am 28. März 1945 amerikanische Truppen in Gladenbach ein, verhafteten den amtierenden Bürgermeister Jäger und setzten den Deutsch-Amerikaner Schmitz kommissarisch ein. Am 16. August 1945 ersetzten sie diesen durch Ernst Leinbach I, der nach den Kommunalwahlen in Hessen 1946 am 11. März 1946 zum Bürgermeister gewählt wurde und dieses Amt bis zu seinem Tod im Mai 1951 innehatte.
Wappen und Flagge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch den erfolgten Zusammenschluss der „alten“ Stadt mit 13 weiteren Gemeinden zur neuen Stadtgemeinde Gladenbach im Zuge der Hessischen Gebietsreform machte die Kommune von der Möglichkeit Gebrauch und bekam am 19. Juli 1974 durch das Hessische Ministerium des Innern die Weiterführung des Wappens der alten Stadt genehmigt (für Details zum Wappen siehe im Ortsartikel).[20]
Gleiches gilt für die Bannerflagge der Stadt, deren Weiterführung am 4. September 1975 genehmigt wurde.[21] Eine amtliche Hissflagge führt die Stadt nicht.
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gladenbach unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Monteux, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich (seit 1987)
Bad Tabarz, Thüringen, Deutschland (seit 1991)
Niemcza (Nimptsch), Woiwodschaft Niederschlesien, Polen (seit 1998)
Londerzeel, Flandern, Belgien (seit 2010)
Gerichtszuständigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für Gladenbach sind das Amtsgericht Biedenkopf und das Landgericht Marburg zuständig. Bis 1968 bestand ein eigenes Amtsgericht, das Amtsgericht Gladenbach.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Evangelische Pfarrkirche (ehemals St. Martin) ursprünglich romanische flachgedeckte Pfeilerbasilika aus fünf schmalen Langhausjochen mit einem Chorquadrat.
- Altes Pfarrhaus am Bornrain, stattlicher Fachwerkbau von 1607
- Am westlichen Stadtrand von Gladenbach befindet sich die Ruine der Burg Blankenstein. Eine ehemalige Hügelburg die vermutlich im 12. Jahrhundert erstmals errichtet wurde.
- Im Ortsteil Rachelshausen befindet sich eine 1617 erbaute Fachwerkkapelle. Die Kapelle wurde in zweigeschossiger Rähmbauweise auf einem Steinsockel errichtet. Sie trägt einen achteckigen Dachreiter. Die Kapelle dient heute der evangelischen Gemeinde als Kirche.
- Südlich von Erdhausen befindet sich auf dem 454,1 m ü. NHN[22] hohen Berg Koppe eine Schutzhütte sowie der 1987 errichtete „Koppeturm“.
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gladenbacher Kirschenmarkt (erstes Juli-Wochenende)
- Gladenbacher Brunnenmarkt (dritter Sonntag im Oktober)
Filmkunst
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Gemeindegebiet, südlich von Mornshausen, fand 1822 der Postraub in der Subach statt, der die Grundlage des Fernsehfilms Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach von Volker Schlöndorff darstellt. Die bewusst dialektgefärbte Sprache der Schauspieler hat jedoch wenig Ähnlichkeit mit dem örtlich gesprochenen Dialekt (Hinterländer Platt).
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Flächennutzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gemeindegebiet umfasst 2015 eine Gesamtfläche von 7228 Hektar, davon entfallen in ha auf:[10]
| Nutzungsart | 2011 | 2015 | |
|---|---|---|---|
| Gebäude- und Freifläche | 447 | 462 | |
| davon | Wohnen | 272 | 274 |
| Gewerbe | 37 | 51 | |
| Betriebsfläche | 23 | 10 | |
| davon | Abbauland | 0 | 0 |
| Erholungsfläche | 43 | 43 | |
| davon | Grünanlage | 23 | 24 |
| Verkehrsfläche | 480 | 483 | |
| Landwirtschaftsfläche | 3082 | 3072 | |
| davon | Moor | 0 | 0 |
| Heide | 0 | 0 | |
| Waldfläche | 3081 | 3089 | |
| Wasserfläche | 40 | 39 | |
| Sonstige Nutzung | 33 | 24 | |
Industrie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein wichtiger Industriebetrieb Gladenbachs ist die WESO-Aurorahütte im Stadtteil Erdhausen. Im Jahr 2023 beschäftigte sie über 470 Mitarbeiter.
Gegründet 1324 als Nickelschmelze, wurde sie 1887 in eine Eisengießerei umgewandelt. Hergestellt wurden vor allem Herde, Öfen und andere Gegenstände aus Gusseisen. In diesem Jahr übernahm sie Johann Dietrich Wehrenbold zusammen mit seinem Sohn Johannes. Seitdem firmiert sie als WESO-Aurorahütte.
In den beiden Weltkriegen musste die Aurorahütte ihre Produktion wegen unzureichender Materialzuteilung und dem Fronteinsatz von Fachkräften stark drosseln.
Einen großen Aufschwung nahm die Hütte in der Nachkriegszeit. In den 60er Jahren setzte sich allerdings die Zentralheizung durch und einzelne Öfen waren nicht mehr gefragt. Seit dieser Zeit fungiert die Aurorahütte als Zulieferer für die Bahnindustrie, die Landmaschinenindustrie und den Kesselhersteller Viessmann, der zwischen 1978 und 2018 die Anteilsmehrheit besaß[23].
Erdhausen ist auch Standort des überregional bekannmten Formenbauunternehmens Zimmermann.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Straßenverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine wichtige durchgehende Verkehrsachse in ost-westlicher Orientierung ist die Bundesstraße 255, die das Stadtgebiet aus Richtung Marburg durch die Gemeinden Weimar und Lohra kommend quert, um in Weidenhausen im Bereich der Zollbuche das Stadtgebiet in südwestlicher Richtung auf das Gebiet der Gemeinde Bischoffen im Lahn-Dill-Kreis zu verlassen. Hier führt sie zunächst entlang des Aartalsees weiter nach Herborn und letztlich Montabaur. In der Gemarkung Gladenbach mündet die Bundesstraße 453 von Norden aus Richtung Biedenkopf kommend ein, nachdem sie das Gebiet der Gemeinde Dautphetal und die Gemarkung Runzhausen durchquert hat.
Marburg-Dillenbuger Amtsweg
Durch die Gemarkung verlief nachweislich seit dem Hochmittelalter ein regional bedeutender Handelsweg. Er war Teil eines Handels- und Botenweges, der Marburg mit dem Raum Herborn/Dillenburg verband, genannt „Marburg-Dillenburger Amtsweg“. Der Weg kam von Marburg, verlief über den Amtssitz Burg Blankenstein (Gladenbach) und Kehlnbach weiter nördlich an Weidenhausen vorbei zum Schloog (Fln.) (ehemaliger Wegdurchlass mit Zollschlagbaum) in der Innenheege (siehe Mittelhessische Landheegen) beim Himerich (Fln.), dort stand einst ein Galgen (ein Halbgalgen, der dortige Flurname ohm Halbgalje deutet darauf hin), nördlich vorbei an Wommelshausen-Hütte und hangparallel zur Woarde (Fln.) nördlich an Endbach vorbei, durch Hartenrod und weiter westlich über den Salzbödesattel durch Eisemroth und verzweigte sich ab da in eine südliche Trasse Richtung Herborn und eind nördliche im Richtung Dillenburg.
Diesen Weg, den Marburg-Dillenburger Amtsweg, benutzte auch Arnoldus Buchelius (Humanist und Altertumsforscher) 1591, als er aus Richtung Treysa kommend nach Köln reiste. Er nennt die einzelnen Reisestationen (Tagesabschnitte) und erwähnt dabei u. a. Kirchhain, Marburg, Gladenbach, Dillenburg und Siegen auf seinem Weg nach Köln. Demnach war der Marburg-Dillenbuger Amtsweg zu dieser Zeit Teilstück/Variante des ehemals bedeutenden Fernhandelsweges/Messe-Straße Brabanter Straße.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Walter Reschny (1931–2011), Unternehmer, erster Ehrenbürger der Stadt Gladenbach, verstorben in Gladenbach
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dieter Blume, Jürgen Runzheimer: Gladenbach und Schloß Blankenstein; hrsg. von der Kur- und Verkehrsgesellschaft mbH anlässlich der 750-Jahrfeier; W. Hitzeroth Verlag, Marburg 1987, ISBN 3-925944-15-X.
- Karl Huth: Gladenbach: Eine Stadt im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg.: Magistrat der Stadt Gladenbach. 1974, DNB 790637227.
- Randolf Fügen: Highlights in Mittelhessen. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1044-0.
- Jörg W. Palm: Gladenbach – Ein langer Weg zur Stadt. 2012.
- Literatur über Gladenbach nach GND In: Hessische Bibliographie
- Suche nach Gladenbach (Gemeinde). In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Gladenbach im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Geschichte der Stadt im Internetauftritt von Gladenbach.
- Gladenbach, Gemeinde, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Informationen zu der Gemeinde Gladenbach. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH, 2016.
- Gladenbach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Linkkatalog zum Thema Gladenbach bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2024 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Prädikate auf dem Prüfstand - Erwachen aus dem Dornröschenschlaf ( vom 26. März 2016 im Internet Archive) In: Oberhessische Presse, aufgerufen am 25. März 2016.
- ↑ Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 21 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350–351 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- 1 2 Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit (Gruppen): Stadt Gladenbach. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im Januar 2024.
- ↑ Bevölkerung nach Migrationshintergrund und -erfahrung: Stadt Gladenbach. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im Januar 2024.
- 1 2 Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 68, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020.
- 1 2 Gladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- ↑ Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
- 1 2 Hessisches Statistisches Informationssystem (Hesis) In: Statistik.Hessen.
- ↑ Bevölkerung nach Religion (ausführlich): Stadt Gladenbach. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im Januar 2024.
- ↑ Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
- ↑ Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2016.
- ↑ Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2011.
- ↑ Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2006.
- ↑ Stadt Gladenbach: Magistrat
- 1 2 3 Hessisches Statistisches Landesamt: Bürgermeisterwahl 2014 in Gladenbach, Stadt ( vom 19. Juli 2014 im Internet Archive) - Oberhessische Presse, 21. April 2020: Gladenbach wählt wohl im November: „Am 30. September endet die Amtszeit von Gladenbachs Bürgermeister Peter Kremer. Wer danach auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt, wird wohl am 1. November oder am 14. März entschieden.“ - Amtseinführung und Verpflichtung in der Sitzung der Gemeindevertretung am 18. Februar 2021; Protokoll zu TOP 7: „Der wiedergewählte Bürgermeister, Peter Kremer, erhält vom 1. Stadtrat Armin Becker die Ernennungsurkunde für seine zweite Amtszeit, die am 01. März 2021 beginnt.“
- ↑ Votemanager: Bürgermeisterstichwahl Stadt Gladenbach 2020 - hessenschau: Bürgermeister-Stichwahl am 22. November 2020 in Gladenbach
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Gladenbach, Stadt ( vom 28. September 2022 im Internet Archive); Hinweis: nur Einzelergebnis 2014 ist archiviert - Votemanager: Wahltermine Stadt Gladenbach, seit 1995
- ↑ Genehmigung eines Wappens der Stadt Gladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf vom 5. August 1974. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1974 Nr. 31, S. 1373, Punkt 988 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF]).
- ↑ Genehmigung einer Flagge der Stadt Gladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf vom 22. September 1975. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1975 Nr. 38, S. 1761, Punkt 1286 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF]).
- ↑ Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
- ↑ Vgl. Industriegeschichte Mittelhessen: WESO Aurorahütte bei Gladenbach, im Internet: https://www.industriekultur-lahn-dill.de/aurora-huette
